Die Kindergrundsicherung soll kommen, jedoch nicht im laufenden Jahr, sondern erst 2023. Für die Familienministerin Anne Spiegel ist die Einführung der geplanten Kindergrundsicherung eine "Kampfansage gegen Kinderarmut" in Deutschland. "Wir wollen mit der Kindergrundsicherung bessere Chancen für Kinder und Jugendliche schaffen und konzentrieren uns auf die, die am meisten Unterstützung brauchen", erklärt sie. Alle Fakten zur Grundsicherung für Kinder haben wir für Sie nachfolgend zusammengestellt.

Jetzt ist es soweit: Kindergrundsicherung wird ausgearbeitet

Der Startschuss für die Ausarbeitung der Kindergrundsicherung ist gefallen. Eine Arbeitsgruppe wird sich mit den Details der Sozialleistung beschäftigen. Mit an Bord sind die Ressorts Arbeitsministerium, Finanzministerium, Bildungsministerium sowie das Bauministerium. Warum auch das Bauministerium? Dieses ist für die Auswirkungen der Kindergrundsicherung auf das Wohngeld und Bafög verantwortlich. Die Leitung der Arbeitsgruppe übernimmt die Familienministerin Spiegel selbst.

Verschiedene Leistungen werden gebündelt

Aktuell gibt es in Deutschland über 150 unterschiedliche familienpolitische Leistungen. Dazu gehören in erster Linie das Kindergeld, der Kindergeldzuschlag, das Ehegattensplitting, Elterngeld, Zuschüsse zur Betreuung in Kitas und viele mehr. Viele bedürftige Eltern hält die hohe Anzahl der unterschiedlichen Bedingungen, Voraussetzungen und Regelungen für die einzelnen Familienleistungen davon ab, überhaupt einen Antrag zu stellen, obwohl sie Anspruch darauf hätten. 

Das soll sich nun ändern, denn die verschiedenen Leistungen sollen künftig einfach und automatisiert berechnet werden. Heraus soll eine einzige Förderleistung kommen. Dies bedeutet, dass die entsprechenden familienpolitischen Leistungen gebündelt werden sollen.


Wie wird eine Zusammenlegung der familienpolitischen Leistungen aussehen?

Eine Bündelung der familienpolitischen Leistungen wird so aussehen, dass beispielsweise Teile von Hartz-IV, Kindergeld, Kindergeldzuschlag, Lernförderungen und auch Leistungen aus dem sogenannten Bildungs- und Teilhabepaket und Kostenübernahmen bei Klassenfahrten in der Kindergrundsicherung zusammengefasst werden. 

Wie hoch wird die Kindergrundsicherung für Familien ausfallen?

Die Grundsicherung für Kinder soll in erster Linie eine Kombination aus einem Garantiebetrag und einem Zusatzbetrag werden. Der Garantiebetrag wird für alle Familien gleich hoch gezahlt. Der Zusatzbeitrag wird anhand des Familieneinkommens gestaffelt werden. Familien, die nur ein geringes Einkommen haben, erhalten einen höheren Zusatzbeitrag. Familien mit höherem Einkommen erhalten einen geringeren Zusatzbetrag. Die Höhe des Garantiebetrages und des Zusatzbetrages steht noch nicht fest. Die gegründete Arbeitsgruppe wird die Höhe festlegen.

Aktuell wird von einer Mindesthöhe von etwa 290 Euro ausgegangen. Der Höchstbetrag soll sich auf 573 Euro beziehen. Dieser wird für Familien mit keinem oder geringen Einkommen gezahlt.

Wann wird die Kindergrundsicherung eingeführt werden?

Die Kindergrundsicherung wird voraussichtlich 2023 eingeführt werden. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest. Für die Übergangsphase hatte die neue Bundesregierung einen Kindersofortzuschlag in Höhe von 20 Euro pro Monat beschlossen, der ab Juli 2022 für jedes Kind gezahlt werden soll.

 

TVöD: Tarifvertrag 2022, Entgelttabellen, Rechner | Oeffentlicher Dienst