Die Gasumlage war während der Energiekrise 2022 ein wichtiges Thema für Verbraucher und Unternehmen. Die damals eingeführte Gasspeicherumlage sollte dazu beitragen, die deutschen Gasspeicher zu füllen und die Gasversorgung abzusichern. Inzwischen hat sich die Situation grundlegend verändert: Die Gasspeicherumlage wurde zum 1. Januar 2026 abgeschafft.
Weiterführende Informationen
Gaspreise in Deutschland 2026
Die Gaspreise haben sich nach den extremen Preissteigerungen während der Energiekrise wieder deutlich verändert. Nach den aktuell verfügbaren Daten des Statistischen Bundesamtes zahlten private Haushalte in Deutschland im zweiten Halbjahr 2025 durchschnittlich 12,23 Cent je Kilowattstunde Erdgas.
Damit stieg der durchschnittliche Gaspreis gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 0,8 Prozent. Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2024 war Erdgas dagegen 0,4 Prozent günstiger. Gegenüber dem zweiten Halbjahr 2021, also der Zeit vor der Energiekrise, lag der Gaspreis für Haushalte allerdings noch 79,1 Prozent höher.
Gaspreis aktuell
Der aktuell verfügbare amtliche Durchschnittswert für private Haushalte beträgt 12,23 Cent je Kilowattstunde und bezieht sich auf das zweite Halbjahr 2025. Für 2026 liegen noch keine vollständigen amtlichen Jahresdurchschnittswerte vor. Einzelne Tarife können je nach Anbieter, Region und Verbrauch deutlich vom Durchschnitt abweichen.
Die Gasspeicherumlage wurde 2026 abgeschafft
Die Gasspeicherumlage ist seit dem 1. Januar 2026 abgeschafft. Die Bundesregierung hatte die Umlage ursprünglich eingeführt, um die Kosten für die Befüllung der deutschen Gasspeicher während der Energiekrise zu finanzieren.
Die Kosten wurden über die Marktmechanismen zunächst auf die Gaslieferkette verteilt und letztlich von den Gasverbrauchern mitgetragen. Mit der Abschaffung entfällt dieser Preisbestandteil für Gasverbraucher. Die Bundesregierung geht von einer Entlastung von insgesamt mehr als drei Milliarden Euro im Jahr 2026 aus. Auf private Haushalte und sonstige Kleinabnehmer entfallen davon rund eine Milliarde Euro.
Warum wurde die Gasspeicherumlage abgeschafft?
Die Gasspeicherumlage war ursprünglich ein Instrument aus der Energiekrise. Sie sollte dazu beitragen, die Kosten für die Befüllung der Speicher zu finanzieren und damit die Versorgungssicherheit zu erhöhen.
Seit 2026 übernimmt der Bund die entsprechenden Kosten. Für Gasverbraucher bedeutet dies, dass die Gasspeicherumlage nicht mehr Bestandteil der Gasrechnung ist.
Wie hoch ist der Gaspreis pro Kilowattstunde?
Der Gaspreis hängt unter anderem vom Verbrauch, vom Tarif und vom jeweiligen Anbieter ab. Für einen Vergleich sollte deshalb zwischen amtlichen Durchschnittspreisen und konkreten Angeboten unterschieden werden.
| Zeitraum | Durchschnittlicher Gaspreis für Haushalte | Veränderung |
|---|---|---|
| 2. Halbjahr 2024 | 12,28 Cent/kWh | – |
| 1. Halbjahr 2025 | 12,13 Cent/kWh | −1,2 % |
| 2. Halbjahr 2025 | 12,23 Cent/kWh | +0,8 % |
Quelle: Statistisches Bundesamt. Die Werte beziehen sich auf durchschnittliche Preise für private Haushalte.
Was bedeutet die Abschaffung der Gasspeicherumlage für Verbraucher?
Für Verbraucher entfällt seit Januar 2026 ein Bestandteil der bisherigen Gaspreisbelastung. Die Abschaffung bedeutet allerdings nicht automatisch, dass jeder Haushalt genau um denselben Betrag weniger für Gas bezahlt. Der tatsächliche Gaspreis hängt weiterhin vom jeweiligen Vertrag, Verbrauch und Anbieter ab.
Die Bundesregierung erwartet durch die Abschaffung der Gasspeicherumlage eine Entlastung aller Gasverbraucher. Zusammen mit weiteren Maßnahmen zur Senkung der Energiekosten sollen Haushalte und Unternehmen 2026 insgesamt deutlich entlastet werden.
Was war die Gasumlage 2022?
Die Gasumlage war eine Reaktion auf die außergewöhnliche Situation am deutschen Gasmarkt im Jahr 2022. Nach dem Rückgang der russischen Gaslieferungen mussten Gasimporteure Ersatzmengen zu deutlich höheren Preisen beschaffen.
Die ursprüngliche Gasumlage sollte es betroffenen Unternehmen ermöglichen, einen Teil ihrer zusätzlichen Beschaffungskosten an die Gasverbraucher weiterzugeben. Die geplante Umlage wurde jedoch nicht dauerhaft umgesetzt. Stattdessen wurde die Gasumlage im Herbst 2022 wieder verworfen.
Wie hoch sollte die Gasumlage ursprünglich sein?
Im August 2022 wurde zunächst eine Gasumlage von 2,419 Cent je Kilowattstunde angekündigt. Sie sollte ab Oktober 2022 gelten. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden hätte dies rechnerisch zu zusätzlichen Kosten von rund 484 Euro geführt – jeweils vor Berücksichtigung der Mehrwertsteuer.
Diese ursprünglich geplante Gasumlage ist heute nicht mehr Bestandteil der Gasrechnung. Sie sollte nicht mit der späteren Gasspeicherumlage verwechselt werden.
Gasumlage und Gasspeicherumlage sind nicht dasselbe
Die 2022 diskutierte Gasumlage zur Finanzierung von Ersatzbeschaffungskosten wurde nicht dauerhaft eingeführt. Die Gasspeicherumlage war dagegen ein tatsächlich erhobener Preisbestandteil zur Finanzierung der Speicherbefüllung und wurde zum 1. Januar 2026 abgeschafft.
Die Gaspreisbremse von 2023
Als Reaktion auf die stark gestiegenen Energiepreise wurde 2023 eine Gas- und Wärmepreisbremse eingeführt. Für Haushalte und kleinere Unternehmen wurde ein bestimmtes Grundkontingent preislich begrenzt. Die Entlastung bezog sich auf 80 Prozent des prognostizierten beziehungsweise maßgeblichen Verbrauchs.
Für Erdgas wurde ein Preis von 12 Cent je Kilowattstunde für das entsprechende Grundkontingent zugrunde gelegt. Die Regelung war zeitlich begrenzt und ist heute nicht mehr gültig.
Was wurde aus der Gaspreisbremse?
Die Gaspreisbremse war eine zeitlich begrenzte Maßnahme zur Abfederung der Energiekrise. Sie ist heute nicht mehr Grundlage für die Berechnung der Gaspreise.
Aktuelle Gasrechnungen ergeben sich aus dem jeweiligen Tarif sowie den heute geltenden Steuern, Netzentgelten und weiteren Preisbestandteilen.
Warum waren die Gaspreise 2022 so hoch?
Der starke Anstieg der Gaspreise im Jahr 2022 hatte mehrere Ursachen. Eine zentrale Rolle spielte der starke Rückgang der russischen Gaslieferungen nach Europa. Gleichzeitig musste Deutschland große Mengen Gas auf dem internationalen Markt beschaffen.
Die dadurch entstandene Knappheit führte zu einem starken Anstieg der Großhandelspreise. Diese Preissteigerungen wurden zeitversetzt an Haushalte und Unternehmen weitergegeben.
Gaspreise und Inflation
Gas gehört zu den Energieprodukten, die sich direkt auf die Lebenshaltungskosten auswirken. Steigende Gaspreise können deshalb die Inflationsrate erhöhen. Das gilt insbesondere für Haushalte, die Gas zum Heizen verwenden.
Sinkende Gaspreise können dagegen dämpfend auf die Verbraucherpreise wirken. Neben dem direkten Einfluss auf die Gasrechnung können auch andere Preise betroffen sein, wenn Unternehmen ihre gestiegenen Energiekosten an Kunden weitergeben.
Historische Entwicklung der Gaspreise
Die folgende Übersicht zeigt die außergewöhnliche Entwicklung während der Energiekrise und die anschließende Beruhigung der Gaspreise.
| Zeitraum | Gaspreis | Einordnung |
|---|---|---|
| 2021 | deutlich niedriger als 2022 | Vor der Energiekrise |
| 2022 | starker Anstieg | Energiekrise |
| 2023 | rückläufig | Entspannung gegenüber 2022 |
| 2024 | weiterhin erhöht | über Vorkrisenniveau |
| 2. Halbjahr 2025 | 12,23 Cent/kWh | aktueller amtlicher Durchschnitt |
Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2021 lagen die Gaspreise für private Haushalte im zweiten Halbjahr 2025 noch 79,1 Prozent höher.
FAQ zu Gasumlage und Gaspreisen
Gibt es die Gasumlage noch?
Die 2022 diskutierte Gasumlage zur Finanzierung von Ersatzbeschaffungskosten wurde nicht dauerhaft eingeführt. Die Gasspeicherumlage wurde dagegen tatsächlich erhoben und ist seit dem 1. Januar 2026 abgeschafft.
Was ist die Gasspeicherumlage?
Die Gasspeicherumlage war ein Preisbestandteil zur Finanzierung der Kosten für die Befüllung der deutschen Gasspeicher. Sie wurde während der Energiekrise eingeführt und ist seit dem 1. Januar 2026 abgeschafft.
Wie hoch ist der Gaspreis aktuell?
Der aktuell verfügbare amtliche Durchschnittspreis für private Haushalte beträgt 12,23 Cent je Kilowattstunde im zweiten Halbjahr 2025. Aktuelle Tarife können davon je nach Anbieter und Region abweichen.
Wie hoch war die Gasumlage 2022?
Im August 2022 wurde zunächst eine Gasumlage von 2,419 Cent je Kilowattstunde angekündigt. Die ursprünglich geplante Gasumlage wurde jedoch später nicht umgesetzt.
Wie stark sind die Gaspreise seit 2021 gestiegen?
Im zweiten Halbjahr 2025 lagen die durchschnittlichen Gaspreise für private Haushalte noch 79,1 Prozent über dem Preisniveau des zweiten Halbjahres 2021.
Gibt es die Gaspreisbremse noch?
Nein. Die Gaspreisbremse war eine zeitlich begrenzte Entlastungsmaßnahme während der Energiekrise und gilt heute nicht mehr.
Stand: September 2026. Die amtlichen Gaspreise basieren auf den aktuell verfügbaren Daten des Statistischen Bundesamtes. Die Gasspeicherumlage ist seit dem 1. Januar 2026 abgeschafft.