Am 16. November 2021 wird der Marburger Bund (MB) zusammen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) für die rund 55.000 Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern in die zweite Verhandlungsrunde gehen. Dabei sind 5,5 Prozent mehr Gehalt sowie Verbesserungen bei der Rufbereitschaft und den Bereitschaftsdiensten gefordert. Außen vor bleiben Ärzte an Gesundheitsämtern, den sogenannten ÖGD-Ärzte. Diese sollen - wenn es nach den kommunalen Arbeitgebern geht - keinen eigenen Tarifvertrag erhalten. Anders hingegen verlief die bereits stattgefundene Tarifrunde für die Vivantes-Ärzte. Diese können sich über insgesamt 6,5 Prozent mehr Entgelt freuen. 

Tarifrunde 2021 für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern (TV Ärzte/VKA)

Am 14. Oktober 2021 begann die Tarifrunde 2021 für die Ärzte an kommunalen Krankenhäusern, die von der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und die Gewerkschaft Marburger Bund geführt wird. Die erste und zweite Verhandlungsrunde am 16. November 2021 wurden ergebnislos auf den 16. Dezember vertagt. Gefordert werden von der Gewerkschaft Marburger Bund für die rund 55.000 Ärztinnen und Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern folgende Eckpunkte:

  • + 5,5 % zum 01.10.2021
  • Laufzeit 12 Monate
  • Neuregelung der Rufbereitschaft
  • Anhebung des Zuschlags zur Rufbereitschaft
  • Bereitschaftszeit oder Rufbereitschaft an höchstens 2 Wochenenden im Kalendermonat
  • weiterer Dienst nur im Notfall

Die Arbeitgeber lehnten in der ersten Verhandlungsrunde die Forderungen als nicht finanzierbar ab.

Ärzte im Einsatz - oft unter Dauerstress

Bild: Ärzte im Einsatz - oft unter Dauerstress

Tarifrunde für Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD-Ärzte)

Bereits seit längerer Zeit wird für die Ärztinnen und Ärzte ein arztspezifischer Tarifvertrag gefordert, der die Ärzte mit ihren Kollegen in den kommunalen Krankenhäusern sowie im Medizinischen Dienst der Krankenver­sicherung gleichstellt. Nun haben sich der Marburger Bund (MB) und der Bundes­verband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) an die Länderminister für Ge­sundheit und Finanzen gewandt, um dieser Forderung erneut Ausdruck zu verleihen.

Bereits im vergangenen September hatten der Bund und die Länder eine Förderung des ÖGDs mit einem "Pakt für den Öffent­li­chen Gesundheitsdienst" beschlossen. Dabei wurde der Fokus insbesondere auf eine verbesserte Personalgewinnung gelegt. Zudem sollte ein Tarifvertrag geschaffen werden, denn Fachärzte im ÖGD verdienen etwa 1.500 Euro weniger als Ärzte an kommunalen Krankenhäusern. 

Tarifergebnis für ärztliche Beschäftigte bei Vivantes 2021 (Vivantes-Ärzte)

Rückwirkend zum 01.05.2021 soll der neue Tarifabschluss für die rund 2.500 bei Vivantes beschäftigten Ärzte gelten, der am 27.10.2021 von der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, dem Kommunalen Arbeitgeberverband Berlin (KAV Berlin) und Vivantes erzielt wurde. 

Dabei wurden folgende Eckpunkte festgelegt:

  • Entgelterhöhung von insgesamt 6,3 % 
  • Laufzeit 32 Monate
  • + 1,8 % rückwirkend zum 01.06.2021
  • + 2,5 % ab 01.05.2022 
  • + 2,0 % zum 01.01.2023

Zudem gibt es Verbesserungen im Bereitschaftsdienstentgelt, der Wechselschicht- und Schichtzulage sowie der Einsatzzuschläge im Rettungsdienst.


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TVöD: Tarifvertrag 2021, Entgelttabellen, Rechner | Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener