An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und dem Fraunhofer ITEM wird aktuell nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 gesucht, der nicht gespritzt, aber inhaliert werden kann. Dazu wurde von der Hochschule Hannover die Studie MVA ins Leben gerufen, bei der an Probanden die Verträglichkeit und Sicherheit des neuen Vakzins getestet wird. Aktuell werden noch Teilnehmer gesucht.

Was sollten Teilnehmer für Voraussetzungen mitbringen?

Die Probanden sollten keine Booster-Impfung, sprich die Auffrischungsimpfung, haben, sondern lediglich nur zweimal gegen das SARS-CoV-2-Virus geimpft sein. Wer eine Booster-Impfung erhalten hat, der kann erst ab drei Monaten bei der Studie teilnehmen. Gesucht werden Frauen und Männer im Alter von 18 bis 60 Jahren.

Was passiert bei der Studie?

Den Probanden wird der Vektorimpfstoff Modifiziertes Vaccinia Virus Ankara, kurz MVA, der auf der Grundlage eines inaktiven Pockenvirus beruht, zum Inhalieren gegeben. Mit der Inhalation gelangt der Impfstoff in die Lunge, dort, wo das Virus große Schäden verursachen kann. Sobald das Vakzin die Lunge erreicht, soll es das Immunsystem dazu anregen, Antikörper gegen das Coronavirus zu produzieren.  

Wie lange dauert die Studie?

Insgesamt dauert die Studienteilnahme fünf Monate, bei der es elf ambulante und sechs Telefontermine gibt. Im Rahmen der Studie werden die Teilnehmer auch untersucht und ärztlich überwacht. So ist es Teil der MVA-Studie, dass zum Beispiel Urinuntersuchungen, Lungenfunktionsprüfungen, Blutentnahmen und Lungenspiegelungen durchgeführt werden. 

Gibt es eine Aufwandsentschädigung für die Teilnahme an der Studie?

Jeder Teilnehmer erhält nach einer gründlichen medizinischen Untersuchung eine Aufwandsentschädigung von bis zu 1.500 Euro.

Wo erfolgt die Studie?

Die Studie MVA erfolgt im Clinical Research Center Hannover (CRC).

Wie können sich Teilnehmer an der Studie MVA anmelden?

Interessierte Teilnehmer können sich an der Studie MVA per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anmelden oder auch telefonisch Kontakt unter (0511) 5350-8333 aufnehmen.

Warum verlaufen einige Coronainfektionen schwer?

Wie ein Team von Wissenschaftlern um Professorin Dr. Christine Falk, Leiterin des MHH-Instituts für Transplantationsimmunologie und Wissenschaftlerin am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), herausgefunden hat, sollen bei schwerwiegenden Covid-19-Infektionen insbesondere Störungen des Gefäßsystems zugrunde liegen. Aus den Ergebnissen, die in der Fachzeitschrift Signal Transduction and Targeted Therapy veröffentlicht sind, geht hervor, dass eine dünne Schicht von Zellen, dem sogenannten Endothel, eine große Rolle spielt. Diese Zellen, die die Blutgefäße umhüllen und dadurch eine natürliche Barriere zwischen Gewebe und Blutstrom bilden, sind bei schweren Covid-19-Erkrankungen nicht mehr intakt. Die Barriere zwischen den Lungenbläschen und den umliegenden Gefäßen ist somit nicht mehr ausreichend gegeben, was zu schweren Verläufen führt. 

Welche Zellen werden im Körper bei einer Covid-19-Infektion aktiviert?

Wenn sich eine Person mit dem Coronavirus infiziert, so kommt es zu einer Immunantwort, bei der T-Lymphozyten und natürliche Killerzellen aktiviert werden. Zudem werden Gedächtnis-T-Zellen ausgebildet und Plasmablasten stark vermehrt. Plasmablasten sind Zellen, die viele Antikörper produzieren können.

Was möchten die Wissenschaftler herausfinden?

Die Wissenschaftler möchten herausfinden, welche Bestandteile des Immunsystems zu einer Schädigung des Endothels führen. Zudem möchten sie herausfinden, ob eine starke Aktivierung des Immunsystems auch zu einer Entwicklung Virus-spezifischer T-Lymphozyten führt, die dann die mit dem Coronavirus infizierten Zellen erkennen und zerstören können. 

Wer ist die MHH?

Die Medizinische Hochschule Hannover, kurz MHH, wurde am 17. Mai 1965 gegründet. Ein Vierteljahr später rückten am 22. September 1965 die ersten Baufahrzeuge an, um mit dem Bau des 250 m langen und 11 Etagen hohe Bettenhaus sowie dem parallel dazu stehenden 180 Meter langen und achtgeschossigen Untersuchungs-, Behandlungs- und Forschungsbau zu beginnen. Die Hochschule startete den Lehrbetrieb jedoch bereits im Sommersemester 1965. Bereits 2 Jahre später, am 17. Mai 1967 wurde das Richtfest gefeiert. Am 19. Juli 1971 wurde der erste Patient aufgenommen. Bis heute heißt der Lehrspruch der Universität in Latein "Unitas in necessariis, libertas in dubiis, caritas in omnibus", was übersetzt "Einigkeit im Grundsätzlichen, Freiheit in Zweifelsfällen, Nächstenliebe in Allem", kurz "Einigkeit, Freiheit und Nächstenliebe" bedeutet. Heute wird der Spruch noch durch das Motto "Jeden Tag für das Leben" ergänzt.

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