Jeder Beschäftigte kann in der Zeit vom 1. März 2020 bis zum 31. März 2022 einen Corona-Bonus in Höhe von maximal 1.500 Euro erhalten. Die Möglichkeit dazu wurde nun verlängert. Ursprünglich konnten Arbeitnehmer bis zum 31.12.2020 die Sonderzahlung von ihrem Arbeitgeber erhalten, insbesondere Pflegekräfte sollten mit dem Bonus belohnt werden. Nun plant Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine weitere Corona-Sonderzahlung für Beschäftigte im Krankenhaus.

Ist die Corona Prämie steuerfrei?

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben bereits viele Unternehmen ihren Mitarbeitern einen Bonus bis zu einer Höhe von 1.500 Euro ausgezahlt. Dieser musste bis zum 31.12.2020 auf dem Girokonto des Arbeitnehmers sein. Die Corona-Prämie ist für den Mitarbeiter sozialversicherungs- und steuerfrei geblieben, sofern diese rechtzeitig ausgezahlt wurde. Kurz vor dem Jahreswechsel entschied sich dann die Bundesregierung, den Corona-Bonus bis zum 30.06.2021 zu verlängern.

Bis wann gilt die Corona Sonderzahlung?

Beschäftigte, die noch keine Corona Sonderzahlung erhalten haben, können demnach bis zum 30. Juni 2021 einen Bonus bis zu 1.500 Euro steuerfrei vom Arbeitgeber ausgezahlt bekommen. Mitarbeiter, die eine Sonderzahlung in geringerem Ausmaß erhalten haben, können also noch die Differenzsumme erhalten.

Beispiel: Ein Beschäftigter, der 2020 einen Corona-Bonus in Höhe von 600 Euro erhalten hat, kann bis 30. Juni 2021 weitere 900 Euro steuerfrei erhalten. Die Sonderzahlung muss jedoch unbedingt bis zur Junifrist auf dem Konto des Mitarbeiters sein, um tatsächlich steuerfrei zu sein. Es gilt hier der Paragraf 3 Nr. 11 Einkommensteuergesetz (EStG).

Auch Sachleistungen sind als Bonuszahlung zulässig

Unternehmen können ihren Mitarbeitern aber auch als Alternative eine Sachleistung als Geschenk zukommen lassen. Auch beides ist möglich.

Beispiel: Ein Mitarbeiter erhält im Monat 500 Euro Corona-Sonderzahlung. Der Arbeitgeber sendet ihm zusätzlich noch einen Einkaufsgutschein in Höhe von 1.000 Euro.

Es ist auch eine monatliche Einmalzahlung möglich, solange die Grenze von 1.500 Euro nicht überschritten wird.

Beispiel: Eine Pflegekraft erhält monatlich 250 Euro ab Januar 2021 bis 30.06.2021. So erhält sie sechs Monate lang eine Einmalzahlung, die steuer- und sozialversicherungsfrei bleibt.

Kann jeder Beschäftigte die Corona Prämie erhalten?

Ursprünglich war die Idee Pflegekräften und Mitarbeitern in Supermärkten eine Corona Sonderzahlung zu ermöglichen. Jedoch kann nun jeder Beschäftigte eine Prämie bis zu 1.500 Euro erhalten ganz unabhängig davon, ob dieser in Teilzeit oder in Vollzeit tätig ist. Es gibt zudem auch keine Begrenzung auf die Unternehmensgröße. Auch ein Zwei-Mann-Betrieb kann die Prämie an seine Mitarbeiter auszahlen. Ebenso ist eine Auszahlung nicht auf eine bestimmte Dienstleistung oder eine Art des Unternehmens begrenzt. Somit können alle Arbeitgeber seinen Mitarbeitern eine Sonderzahlung auszahlen.

Beispiel: Eine Friseurin hat eine Mitarbeiterin in Vollzeit und eine Mitarbeiterin in Teilzeit. Beiden kann sie eine Corona-Prämie auszahlen.

Erhalten Pflegekräfte eine gesonderte Corona-Prämie?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) plant eine weitere Corona-Sonderzahlung für Beschäftigte im Krankenhaus. Pro Mitarbeiter sollen 1.500 Euro ausgezahlt werden. So sollen Reinigungspersonal, Krankenschwestern, Krankenpfleger und anderes Krankenhauspersonal bis Ende Juni 2021 die Corona Prämie erhalten. Der Gesamtbetrag der Corona-Zahlung soll sich anhand der Anzahl der behandelten COVID-19-Patienten und nach der Anzahl des Pflegepersonals im Jahr 2019 richten. Zudem sollen Krankenhäuser mit über 500 Betten und mehr als 50 COVID-19-Patienten die Sonderzahlung für die Beschäftigten erhalten. Kleinere Krankenhäuser hingegen erhalten den Corona Bonus bereits ab 20 Fällen.

Was ist der Unterschied zwischen der Corona-Prämie für Pflegekräfte und allen anderen Beschäftigten?

Auf den ersten Blick ist kaum ein Unterschied zu sehen. Die Corona-Prämie für Pflegekräfte soll ebenso bis zum 30.06.2021 ausgezahlt werden. Die Höhe der Sonderzahlung beträgt gleichermaßen 1.500 Euro. Was ist nun anders? Das Verbindliche. Während die Corona-Prämie für Unternehmen auf freiwilliger Basis beruht, soll die Prämie für Pflegekräfte tariflich verankert werden. So ist der Arbeitgeber, das Krankenhaus, sozusagen gezwungen, seinen Pflegekräften eine Bonuszahlung zu gewähren. Das Geld wird durch die Regierung als Hilfe in Höhe von 450 Millionen Euro gestellt. Zudem handelt es sich um eine zweite Zahlung für Krankenhausmitarbeiter. Bei Beschäftigten anderer Sparten wurde die Möglichkeit auf eine Sonderzahlung nur verlängert.

Braucht der Arbeitgeber einen Grund für die Bonusauszahlungen?

Vorsicht ist für Unternehmen geboten, die nicht allen Beschäftigten eine Sonderzahlung auszahlen möchten. Sie müssen demnach gemäß dem Arbeitsrecht begründen, weshalb sie Arbeitnehmer X einen Bonus von 900 Euro zahlen, Arbeitnehmer Y erhält nur 200 Euro und Arbeitnehmer Z erhält keine Sonderzahlung. Der Fantasie ist dabei keine Grenzen gesetzt, allerdings muss die Begründung auch glaubhaft und nachzuempfinden sein.

Beispiel: Ein Allgemeinarzt zahlt seinen vier Vollzeit-Pflegekräften oder Sprechstundenhilfen eine Corona-Prämie jeweils in Höhe von 1.500 Euro. Seinen beiden Teilzeit-Pflegekräften (Sprechstundenhilfen) zahlt er 750 Euro. Seiner Reinigungskraft, die täglich vor dem Praxisbetrieb zwei Stunden tätig ist, zahlt er monatlich 100 Euro.

Als Begründung für die unterschiedliche Höhe der Auszahlung der Corona Prämie für die Pflegekräfte (Sprechstundenhilfen) kann der Arzt Folgendes angeben: Die Pflegekräfte in Vollzeit erhalten den vollen Corona-Bonus in Höhe von 1.500 Euro, da diese ganztags dem Risiko einer Ansteckung ausgesetzt sind. Sie leisten zudem durch den Ansturm an Patienten eine gewisse Mehrarbeit. Seinen Teilzeitbeschäftigten zahlt er die Hälfte der Corona Sonderzahlung, da diese auch nur 50 Prozent tätig sind. Seiner Reinigungskraft zahlt er 100 Euro als monatliche Einmalzahlung sechs Monate lang, da diese einem verringerten Risiko ausgesetzt ist.

Müssen Corona Sonderzahlungen vom Arbeitgeber schriftlich dokumentiert werden?

Die Corona Sonderzahlung sollte dokumentiert werden. Dazu könnten sich Arbeitgeber einem Organigramm bedienen. Wichtig ist, dass die Bonuszahlung zusätzlich zum Gehalt gezahlt wird. Der Corona Bonus kann auch eine Entgeltumwandlung ersetzen oder aber auch freiwillige andere Sonderzahlungen, wie das Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld, sofern dieses nicht im Arbeitsvertrag als fester einkalkulierbarer Entgeltbestandteil verankert wurde.

Corona Bonus muss im Lohnkonto hinterlegt werden

Die Corona-Prämie muss als steuerfreie Zuwendungen im Lohnkonto hinterlegt werden. Daraus muss ein eindeutiger Bezug zur Corona-Krise hervorgehen, sodass dadurch abgelesen werden kann, dass die Prämie als Ausgleich für die Corona-Belastung gezahlt wurde. Der Beschäftigte muss das Schreiben nicht bestätigen.

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TVöD: Tarifvertrag 2021, Entgelttabellen, Rechner | Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener