Schnupfen, Heiserkeit und Kopfschmerzen bringen derzeit so manchen zum Grübeln: Habe ich Corona oder nur eine harmlose Erkältung? Die Symptome ähneln sich teilweise stark, wodurch Ärzte eine Infektion mit dem Coronavirus nicht eindeutig ausschließen können. Welche Symptome treten typischerweise bei SARS-CoV-2 auf? Gibt es Begleiterkrankungen? Bleiben einige Corona-Symptome auch nach ausgestandener Erkrankung zurück? Hier eine Übersicht.

Frau mit Medizinische Gesichtsmasken

Bildquelle: pixabay.com Tumisu | Welche sind die häufigsten Krankheitszeichen einer Infektion?

In Deutschland erfasste häufige Corona-Symptome bei Erwachsenen

Symptome Häufigkeit
Husten 40 %
Fieber 27 %
Schnupfen 29 %
Störung Geruchs- und Geschmackssinns 22 %
Pneumonie (Lungenentzündung) 1,0 %

In Deutschland erfasste häufige Corona-Symptome bei Kindern

Symptome Kinder 0 - 4 Jahre Kinder 5 - 19 Jahre
Husten 40 % 42 %
Fieber 48 % 34 %
Schnupfen 23 % 30 %
allgemeine Krankheitszeichen 18 % 30 %
Halsschmerzen 8,5 % 8,5 %

Weitere Corona-Symptome, die auftreten können

  • Atemnot
  • Appetitlosigkeit
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Halsschmerzen
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Gewichtsverlust
  • Erbrechen
  • Konjunktivitis (Bindehautentzündung)
  • Hautausschlag
  • Apathie (Teilnahmslosigkeit)
  • Lymphknotenschwellung
  • Somnolenz (Bewusstseinsstörung mit eingeschränkter Vigilanz)

Störung des Geruchs- und Geschmackssinns

Seit der 17. Kalenderwoche 2020 wird in Deutschland der Geruchs- und Geschmacksverlust als Symptom für die COVID-19-Fälle erfasst. Allerdings sei hier anzumerken, dass auf internationaler Ebene über die Hälfte der Probanden derartige Störungen beschrieben. Dies hängt vermutlich damit zusammen, dass diese Symptome intensiver im Zusammenhang mit internationalen Studien ermittelt wurden. Bei einer Corona-Infektion kann es zu einer Störung des Geruchs- und Geschmackssinns kommen. Viele Patienten beschreiben, dass sie Speisen nicht mehr richtig schmecken und Gerüche nicht mehr wahrnehmen können. Nach ausgestandener Infektion kehrt allmählich der Geruchs- und Geschmackssinn wieder zurück. Dies kann jedoch unter Umständen mehrere Wochen dauern.

Neurologische Symptome und Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus

Im Hinblick auf die neurologischen Symptome werden in erster Linie Kopfschmerzen und Schwindel beschrieben. Einige Patienten klagen auch über Verwirrtheit und weiteren vermutlich auf die neuroinvasiven Eigenschaften des Virus zurückzuführender Erkrankungen wie eine Meningitis (Hirnhautentzündung), einer akuten nekrotisierenden hämorrhagischen Enzephalopathie (Schädigungen des Gehirns mit Blutungen und Gewebsuntergang) sowie dem Guillain-Barré-Syndrom (idiopathische Polyradikuloneuritis, Lähmungen der Rumpf- und Extremitätenmuskulatur) und dem Miller-Fisher-Syndrom (entzündliche demyelinisierende Polyneuropathie, Lähmungen der Augenmuskeln, Fehlen von Reflexen, Koordinationsstörungen in der Bewegung).

Gastrointestinale Symptome einer akuten SARS-CoV-2-Infektion

Das Coronavirus kann zudem zu einer anhaltenden Appetitlosigkeit, zu Übelkeit und Erbrechen, zu Durchfällen und zu abdomineller Schmerzen führen. Des Weiteren können Symptome einer Leberfunktionsstörung auftreten.

Dermatologische Symptome und Erkrankungen

Patienten mit einer Coronavirus-Infektionen beschreiben des Öfteren auch dermatologische Erscheinungen (0,2 bis 1,2 % aller Erkrankten). Bisher wurde eine große Bandbreite an dermatologischen Manifestationen beschrieben, die von juckenden, morbilliformen Ausschlägen über Rötungen bis hin zu Papeln reichen können. Hautbläschen, Hautläsionen, die Frostbeulen ähneln sowie der Nesselsucht (Urtikaria) ähnelnden Hautausschläge sind ebenso im Repertoire. Seltener treten schwere Durchblutungsstörungen in den Akren (Körperteile, die am weitesten vom Rumpf entfernt liegen) und Gangräne (Koagulationsnekrose, Wundbrand) auf.

Symptome des Herz-Kreislauf-Systems

Bei einigen Patienten kann eine kardiale Beteiligung in Form erhöhter Troponinwerte (Eiweiß) auftreten. Ein erhöhter Wert weist auf einen Herzinfarkt hin. Zudem wird bei schweren Corona-Verläufen mit Beteiligung schwerer Atemwegsinfektionen Myokardschädigungen, Herzinsuffizienz, akute Myokardinfarkte, thromboembolische Ereignisse wie zerebrovaskuläre Embolien, Embolien der Lungenarterien, Embolien der unteren Extremitäten sowie Herzrhythmusstörungen beobachtet. Auch Kinder mit leichtem bis mäßigem Erkrankungsverlauf können unter Herz-Kreislauf-Symptome leiden.

Multiorganversagen durch Hyperinflammationssyndrom

Bei einigen Patienten mit schwerer SARS-CoV-2-Infektion wurde nach 8 bis 15 Tagen nach Beginn der Erkrankung ein Hyperinflammationssyndrom (schwere Entzündungsreaktionen) beobachtet, wobei es als Folge zu einem Multiorganversagen mit einer hohen Mortalitätsrate gekommen ist.

Nierenversagen bei Corona-Infektion

Auch die Niere kann im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 erkranken. Besonders bei schwer erkrankten COVID-19-Patienten mit künstlicher Beatmung kann es zu einem plötzlichen Nierenversagen kommen. 

Erkrankungen und Symptome der Lunge

Eines der gefürchtetsten Symptomen und Begleiterkrankungen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion ist eine Miterkrankung der unteren Atemwege, sprich der Lunge. SARS-CoV-2 verursacht sehr häufig Infektionen der Atemwege, wobei sich eine Lungenentzündung (Pneumonie) in den meisten Fällen erst in der zweiten Krankheitswoche entwickelt. Atemnot, Husten und Fieber sind die typischen Symptome einer Lungenentzündung. Im Zuge einer Corona-Infektion kann eine Pneumonie auch zu einem beatmungspflichtigen ARDS (Acute Respiratory Distress Syndrome) fortschreiten. Dies führt häufig zu einer ECMO, sprich zu einer Sauerstoffaufsättigung des Blutes außerhalb des Körpers.

Weitere auftretende Infektionen

Patenten, die an COVID-19 schwer erkrankt sind, können mitunter auch an weiteren durch Erreger ausgelösten Infektionen leiden. Insbesondere wurde eine Mitbeteiligung von Candida albicans, Aspergillus spp., Mycoplasma pneumoniae, Acinetobacter baumannii und Klebsiella pneumoniae beobachtet. Insbesondere die beiden letzteren können wegen ihrer Multiresistenz Superinfektionen auslösen, die nicht selten letal enden.

Bleibende Symptome nach einer Corona-Erkankung

Nach ausgestandener Corona-Erkrankung mit oder ohne Lungenbeteiligung können weiterhin Symptome über Wochen bis Monate bleiben oder sogar neu auftreten. Ärzte sprechen in diesem Fall über den noch nicht eindeutig definierten Begriff "Long Covid". Rund 40 Prozent der in England im Krankenhaus therapierten COVID-19-Patienten benötigten danach längerfristige Unterstützung. Bei rund 13,3 Prozent der an Coronavirus-Erkrankten wiesen diese auch noch nach vier Wochen Covid-19-Symptome auf, wie eine prospektiven Studie  zeigt. Rund 4,5 Prozent kämpften länger als acht Wochen, 2,3 Prozent sogar noch länger als 12 Wochen mit den Symptomen.

Quelle: Robert Koch-Institut stellt wichtige Hinweise zu Erkennung, Diagnostik und Therapie von patienten mit COVID-19

» Aktuelle Hinweise zum Coronavirus (PDF)

Folgende Symptome können auch nach einer Corona-Infektion vorhanden sein:

Müdigkeit Konzentrationsstörungen
starker Schwindel Merkstörungen
Erbrechen Gedächtnisprobleme
Wortfindungsstörungen Atemnot

Wie lange dauert es, bis Symptome nach einer Corona-Ansteckung auftreten?

