TV-L Eingruppierung und Stufen: Welche Entgeltgruppe gilt für Ihre Tätigkeit? Wie lange dauert es bis zur nächsten Stufe und unter welchen Voraussetzungen kann Berufserfahrung angerechnet werden? Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zur Eingruppierung im öffentlichen Dienst der Länder, zu den Stufenlaufzeiten und zu besonderen tariflichen Regelungen.

Wichtig zur Eingruppierung

Die Entgeltgruppe richtet sich nach den Tätigkeitsmerkmalen der TV-L-Entgeltordnung. Die Stufe berücksichtigt insbesondere einschlägige Berufserfahrung und die zurückgelegte Stufenlaufzeit. Ein bestimmter Berufsabschluss führt deshalb nicht automatisch zu einer bestimmten Entgeltgruppe.

Was bedeuten Entgeltgruppe und Stufe?

Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) regelt die Bezahlung vieler Beschäftigter bei den Ländern. Die Entgeltgruppe und die Stufe bestimmen gemeinsam das Tabellenentgelt.

Entgeltgruppe

Sie richtet sich nach der übertragenen Tätigkeit und den Anforderungen der tariflichen Tätigkeitsmerkmale.

Stufe

Sie bildet insbesondere die Berufserfahrung und die im Tarifvertrag vorgesehene Stufenlaufzeit ab.

Tabellenentgelt

Es ergibt sich aus der Kombination von Entgeltgruppe und Stufe. Die Höhe können Sie der jeweils gültigen TV-L-Entgelttabelle entnehmen.

Hinweis: Diese Seite erläutert die allgemeinen Grundsätze. Für die konkrete Eingruppierung sind die jeweilige Tätigkeit, die einschlägige Entgeltordnung und gegebenenfalls besondere Überleitungsregelungen maßgeblich.

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Eingruppierung im öffentlichen Dienst der Länder

Der TV-L sieht grundsätzlich die Entgeltgruppen E 1 bis E 15 vor. Welche Entgeltgruppe für eine Beschäftigte oder einen Beschäftigten gilt, hängt von den tariflichen Anforderungen der auszuübenden Tätigkeit ab.

Maßgeblich ist nicht allein, welchen Berufsabschluss jemand besitzt. Entscheidend sind die übertragenen Aufgaben und die Tätigkeitsmerkmale der Entgeltordnung. Deshalb können Beschäftigte mit ähnlicher Ausbildung unterschiedlich eingruppiert sein, wenn sie unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen.

So prüfen Sie Ihre Eingruppierung

  1. Prüfen Sie, welche Aufgaben Ihnen dauerhaft übertragen wurden.
  2. Vergleichen Sie diese Aufgaben mit den Tätigkeitsmerkmalen der einschlägigen Entgeltordnung.
  3. Berücksichtigen Sie besondere tarifliche Regelungen für Ihren Tätigkeitsbereich.

Die tarifliche Eingruppierung ist nicht beliebig verhandelbar. Sie richtet sich nach den einschlägigen Bestimmungen des TV-L. Bei Zweifeln können die Stellenbeschreibung, die Personalvertretung oder eine fachkundige Beratung weiterhelfen.

Stufen und Stufenlaufzeiten im TV-L

Innerhalb der Entgeltgruppe gibt es Stufen. Bei den Entgeltgruppen 2 bis 15 sind grundsätzlich sechs Stufen vorgesehen. Die Entgeltgruppe 1 hat eine abweichende Stufenregelung. Die Stufenlaufzeit bezeichnet die Zeit, die grundsätzlich in einer Stufe zurückgelegt werden muss, bevor die nächste Stufe erreicht wird.

Reguläre Stufenlaufzeiten in den Entgeltgruppen 2 bis 15

Stufe Reguläre Laufzeit bis zur nächsten Stufe
Stufe 1 1 Jahr bis Stufe 2
Stufe 2 2 Jahre bis Stufe 3
Stufe 3 3 Jahre bis Stufe 4
Stufe 4 4 Jahre bis Stufe 5
Stufe 5 5 Jahre bis Stufe 6
Stufe 6 Endstufe

Die Übersicht zeigt den regulären Verlauf bei einer Zuordnung zur Stufe 1. Bei der Einstellung können anrechenbare Berufserfahrungszeiten dazu führen, dass eine höhere Stufe maßgeblich ist. Für einzelne Tätigkeitsbereiche und besondere Beschäftigungsverhältnisse können Abweichungen gelten.

Besonderheit der Entgeltgruppe 1

Bei der Entgeltgruppe 1 beginnt die Stufenzuordnung grundsätzlich mit Stufe 2. Die Laufzeiten bis zu den folgenden Stufen weichen von denen der übrigen Entgeltgruppen ab. Prüfen Sie daher bei einer Beschäftigung in E 1 die dafür geltende Regelung in § 16 TV-L, statt die allgemeine Stufentabelle zu übernehmen.

Welche Berufserfahrung wird angerechnet?

Bei der Einstellung kann einschlägige Berufserfahrung berücksichtigt werden. Ob und in welchem Umfang frühere Tätigkeiten anerkannt werden, richtet sich nach den tariflichen Voraussetzungen und den Umständen des jeweiligen Beschäftigungsverhältnisses.

Darauf kommt es an

  • Welche Aufgaben wurden in der früheren Beschäftigung ausgeübt?
  • Wie eng stehen diese Aufgaben mit der neuen Tätigkeit in Zusammenhang?
  • Bei welchem Arbeitgeber wurde die Berufserfahrung erworben?
  • Welche besonderen tariflichen Vorschriften gelten für die konkrete Einstellung?

Berufserfahrung wird nicht allein aufgrund der Dauer einer früheren Beschäftigung angerechnet. Entscheidend ist unter anderem, ob sie für die neue Tätigkeit einschlägig ist und welche tariflichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Es empfiehlt sich, frühere Beschäftigungszeiten und Aufgaben durch Arbeitszeugnisse, Tätigkeitsbeschreibungen oder andere geeignete Unterlagen nachzuweisen. So kann die Personalstelle die Stufenzuordnung auf einer nachvollziehbaren Grundlage prüfen.

Kann die Stufenlaufzeit verkürzt oder verlängert werden?

§ 17 Absatz 2 TV-L sieht Möglichkeiten vor, die Stufenlaufzeit bei erheblich überdurchschnittlichen oder erheblich unterdurchschnittlichen Leistungen zu verändern. Eine Verkürzung oder Verlängerung erfolgt nicht automatisch, sondern setzt die tariflichen Voraussetzungen und das vorgesehene Verfahren voraus.

Leistungssituation Mögliche Folge
Erheblich über dem Durchschnitt liegende Leistungen Eine Verkürzung der Stufenlaufzeit kann nach den tariflichen Voraussetzungen möglich sein.
Erheblich unter dem Durchschnitt liegende Leistungen Eine Verlängerung der Stufenlaufzeit kann nach den tariflichen Voraussetzungen möglich sein.

Die tariflichen Regeln enthalten Voraussetzungen und Verfahrensvorgaben. Bei einer möglichen Verlängerung sind insbesondere die vorgesehenen Überprüfungs- und Beschwerdemöglichkeiten zu beachten. Für die Beurteilung des Einzelfalls sollte der aktuelle Tariftext herangezogen werden.

Welche Berufe gehören zu welcher Entgeltgruppe?

Eine feste Zuordnung von Berufen zu Entgeltgruppen ist nur eingeschränkt möglich. Die Berufsbezeichnung oder der Abschluss allein reichen für eine verlässliche Einstufung nicht aus. Ausschlaggebend sind die konkrete Tätigkeit und die einschlägigen Tätigkeitsmerkmale der Entgeltordnung.

Tätigkeitsbereich Worauf es ankommt
Einfache Tätigkeiten Aufgabenprofil und Anforderungen der einschlägigen Tätigkeitsmerkmale.
Beschäftigte mit Berufsausbildung Fachkenntnisse, auszuübende Aufgaben und tarifliche Voraussetzungen.
Technische und therapeutische Berufe Berufliche Qualifikation, Tätigkeit und gegebenenfalls besondere Tätigkeitsmerkmale.
Beschäftigte mit Bachelorabschluss Die Anforderungen der Tätigkeit; der Abschluss allein bestimmt die Entgeltgruppe nicht.
Beschäftigte mit wissenschaftlichem Hochschulabschluss Die konkrete Tätigkeit und die hierfür geltenden Tätigkeitsmerkmale.
Lehrkräfte Besondere tarifliche Regelungen und gegebenenfalls landesspezifische Vorgaben.

Beachten Sie: Aussagen wie „Berufsausbildung bedeutet E 6“ oder „Masterabschluss bedeutet E 13“ sind als allgemeine Regel nicht zuverlässig. Prüfen Sie immer die tatsächliche Tätigkeit und die dafür geltenden tariflichen Merkmale.

Was bedeutet Entgeltgruppe 9?

Im heutigen TV-L ist die pauschale Bezeichnung „E 9“ häufig zu ungenau. Im allgemeinen Bereich wird unter anderem zwischen E 9a und E 9b unterschieden. Welche Entgeltgruppe zutrifft, hängt vom jeweiligen Tätigkeitsmerkmal ab. Ältere Angaben zur Entgeltgruppe E 9 sollten deshalb im Zusammenhang mit der damaligen Tarifregelung gelesen werden.

Sonder- und Überleitungsgruppen im TV-L

Was ist die Entgeltgruppe E 9k?

Die Bezeichnung E 9k stammt aus älteren tariflichen Regelungen und ist keine reguläre allgemeine Entgeltgruppe der heutigen TV-L-Entgelttabelle. In älteren Beschäftigungsverhältnissen oder bei besonderen Überleitungsfällen kann sie noch von Bedeutung sein. Alte Tabellen und Stufenlaufzeiten sollten deshalb nicht ohne Prüfung auf heutige Beschäftigungsverhältnisse übertragen werden.

Was bedeutet E 13 Ü?

Entgeltgruppen mit dem Zusatz „Ü“ sind besondere Überleitungsgruppen aus früheren tariflichen Übergangsregelungen. Sie können bei bestimmten bestehenden Beschäftigungsverhältnissen weiterhin eine Rolle spielen. Die Zuordnung und der Stufenverlauf richten sich nach den einschlägigen Überleitungsbestimmungen und der individuellen Beschäftigungshistorie.

Was bedeutet E 15 Ü?

Auch E 15 Ü ist eine besondere Überleitungsgruppe und keine gewöhnliche Entgeltgruppe für Neueinstellungen. Ob sie im Einzelfall anzuwenden ist, ergibt sich aus den tariflichen Überleitungsregelungen. Für die Beurteilung älterer Beschäftigungsverhältnisse muss daher gegebenenfalls der Tarifvertrag zur Überleitung der Beschäftigten der Länder (TVÜ-Länder) berücksichtigt werden.

Besonderheiten einzelner Entgeltgruppen

Für einzelne Entgeltgruppen und Tätigkeitsmerkmale können besondere Stufenregelungen, begrenzte Stufenaufstiege oder weitere Abweichungen gelten. Eine allgemeine Übersicht kann diese Sonderfälle nicht vollständig abbilden. Maßgeblich sind die einschlägigen Bestimmungen des TV-L und gegebenenfalls die Überleitungsregelungen.

Wer erhält eine Entgeltgruppenzulage?

Eine Entgeltgruppenzulage wird gezahlt, wenn die tariflichen Voraussetzungen für die konkrete Tätigkeit erfüllt sind. Sie steht nicht automatisch allen Beschäftigten einer bestimmten Berufsgruppe oder Entgeltgruppe zu. Maßgeblich sind die jeweiligen Tätigkeitsmerkmale, die einschlägige Zulagenregelung und gegebenenfalls weitere tarifliche Bedingungen.

Bei Zulagen ist es besonders wichtig, auf das Jahr der Tabelle zu achten. Ältere Eurobeträge können nach tariflichen Entgeltanpassungen überholt sein. Für die aktuelle Höhe sollten die geltenden Anlagen und Entgelttabellen des TV-L herangezogen werden.

Aktuelle Tarifunterlagen: Die geltenden Entgelttabellen, Anlagen und tariflichen Zulagenregelungen finden Sie bei der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL).

Eingruppierung von Lehrkräften im TV-L

Für Lehrkräfte gelten besondere tarifliche Regelungen. Die Eingruppierung kann unter anderem von der Schulart, der Ausbildung, der konkreten Tätigkeit und den Regelungen des jeweiligen Bundeslandes abhängen. Eine pauschale Einstufung allein nach der Schulform oder danach, ob eine Lehrkraft als Quereinsteiger beschäftigt ist, ist daher nicht zuverlässig.

Zum 1. Januar 2017 entfielen die früheren Kürzungsbeträge für Lehrkräfte. Welche Entgeltgruppe und welche Tabellenwerte im konkreten Fall gelten, muss anhand der jeweils einschlägigen Regelungen geprüft werden.

Der frühere Bundesangestelltentarifvertrag BAT

Der Bundesangestelltentarifvertrag (BAT) wurde 1961 vereinbart. Für Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder wurde er im Zuge der Tarifreformen durch den TV-L abgelöst. Bei Beschäftigten, die aus älteren Tarifregelungen übergeleitet wurden, können Übergangs- und Besitzstandsregelungen weiterhin relevant sein.

Ob solche Bestimmungen greifen, hängt vom individuellen Beschäftigungsverlauf und den einschlägigen Vorschriften des TVÜ-Länder ab. Bei Fragen zu früheren Vergütungsgruppen, Bewährungsaufstiegen oder Besitzständen reicht es deshalb nicht immer aus, nur die aktuelle TV-L-Entgelttabelle zu betrachten.

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Offizielle Tarifinformationen

Für die Prüfung einer Eingruppierung oder Stufenzuordnung sollten Sie die aktuellen Tarifunterlagen heranziehen. Besonders relevant sind die Regelungen zur Eingruppierung, zu den Stufen und zu den allgemeinen Stufenbestimmungen.

Hinweis: Die Angaben dienen der allgemeinen Information. Ob eine bestimmte Entgeltgruppe, Stufe oder Zulage zutrifft, hängt vom konkreten Arbeitsverhältnis und den einschlägigen tariflichen Regelungen ab. Bei Zweifeln sollte der vollständige Tariftext geprüft werden.

Stand: Oktober 2026.