Welche Heizung ist 2026 besonders günstig und welche Heizkosten entstehen bei Gas, Heizöl, Wärmepumpe oder Pellets? Die Antwort hängt nicht nur vom Energiepreis ab. Auch der Zustand des Gebäudes, der Wärmebedarf, die Anschaffungskosten, Wartung und mögliche Förderungen spielen eine wichtige Rolle.
Nach den starken Energiepreissteigerungen der vergangenen Jahre haben sich die Kosten teilweise wieder verändert. Gleichzeitig sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Heizungstausch 2026 neu geregelt worden. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das neue Gebäudemodernisierungsgesetz.
Weiterführende Informationen
Heizkosten 2026 im Vergleich
Die laufenden Heizkosten unterscheiden sich je nach Heizsystem deutlich. Ein direkter Vergleich allein anhand des Energiepreises reicht allerdings nicht aus. Wer eine neue Heizung plant, sollte auch die Investitionskosten, den Energieverbrauch und die Lebensdauer der Anlage berücksichtigen.
Besonders bei einer Wärmepumpe hängt die Wirtschaftlichkeit stark vom Gebäude und von der Effizienz der Anlage ab. Bei Gas- und Ölheizungen spielen dagegen die Brennstoffpreise und die zukünftige Entwicklung der CO2-Kosten eine größere Rolle.
Heizen 2026
Im Juli 2026 lagen die Preise für Erdgas einschließlich Betriebskosten 2,9 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Strom war 5,3 Prozent günstiger, während sich leichtes Heizöl gleichzeitig um 34,7 Prozent verteuerte. Die Preise können sich allerdings kurzfristig stark verändern.
Welche Faktoren bestimmen die Heizkosten?
Bei einem Heizkostenvergleich sollte nicht nur der Preis des jeweiligen Brennstoffs betrachtet werden. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel verschiedener Kosten.
| Kostenfaktor | Was ist zu berücksichtigen? |
|---|---|
| Anschaffung | Kosten für Heizgerät, Wärmeerzeuger und notwendige Komponenten. |
| Installation | Montage, Leitungen, Speicher, Schornstein oder weitere technische Anpassungen. |
| Energieverbrauch | Kosten für Gas, Heizöl, Strom, Pellets oder andere Energieträger. |
| Wartung | Regelmäßige Wartung und gegebenenfalls Reparaturen. |
| Förderung | Mögliche staatliche Förderung kann die Investitionskosten erheblich reduzieren. |
Gasheizung: laufende Kosten und Entwicklung
Gasheizungen gehören weiterhin zu den verbreiteten Heizsystemen. Die Gaspreise haben sich gegenüber den extremen Werten der Energiekrise zwar verändert, liegen aber weiterhin über dem Niveau vor der Energiekrise.
Im zweiten Halbjahr 2025 zahlten private Haushalte in Deutschland durchschnittlich 12,23 Cent je Kilowattstunde Erdgas. Gegenüber dem zweiten Halbjahr 2021 lag der Preis damit noch 79,1 Prozent höher.
Für eine neue Gasheizung sollten neben den aktuellen Gaspreisen auch langfristige Kosten berücksichtigt werden. Dazu gehören insbesondere Wartung, Netzkosten und die zukünftige Entwicklung der Kosten für fossile Brennstoffe.
Heizöl: starke Preisschwankungen
Auch beim Heizöl können die Preise innerhalb kurzer Zeit erheblich schwanken. Im Juli 2026 verteuerte sich leichtes Heizöl gegenüber Juli 2025 um 34,7 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat Juni 2026 stieg der Preis um 6,4 Prozent.
Wer mit Öl heizt, sollte deshalb nicht nur den aktuellen Literpreis betrachten. Auch der Zeitpunkt des Einkaufs und die Größe des Vorrats können die tatsächlichen Heizkosten beeinflussen.
Wärmepumpe: Stromkosten statt Brennstoffkosten
Eine Wärmepumpe nutzt Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und benötigt dafür elektrische Energie. Die tatsächlichen Heizkosten hängen deshalb stark von der Effizienz der Anlage und vom Stromverbrauch ab.
Eine Wärmepumpe kann insbesondere bei einem gut gedämmten Gebäude und einer niedrigen Vorlauftemperatur wirtschaftlich arbeiten. Deshalb sollte vor der Anschaffung nicht nur die Leistung der Wärmepumpe, sondern das gesamte Heizsystem betrachtet werden.
Nach einer aktuellen Heizkostenprognose von co2online können Wärmepumpen über einen Zeitraum von 20 Jahren gegenüber fossilen Heizungen deutliche Kostenvorteile erreichen. Die konkrete Wirtschaftlichkeit hängt allerdings vom Gebäude, der Anlage und den Energiepreisen ab.
Pelletheizung und Holzheizung
Pelletheizungen und andere Biomasseheizungen können eine Alternative zu fossilen Heizungen sein. Die laufenden Kosten hängen vor allem von den Preisen für Pellets beziehungsweise Brennholz und vom Wärmebedarf des Gebäudes ab.
Bei der Entscheidung sollten auch Lagerraum, Wartungsaufwand und die Kosten für die Heizungsanlage berücksichtigt werden. Eine Pelletheizung ist deshalb nicht automatisch die günstigste Lösung, nur weil der Brennstoffpreis niedriger sein kann.
Fernwärme
Fernwärme unterscheidet sich von einer eigenen Heizungsanlage dadurch, dass die Wärme über ein Wärmenetz bereitgestellt wird. Für den Haushalt entfällt dadurch beispielsweise die eigene Wärmeerzeugung im Gebäude.
Die Kosten können regional sehr unterschiedlich sein. Neben dem Arbeitspreis können Grund- oder Leistungspreise sowie weitere Vertragsbestandteile anfallen. Deshalb sollte vor einem Anschluss immer der konkrete Fernwärmetarif geprüft werden.
Neue Heizung 2026: Was gilt aktuell?
Seit dem 29. Juli 2026 gilt das neue Gebäudemodernisierungsgesetz. Es ersetzt das bisherige Gebäudeenergiegesetz und gestaltet die Vorgaben für neue Heizungen technologieoffener.
Die frühere pauschale Vorgabe, dass neue Heizungen mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen müssen, ist entfallen. Eigentümer können damit grundsätzlich wieder stärker selbst entscheiden, welches Heizsystem für ihr Gebäude geeignet ist. Möglich sind unter anderem Wärmepumpen, Fernwärme, Biomasseheizungen, hybride Systeme sowie weiterhin Gas- und Ölheizungen.
Gleichzeitig bleibt das Ziel bestehen, den Gebäudebereich langfristig klimafreundlicher zu gestalten. Für fossile Brennstoffe gelten deshalb weitere Vorgaben, unter anderem zur schrittweisen Beimischung klimafreundlicher Brennstoffe ab 2029.
Welche Heizung wird 2026 gefördert?
Die staatliche Förderung für den Heizungstausch wird 2026 fortgeführt. Die Förderbedingungen wurden im Juli 2026 angepasst. Unter anderem wurde der Einkommensbonus neu gestaffelt und ein Kinderzuschlag eingeführt.
Für Haushalte mit einem Einkommen unter 30.000 Euro kann der Einkommensbonus bis zu 40 Prozent betragen. Bei Einkommen bis 40.000 Euro sind weiterhin 30 Prozent möglich, bei Einkommen bis 50.000 Euro zehn Prozent. Zusätzlich kann ein Kinderzuschlag berücksichtigt werden.
Auch die Höhe der förderfähigen Kosten wurde angepasst. Für den Heizungstausch werden maximal 28.000 Euro berücksichtigt; dieser Förderdeckel soll anschließend schrittweise weiter sinken.
Heizkosten berechnen
Für eine einfache Berechnung der jährlichen Heizkosten wird der jährliche Energieverbrauch mit dem jeweiligen Energiepreis multipliziert.
Grundformel
Jährliche Heizkosten = Energieverbrauch × Energiepreis
Beispiel: Bei einem Verbrauch von 18.000 kWh und einem Energiepreis von 12 Cent/kWh ergeben sich rechnerisch 2.160 Euro Energiekosten. Weitere Kosten wie Grundpreis, Wartung oder Schornsteinfeger sind dabei noch nicht berücksichtigt.
Warum sind alte Heizkostenvergleiche nur eingeschränkt aussagekräftig?
Heizkostenvergleiche aus den Jahren 2020 bis 2023 lassen sich nicht ohne Weiteres auf 2026 übertragen. Die Energiepreise haben sich verändert, gleichzeitig wurden gesetzliche Vorgaben und Förderbedingungen mehrfach angepasst.
Auch die ursprünglichen Angaben auf dieser Seite zu Gas, Heizöl, Wärmepumpe und Pellets stammen teilweise aus der Zeit der Energiekrise und sind deshalb heute keine verlässliche Grundlage für eine Investitionsentscheidung.
Historische Heizkostenangaben aus den Jahren 2019 bis 2023
Die ursprüngliche Version dieser Seite enthielt umfangreiche Heizkostenvergleiche aus den Jahren 2019 bis 2023. Diese Werte bleiben als historische Informationen erhalten, werden aber nicht mehr als aktuelle Preisangaben verwendet.
Das gilt insbesondere für die früher genannten Gaspreise, Heizölpreise und Beispielrechnungen sowie für die damaligen Kosten der Strom- und Gaspreisbremse.
Richtig heizen und Heizkosten sparen
Auch ohne einen Heizungstausch lassen sich Heizkosten beeinflussen. Eine angemessene Raumtemperatur, richtiges Lüften und ein möglichst effizienter Betrieb der Heizungsanlage können den Energieverbrauch reduzieren.
Besonders bei älteren Gebäuden kann außerdem die Dämmung von Dach, Fassade oder Kellerdecke einen erheblichen Einfluss auf den Wärmebedarf haben. Vor einer neuen Heizungsanlage sollte deshalb geprüft werden, ob zunächst der Energiebedarf des Gebäudes reduziert werden kann.
FAQ zum Heizkostenvergleich
Welche Heizung ist 2026 am günstigsten?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Heizkosten hängen vom Gebäude, Wärmebedarf, Energiepreis und der Effizienz der Heizungsanlage ab. Bei einem gut geeigneten Gebäude kann eine Wärmepumpe langfristig besonders wirtschaftlich sein. Auch andere Heizsysteme können je nach Ausgangssituation sinnvoll sein.
Ist eine Wärmepumpe 2026 noch sinnvoll?
Eine Wärmepumpe kann insbesondere bei gut gedämmten Gebäuden und niedrigen Vorlauftemperaturen wirtschaftlich arbeiten. Ob sie im konkreten Gebäude sinnvoll ist, sollte anhand des Wärmebedarfs und der technischen Voraussetzungen geprüft werden.
Kann man 2026 noch eine Gasheizung einbauen?
Ja. Mit dem seit 29. Juli 2026 geltenden Gebäudemodernisierungsgesetz können weiterhin auch Gas- und Ölheizungen eingebaut werden. Für fossile Brennstoffe gelten allerdings weitere gesetzliche Vorgaben und langfristige Klimaschutzanforderungen.
Wie hoch sind die Heizkosten für ein Einfamilienhaus?
Die Heizkosten hängen vor allem vom Gebäude, der Wohnfläche, dem energetischen Zustand und dem jährlichen Wärmebedarf ab. Deshalb kann ein pauschaler Betrag für ein Einfamilienhaus nicht seriös genannt werden.
Welche Kosten müssen beim Heizungstausch berücksichtigt werden?
Neben dem Heizgerät selbst können Kosten für Installation, Leitungen, Speicher, Umbauten, Wartung und weitere technische Komponenten entstehen. Mögliche Förderungen sollten bei der Berechnung ebenfalls berücksichtigt werden.
Gibt es 2026 noch eine Förderung für den Heizungstausch?
Ja. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude wird 2026 fortgeführt. Die Förderbedingungen wurden im Juli 2026 angepasst. Höhe und Voraussetzungen hängen unter anderem von der Heizungsart, den Kosten und dem Haushaltseinkommen ab.
Stand: September 2026. Die Seite berücksichtigt die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Heizungstausch sowie die verfügbaren Preisangaben für Gas, Strom und Heizöl. Energiepreise können sich laufend verändern.