Altersteilzeit im öffentlichen Dienst 2026: Hier finden Sie Informationen zur Altersteilzeit für Beschäftigte bei Bund, Kommunen und Ländern. Ein Schwerpunkt liegt auf dem früheren TV FlexAZ, der seit dem 31. Dezember 2022 nicht mehr gilt, sowie auf den Möglichkeiten, Altersteilzeit heute auf gesetzlicher oder individueller tariflicher Grundlage zu vereinbaren.

Stand der Informationen: Oktober 2026

Der TV FlexAZ für Bund und Kommunen wurde nicht über den 31. Dezember 2022 hinaus verlängert. Er ist damit außer Kraft getreten; seine Regelungen wirken grundsätzlich nicht nach. Beschäftigte können daher nicht mehr allein auf Grundlage des früheren TV FlexAZ einen neuen Anspruch auf Altersteilzeit geltend machen. Ob eine Vereinbarung möglich ist, muss im Einzelfall anhand des geltenden Tarifrechts, möglicher Dienst- oder Betriebsvereinbarungen und einer individuellen Vereinbarung mit dem Arbeitgeber geprüft werden.

Was ist Altersteilzeit?

Altersteilzeit soll älteren Beschäftigten einen gleitenden Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand ermöglichen. Die Arbeitszeit wird dafür grundsätzlich auf die Hälfte der bisherigen Arbeitszeit reduziert. Die genaue Ausgestaltung und die finanzielle Wirkung hängen von der Vereinbarung mit dem Arbeitgeber und den jeweils geltenden gesetzlichen oder tariflichen Regelungen ab.

Ein allgemeiner gesetzlicher Anspruch darauf, Altersteilzeit zu vereinbaren, besteht nicht. Sie muss grundsätzlich mit dem Arbeitgeber vereinbart werden. Die frühere Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit für neu beginnende Altersteilzeitverhältnisse ist bereits Ende 2009 ausgelaufen. Das Altersteilzeitgesetz (AltTZG) enthält weiterhin Rahmenbedingungen, begründet für sich genommen aber keinen Anspruch darauf, dass ein Arbeitgeber Altersteilzeit anbietet.

Wichtig: Die folgenden Informationen zum TV FlexAZ beschreiben eine frühere tarifliche Regelung. Für einen neuen Antrag im Jahr 2026 sollten Sie sich nicht auf die damaligen Altersgrenzen, Quoten oder Antragsfristen verlassen. Lassen Sie prüfen, welche Regelungen bei Ihrem Arbeitgeber aktuell gelten.

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Altersteilzeit im TVöD: Was gilt nach dem Ende des TV FlexAZ?

Der Tarifvertrag zu flexiblen Arbeitszeitregelungen für ältere Beschäftigte (TV FlexAZ) wurde 2010 für den Bereich von Bund und Kommunen vereinbart. Er enthielt besondere Regelungen zur Altersteilzeit, unter anderem zum Blockmodell, zum FALTER-Modell und zu Entgelt- und Aufstockungsleistungen. Die tarifliche Regelung wurde mehrfach verlängert, zuletzt bis zum 31. Dezember 2022.

Da Bund und kommunale Arbeitgeberverbände den TV FlexAZ nicht über diesen Termin hinaus verlängert haben, ist er mit Ablauf des 31. Dezember 2022 außer Kraft getreten. Die frühere Quote von 2,5 Prozent und die tariflichen Anspruchsregelungen können daher nicht als allgemeine Grundlage für neue Altersteilzeitvereinbarungen im Jahr 2026 verwendet werden.

Das bedeutet nicht, dass Altersteilzeit in jedem Fall ausgeschlossen ist. Arbeitgeber und Beschäftigte können prüfen, ob eine andere tarifliche Grundlage, eine Betriebs- oder Dienstvereinbarung, ein Haustarifvertrag oder eine individuelle Vereinbarung die Altersteilzeit ermöglicht. Welche Lösung rechtlich und finanziell möglich ist, hängt vom konkreten Arbeitsverhältnis ab.

Für Beschäftigte im TVöD: Wenden Sie sich vor einem Antrag an die Personalstelle oder den Personalrat und fragen Sie ausdrücklich nach der aktuell geltenden Grundlage für Altersteilzeit. Klären Sie außerdem, ob es beim jeweiligen Arbeitgeber eine Dienst- oder Betriebsvereinbarung gibt.

Altersteilzeit im TV-L: Regelungen der Länder

Für Beschäftigte der Länder gilt grundsätzlich der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L). Die Regelungen des TV FlexAZ für Bund und Kommunen galten nicht automatisch für die Länder. In den Ländern können eigene tarifliche, landesrechtliche oder dienststellenbezogene Regelungen bestehen. Deshalb lässt sich die Frage, ob Altersteilzeit möglich ist, nicht für alle TV-L-Beschäftigten einheitlich beantworten.

Prüfen Sie insbesondere, ob Ihr Bundesland eine besondere Regelung für Tarifbeschäftigte getroffen hat und ob diese für Ihre Tätigkeit und Ihren Arbeitgeber gilt. Bei Landesbeschäftigten können zudem Unterschiede zwischen Tarifbeschäftigten und Beamtinnen beziehungsweise Beamten bestehen.

Welche Altersteilzeitmodelle gibt es?

Altersteilzeit kann grundsätzlich unterschiedlich organisiert werden. Welche Modelle ein Arbeitgeber anbietet und welche Bedingungen dafür gelten, hängt von der konkreten Vereinbarung ab. Zwei häufig beschriebene Modelle sind das Gleichverteilungsmodell und das Blockmodell. Das frühere TV FlexAZ enthielt außerdem Regelungen zum FALTER-Modell.

Gleichverteilungsmodell

Beim Gleichverteilungsmodell wird die Arbeitszeit während des gesamten Altersteilzeitzeitraums gleichmäßig reduziert. Wer zuvor beispielsweise 39 Stunden pro Woche gearbeitet hat, arbeitet bei einer Halbierung der Arbeitszeit im Durchschnitt 19,5 Stunden wöchentlich. Die Verteilung der Arbeitsstunden richtet sich nach der Vereinbarung mit dem Arbeitgeber.

Blockmodell

Beim Blockmodell wird die Altersteilzeit in zwei gleich lange Phasen aufgeteilt. In der Arbeitsphase wird weiterhin gearbeitet, während in der anschließenden Freistellungsphase keine Arbeitsleistung mehr erbracht wird. Über den gesamten Zeitraum ist die Arbeitszeit im Durchschnitt reduziert. Das Modell muss vertraglich vereinbart werden; die konkrete Ausgestaltung sollte vorab schriftlich festgehalten werden.

FALTER-Modell

Das FALTER-Modell war im früheren TV FlexAZ als besondere Form des gleitenden Übergangs in den Ruhestand vorgesehen. Es sollte ermöglichen, die Arbeitszeit schrittweise zu reduzieren und unter bestimmten Voraussetzungen auch nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiterzuarbeiten. Ob ein vergleichbares Modell heute angeboten wird, muss mit dem Arbeitgeber geklärt werden. Aus dem früheren TV FlexAZ allein ergibt sich kein neuer Anspruch.

Welche Voraussetzungen gelten für Altersteilzeit?

Das Altersteilzeitgesetz sieht für Altersteilzeitarbeit grundsätzlich ein Mindestalter von 55 Jahren vor. Außerdem muss die Arbeitszeit im Rahmen einer Vereinbarung mit dem Arbeitgeber grundsätzlich auf die Hälfte der bisherigen wöchentlichen Arbeitszeit reduziert werden. Das Arbeitsverhältnis muss die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen; dazu gehört unter anderem eine ausreichende Vorbeschäftigungszeit innerhalb der letzten fünf Jahre vor Beginn der Altersteilzeit.

Diese gesetzlichen Kriterien bedeuten jedoch nicht, dass ein Arbeitgeber Altersteilzeit bewilligen muss. Die frühere tarifliche Altersgrenze von 60 Jahren im TV FlexAZ sowie die dort geregelten Quoten gehörten zu dieser inzwischen ausgelaufenen Tarifregelung. Sie dürfen nicht ungeprüft auf neue Anträge übertragen werden.

Die Voraussetzungen können sich je nach Tarifvertrag, Dienst- oder Betriebsvereinbarung und individueller Vertragsgestaltung unterscheiden. Vor einer Entscheidung sollten deshalb Personalstelle, Personalrat oder Gewerkschaft die für Sie geltenden Regelungen prüfen.

Wie werden Entgelt und Rentenbeiträge berechnet?

Das Einkommen während der Altersteilzeit hängt vom vereinbarten Modell und der geltenden Rechtsgrundlage ab. Nach dem Altersteilzeitgesetz sind bei einer Altersteilzeitvereinbarung, die die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, bestimmte Aufstockungsleistungen und zusätzliche Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung vorgesehen. Ob und in welcher Höhe diese Leistungen im konkreten Fall bestehen, muss anhand der Vereinbarung und der gesetzlichen Voraussetzungen geprüft werden.

Die früheren Regelungen des TV FlexAZ enthielten eigene Vorgaben zum Teilzeitentgelt und zu Aufstockungsleistungen. Diese Werte sollten nicht ohne Prüfung für eine neue Vereinbarung im Jahr 2026 verwendet werden. Lassen Sie sich die voraussichtlichen Brutto- und Nettobezüge, die Rentenversicherungsbeiträge sowie mögliche Auswirkungen auf Sonderzahlungen schriftlich berechnen.

Vor der Unterschrift prüfen: Lassen Sie sich den monatlichen Zahlbetrag, die Aufstockung, die zusätzlichen Rentenversicherungsbeiträge, die Behandlung von Jahressonderzahlungen und die Auswirkungen bei Krankheit oder vorzeitiger Beendigung des Arbeitsverhältnisses erklären.

Wie beantrage ich Altersteilzeit?

Wenn Sie Altersteilzeit in Anspruch nehmen möchten, sollten Sie zunächst klären, ob Ihr Arbeitgeber dafür eine aktuelle tarifliche oder betriebliche Grundlage hat. Der frühere TV FlexAZ sah bestimmte Antragsfristen vor; diese Fristen können nicht pauschal für heutige Vereinbarungen übernommen werden.

  1. Fragen Sie die Personalstelle nach der aktuell geltenden Regelung für Altersteilzeit.
  2. Lassen Sie sich erklären, ob ein Gleichverteilungsmodell, ein Blockmodell oder eine andere Gestaltung möglich ist.
  3. Bitten Sie um eine schriftliche Berechnung der voraussichtlichen Bezüge und Rentenversicherungsbeiträge.
  4. Prüfen Sie Beginn, Dauer, Arbeits- und Freistellungsphase sowie die Folgen bei Krankheit, Erwerbsminderung oder vorzeitiger Beendigung.
  5. Lassen Sie die Vereinbarung vor der Unterzeichnung gegebenenfalls durch Personalrat, Gewerkschaft oder eine fachkundige Beratungsstelle prüfen.

Vereinbaren Sie Altersteilzeit nicht nur mündlich. Die wesentlichen Bedingungen sollten eindeutig schriftlich festgehalten sein.

Flexirente und Hinzuverdienst im Ruhestand

Die Flexirente ermöglicht einen flexibleren Übergang zwischen Erwerbstätigkeit und gesetzlicher Altersrente. Die Regeln zum Hinzuverdienst unterscheiden sich danach, welche Rentenart bezogen wird und ob die Regelaltersgrenze bereits erreicht ist. 

Seit 2023 gibt es bei vorgezogenen Altersrenten grundsätzlich keine Hinzuverdienstgrenze mehr. Für andere Rentenarten, insbesondere Erwerbsminderungsrenten, gelten eigene Regeln. Außerdem können Steuern und Sozialversicherungsbeiträge anfallen. Lassen Sie sich die Auswirkungen eines Nebenverdienstes von der Deutschen Rentenversicherung oder einer Steuerberatung für Ihre konkrete Situation erläutern.

Altersteilzeit berechnen

Ein Rechner kann eine erste Orientierung geben, ersetzt aber keine verbindliche Berechnung durch den Arbeitgeber oder die Rentenversicherung. Prüfen Sie, ob der Rechner aktuelle Werte berücksichtigt und ob er zu Ihrem Tarifbereich und Ihrem Altersteilzeitmodell passt.


Häufige Fragen zur Altersteilzeit

Kann ich 2026 noch Altersteilzeit nach dem TV FlexAZ beantragen?

Der TV FlexAZ für Bund und Kommunen ist mit Ablauf des 31. Dezember 2022 außer Kraft getreten und wurde nicht verlängert. Ein neuer Anspruch lässt sich deshalb nicht mehr allein auf diesen Tarifvertrag stützen. Ob Altersteilzeit trotzdem möglich ist, hängt davon ab, ob eine andere tarifliche, betriebliche oder individuelle Rechtsgrundlage besteht. Fragen Sie Ihre Personalstelle nach den aktuell geltenden Regelungen.

Habe ich ab 55 Jahren automatisch Anspruch auf Altersteilzeit?

Nein. Das Altersteilzeitgesetz sieht zwar grundsätzlich ein Mindestalter von 55 Jahren vor, daraus folgt aber kein automatischer Anspruch auf eine Vereinbarung. Altersteilzeit muss mit dem Arbeitgeber vereinbart werden. Ob dieser sie anbietet, richtet sich nach den geltenden tariflichen, betrieblichen oder individuellen Regelungen.

Gilt der TV FlexAZ auch für Beschäftigte der Länder?

Nein, der TV FlexAZ für Bund und Kommunen galt nicht automatisch für Beschäftigte der Länder. Für Beschäftigte im TV-L müssen die jeweiligen tariflichen oder landesbezogenen Regelungen geprüft werden. Die Rechtslage kann sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden.

Was ist der Unterschied zwischen Blockmodell und Gleichverteilungsmodell?

Beim Gleichverteilungsmodell wird während des gesamten Zeitraums mit reduzierter Arbeitszeit gearbeitet. Beim Blockmodell folgen auf eine Arbeitsphase eine Freistellungsphase, in der keine Arbeit mehr geleistet wird. Beide Modelle müssen vereinbart werden; die konkrete Ausgestaltung hängt von der geltenden Regelung ab.

Wie viel Gehalt bekomme ich während der Altersteilzeit?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind das bisherige Entgelt, die vereinbarte Arbeitszeit, mögliche Aufstockungsleistungen und die geltende Rechtsgrundlage. Lassen Sie sich eine individuelle Brutto- und Nettoberechnung erstellen und klären Sie, wie Sonderzahlungen und Rentenversicherungsbeiträge behandelt werden.

Gelten die früheren Hinzuverdienstgrenzen von 6.300 Euro oder 46.060 Euro noch?

Nein, diese Beträge stammen aus früheren Jahren. Seit 2023 gibt es bei vorgezogenen Altersrenten grundsätzlich keine Hinzuverdienstgrenze mehr. Für Erwerbsminderungsrenten gelten andere Regeln. Vor Aufnahme einer Beschäftigung sollten Sie deshalb prüfen, welche Rentenart Sie beziehen und welche aktuellen steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Folgen eintreten.


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Rechtlicher Hinweis: Die Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Rentenberatung. Vor einer Altersteilzeitvereinbarung sollten Sie die geltenden tariflichen und betrieblichen Regelungen sowie die finanziellen Folgen für Ihren Einzelfall prüfen lassen.

Stand: Oktober 2026. Grundlage der Aktualisierung sind insbesondere das Altersteilzeitgesetz sowie die Hinweise zum Auslaufen des TV FlexAZ zum 31. Dezember 2022.