Nach 2 bis 14 Tagen treten in der Regel die ersten Corona-Symptome auf. Der Durchschnitt beträgt jedoch drei Tage ab Ansteckung bis zum ersten Auftreten von Symptomen.

Wie viel Zeit vergeht von den ersten Corona-Symptomen bis zur Hospitalisierung?

Die Dauer bis zur Einlieferung in ein Krankenhaus wird nicht nur durch den Krankheitsverlauf bestimmt, sondern auch mitunter durch die vorhandene Infrastruktur und medizinische Versorgung. Im Durchschnitt vergehen seit Auftreten der ersten Corona-Symptome vier Tage bis zur Krankenhaus-Einlieferung. Bei etwa sieben Tagen liegt der Durchschnitt bei akutem Lungenversagen.

Wie viel Zeit vergeht, bis Patienten mit Corona auf die Intensivstation kommen?

Der mediane Durchschnitt beträgt ab dem Zeitraum der Hospitalisierung bis zur Intensivstation (ITS) gemäß dem ISARIC-Bericht (International Severe Acute Respiratory and Emerging Infections Consortium) nur einen Tag. Im Durchschnitt lagen Patienten mit SARS-CoV-2 9 Tage auf der ITS.

Wie viel Zeit vergeht von den ersten Symptomen bis zum Tod?

Gemäß einer multinationalen Fallserie wurde ein medianer Durchschnitt von 18 Tagen seit Symptombeginn bis zum Tod ermittelt. In Deutschland beträgt die Zeitspanne durchschnittlich 11 Tage.

Wie viele Personen sterben an schweren Symptomen?

Nach Auswertung der Daten aus der ersten Corona-Welle kamen Experten zum Schluss, dass die Infection Fatality Rate (IFR), die mitunter das Alter, das Geschlecht und die Gesundheitsversorgung betrachtet und das Verhältnis der Todesfälle zur Erkranktenzahl darstellt, bei den 50- bis 54-jährigen Patienten 4 von 1.000 Fälle beträgt und bei den über 90-jährigen Infizierten 174 von 1.000.

Wer kann schwere Corona-Symptome entwickeln?

Schwere Symptome und Verläufe können auch jüngere Personen ohne Vorerkrankungen entwickeln. Dennoch gibt es bestimmte Prädispositionen:

  • ältere Menschen über 70 Jahre: In Deutschland lag der Anteil an Verstorbenen über 70-Jährigen bei 86 %.
  • Männer
  • Raucher
  • Menschen mit Adipositas
  • Personen mit Down-Syndrom
  • Menschen mit Vorerkrankungen

Zu den Vorerkrankungen gehören insbesondere:

  • chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Krebs, COPD (Lungenerkrankung), Nieren- und Lebererkrankungen, Bluthochdruck, koronare Herzerkrankungen, sonstige Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystems durch beispielsweise regelmäßige Medikamenteneinnahme wie Cortison

Gelten Halskratzen und Husten als sichere Symptome für eine COVID-19-Erkrankung?

Halskratzen oder Husten gelten nicht als sichere Symptome für eine Infektion mit dem Coronavirus. Diese können auch bei einer Erkältung oder einem Schnupfen auftreten. Sollten sich jedoch kurz darauf weitere Symptome manifestieren wie Kopf- und Gliederschmerzen und Fieber, so kann dies auf eine Influenza (Grippe) oder einer Corona-Infektion hindeuten. Sollte es sich dabei um eine immungeschwächte Person handeln, so können nun Bakterien leichter in den Körper eindringen und eine bakterielle Sekundärinfektion auslösen

Sollte der Beginn der Symptome wie Halskratzen und Husten eher schleichend und langsam sein, so handelt es sich größtenteils um eine Erkältung oder einen grippalen Infekt. Allerdings gibt es auch hier keine Garantie dafür, dass nicht doch COVID-19 dahintersteckt. 

Ist Fieber ein eindeutiges Corona-Symptom?

Fieber ist kein eindeutiges Corona-Symtom. Fieber kann auch durch eine Grippe ausgelöst werden. Zudem verlaufen die meisten Corona-Infektionen mild ohne fiebrischen Verlauf. Sollte hohes Fieber plötzlich eindeuten, so deutet dies bei bestätigter Corona-nfektion auf einen schweren Verlauf hin.

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Quellennachweis:

» Epidemiologischer Steckbrief zu SARS-CoV-2 und COVID-19

 

TVöD: Tarifvertrag 2021, Entgelttabellen, Rechner | Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener