In Anbetracht der Bemühungen, Deutschland unabhängiger vom russischen Gas zu machen, sollen die privaten Haushalte nach dem Willen von Wirtschaftsminister Habeck ihre Gasheizungen überprüfen lassen. Was dieser Plan für Verbraucher bedeutet, erfahren Sie nachfolgend.

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Das neue Paket zum Energiesparen birgt einen Heizungscheck

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) stellte Ende Juli 2022 sein neues Paket zum Energiesparen vor, was unter anderem auch Maßnahmen für Immobilieneigentümer enthält. Künftig sollen diese, sofern ihre Immobilie mit Erdgas beheizt wird, einen sogenannten Heizungscheck machen lassen. Dabei wird die Heizungsanlage überprüft und ein hydraulischer Abgleich vorgenommen. Der Heizungscheck soll verpflichtend und bis spätestens zum Jahreswechsel 2023/24 abgeschlossen sein.

Die Kosten für den Check tragen die Immobilieneigentümer

Der vollständige Check der Heizungsanlage dauert etwa eine Stunde und kostet rund 120 Euro. Das ist aber noch nicht alles. Hinzu kommt der hydraulische Abgleich, der zwischen 650 und 1.250 Euro für ein Einfamilienhaus kosten wird. Mehrfamilienhäuser können höhere Preise haben. Des Weiteren ist für Gebäude mit einer zentralen Wärmeversorgung auch ein Austausch ungesteuerter Heizungspumpen vorgesehen, da sie als große Energiefresser gelten. 

Konkrete Gespräche stehen an

Wirtschaftsminister Habeck will mit dem Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) die genaue Umsetzung besprechen. Frank Ebisch vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) erklärt: 

"Die vorgeschlagenen Effizienz- und Einsparmaßnahmen wie Heizungscheck, hydraulischer Abgleich und Pumpenaustausch werden in den kommenden Wochen Schritt für Schritt umgesetzt. Jetzt stehen die Gespräche für die konkrete Ausgestaltung dieser Maßnahmen an".

Warum steckt hinter dem Heizungscheck?

Ebisch teilt dazu mit: „Ein standardisierter Heizungscheck zeigt Schwachstellen und Effizienzpotenziale an Heizungsanlagen auf. Der Kunde erhält eine übersichtliche Auflistung der Schwachstellen seiner Heizung und die Optimierungsempfehlungen. Bereits kleinere Verbesserungen und Optimierungen bringen Erfolge." Auch wenn eine Heizungsanlage ohne Probleme funktioniert, so kann es dennoch sein, dass diese zu viel Energie verbraucht. 

Welche Vorteile soll der hydraulische Abgleich bringen?

Die Durchführung des hydraulischen Abgleichs soll Schwachstellen in der Wärmeversorgung aufdecken. Der Abgleich sorgt dafür, dass Heizkörper in einem Gebäude bestmöglich und gleichmäßig mit Wärme versorgt werden können. Dazu soll der Durchfluss der Heizkörper begrenzt werden. Der Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI) erklärt dazu: "Ohne hydraulischen Abgleich kommt es zu Zeiten großen Wärmebedarfs, also wenn alle Mieter eines Hauses aufstehen und in angenehmer Temperatur frühstücken möchten, vorübergehend zu einer Unterversorgung der entfernt liegenden Heizkörper, meist derjenigen im Dachgeschoss". Dies bedeutet also, dass bei einem hydraulischen Abgleich alle Heizkörper im Haus der gleiche Durchfluss zur Verfügung steht.

Wie schnell kann eine Prüfung der Heizungsanlage erfolgen?

Die Energieexpertin des Eigentümerverbandes Haus & Grund, Corinna Kodim, schätzt, dass nicht alle Kunden sofort bedient werden können. Es werden sich längere Wartezeiten ergeben, sogar so lange, dass eventuell selbst in der vorgeschriebenen Zeit bis zum Winter 2023 / 2024 eine Überprüfung, geschweige denn eine Modernisierung de Heizungsanlage nicht möglich sein wird.

Was sollten Eigentümer jetzt tun?

Eigentümer von Immobilien sollten die regelmäßige Wartung ihrer Heizungsanlage durchführen lassen. Schon das kann Energie einsparen. Sollte die Gasheizung älter als 20 Jahre alt sein. so sollten Eigentümer sich bereits jetzt mit Optimierungsmöglichkeiten befassen.

 

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