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Die Deutsche Bank hat entschlossen, sich von der Postbank zu trennen. Die Postbank erhält nach dem Verkauf durch die Deutsche Post vor sechs Jahren an die Deutsche Bank erneut einen neuen Eigentümer. Für Kunden der Postbank könnte es demnach erneut eine Umstellung geben. Der neue Eigentümer steht bisher noch nicht fest. Spekulationen zufolge könnte es sich um die Commerzbank, die Hypo Vereinsbank, die BNP Paribas und die Banco Santander handeln.

Filialen der Postbank sollen bleiben bestehen

Sollte die Commerzbank die Postbank kaufen, so könnte die Commerzbank zu einem Marktführer im Privatkundengeschäft heranwachsen. Bei der Hypo Vereinsbank wäre es ähnlich. Diese würde durch die Einspeisung der Postbank ein flächendeckendes Netz an Banken erhalten, was sie noch attraktver bei Kunden machen würde. Die BNP und die Santander könnten durch die Postbank in das Privatkundengeschäft einsteigen.

Egal welche Bank als neuer Eigentümer der Postbank letzten Endes eingetragen wird, die Filialen der Postbank sollen bestehen bleiben. Diese hält derzeit 1.100 Finanzcenter und 4.500 Partner-Filialen der Deutschen Post. Der Deutsche Post-Konzern unterhält lediglich Postagenturen. Große Post-Filialen, in denen die Postbank untergebracht ist, sind auch der Postbank zugehörig, bis auf wenige Ausnahmen. Die Deutsche Post und die Postbank haben einen Vertrag abgeschlossen, bei dem die Deutsche Post in der Postbank ihre Dienstleistungen anbieten darf. Dieser Vertrag endet erst im Jahr 2020. Demzufolge ist es eher unwahrscheinlich, dass die Filialen der Postbank geschlossen werden.

Änderungen bei der Kontoverbindung noch unklar

Für Postbankkunden steht es noch in den Sternen, ob sie eine neue Kontoverbindung erhalten werden. Zwar hat die Postbank eine eigene Rechtsnorm inne und demnach eigene Bankleitzahlen, die bei einem Verkauf bestehen bleiben würden, jedoch kann sich durchaus die Kontoverbindung ändern. Dieser Fakt ist bei einem Verkauf noch unklar.

Geldautomaten bleiben bestehen

Kunden der Postbank können innerhalb der Stadt weiterhin an den Automaten der Postbank und auch an allen anderen Automaten der Cash-Group Geld abheben. Zur Cash-Group gehören die Deutsche Bank, die Commerzbank, die Hypo Vereinsbank, die Norisbank und auch das Bremer Bankhaus Neelmeyer. An diesen Automaten können Kunden der Postbank weiterhin kostenfrei ihr Geld abheben. Auf dem Land sind Postbank-Filialen eher dünnflächiger aufgestellt. Hier können Kunden auf Tankstellen von Shell zurückgreifen und dort Geld abheben.

Eine Ausnahme gäbe es bei einer Übernahme durch die Santander. Die Santander ist kein Mitglied der Cash-Group, sondern Mitglied von Cashpool, der Konkurrenzgruppe. Hier könnten Postbankkunden dann Geld bei den Automaten der Spardabank, der Targobank und der BBBank abheben.  

Bausparkasse BHW könnte aufgelöst werden

Anders sieht es bei der Bausparkasse BHW aus, die ebenso zur Postbank gehört. Die Deutsche Bank hatte die BHW, die als Abkürzung für „Beamtenheimstättenwerk“ steht, nicht in ihre eigene Produktpalette eingespeist und neu firmiert. Ob nun ein neuer Eigentümer dies ändern wird, ist unklar. Die Commerzbank und die Hypo Vereinsbank unterhalten bisher keine eigenen Bausparkassen. Die beiden Banken arbeiten in diesem Bereich mit anderen Partnern zusammen. Bei der Santander und der BNP ist es ähnlich. Bei beiden Banken ist eine Bausparkasse sogar im Heimatland unbekannt. Des Weiteren verzeichnen Bausparkassen derzeit keine steigenden Umsatzzahlen, was die Entscheidung für den Erhalt der BHW noch schwieriger macht.

Online-Banking könnte in der Form bestehen bleiben

Bei dem Bereich Online-Banking sieht es anders aus. Hier ist die Postbank Spitzenreiter in Sachen Multi-Kanalfähigkeit. Kunden der Postbank können einen Zugang zur Postbank mittels Filiale, Telefon, Brief, Internet und via App erhalten.  Es ist daher sehr unwahrscheinlich, dass der neue Eigentümer diese Fähigkeit der Postbank abschalten wird.

Erhalt der Wertpapier-Depots hängt von Käufer ab

Bei den Wertpapier-Depots ist es eher fraglich, was damit passieren würde. Generell hat die Postbank eine größere Anzahl von Kundendepots vorzuweisen, die jedoch nicht den größten Gewinn der Postbank ausmachen. Die BNP könnte die Wertpapier-Depots bei der Consorsbank unterbringen, die Commerzbank und die Hypo Vereinsbank hingegen könnten die Depots auflösen und stattdessen diese in ihr eigenes Depotangebot integrieren. Bei der Santander ist es ebenso nicht klar, welche Strategie sie verfolgen würden.

Versicherungen der Postbank bleiben bestehen

Postbank-Kunden, die eine Versicherung über einen Berater der Postbank abgeschlossen haben, brauchen keine Angst haben, dass ihre Versicherung aufgelöst wird. Diese bleibt weiterhin bestehen. Die Versicherungen, die durch die Postbank abgeschlossen wurden, sind keine eigenen Versicherungen, die der Bank gehören, sondern sind den Vertragspartnern zuzurechnen. Der größte Anteil der Postbank-Kunden könnte sich auf den Talanx-Konzern (HDI) verteilen, der im Jahr 2007 die Versicherungssparte der Postbank übernommen hatte.

 

TVöD: Tarifvertrag 2018/ 2019, Entgelttabellen, Rechner | Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener