Am 01.09.2020 startet bei der Bundeswehr das Zusatzangebot "Dein Jahr für Deutschland", bei dem sich junge Menschen für den neuen "Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz" bewerben können. Entscheidend ist dabei, dass sich Bewerber nicht für einen Auslandseinsatz verpflichten müssen. Sie bleiben sozusagen während der Ausbildung im Land und absolvieren einen heimatnahen Einsatz.

An wen richtet sich die neue Bundeswehr-Ausbildung?

Die Voraussetzungen für die Ergreifung des neuen freiwilligen Wehrdienstes der Bundeswehr wären:

  • Mindestalter ab 17 Jahren
  • deutsche Staatsbürgerschaft
  • Erfüllung der Schulpflicht
  • gesundheitliche und charakterliche Eignung
  • Motivation und bürgerschaftliches Engagement

Wie viele Plätze werden vergeben?

Insgesamt werden zunächst 1.000 Plätze vergeben. Bereits vor dem 01. September haben sich 1.800 Personen beworben, von denen bereits 800 ein Beratungsgespräch absolviert haben, wie das Verteidigungsministerium angibt.

Wie lange dauert der neue freiwillige Wehrdienst bei der Bundeswehr?

Die Dauer der Ausbildung beträgt sieben Monate, insgesamt beträgt der Dienst ein Jahr. Die ersten sieben Monate werden am Stück, die restlichen fünf Monate in Teilen innerhalb der nächsten sechs Jahre geleistet. Die dreimonatige militärische Grundausbildung werden die Freiwilligen in Einheiten der Streitkräftebasis absolvieren, woran sich die Dienstpostenausbildung zum Sicherungssoldaten bzw. -soldatin in Berlin, Wildflecken oder Delmenhorst anschließt. Es werden in dieser Ausbildungsetappe bereits Kontakte zur Heimatregion geknüpft. Danach verpflichtet sich die Person für sechs Jahre in einer regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanie.

Im April 2021 wird die Ausbildung starten, danach immer zu Beginn jedes neuen Quartals. Diese soll dann, laut Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer, mit dem Privatleben gut vereinbar sein. Im Katastrophenfall würden die Freiwilligen dann eingesetzt werden können, beispielsweise beim Auf- und Abbau von Testeinrichtungen während der Corona-Pandemie.

Wird die Ausbildung vergütet?

Die neue Bundeswehr-Ausbildung wird mit rund 1.400 Euro bis 1.550 pro Monat als Einstiegsgehalt vergütet. Der aktive Reservistendienst wird pro Tag mit etwa 87 Euro netto vergütet  (gemäß bundeswehrkarriere.de).

Welcher Unterschied besteht zum gewöhnlichen freiwilligen Wehrdienst?

Freiwilliger Wehrdienst Heimatdienst Gewöhnlicher freiwilliger Wehrdienst
  • Ausbildung 7 Monate
  • danach für 5 Monate in 6 Jahren Reserveübungen und Einsätze
  • Einsatz in Streitkräftebasis
  • heimatnaher Einsatz
  • Einstiegsgehalt rund 1.400 - 1.550 € später mindestens 87 € netto pro Tag pro aktiven Reservisten Tag
  • kein Auslandseinsatz
  • Dienstzeit zwischen 7 bis 23 Monaten wählbar
  • Einsatz in Teilstreitkraft oder Organisationsbereich nach Wahl
  • bundesweiter Einsatz
  • Einstiegsgehalt etwa 1.400 € netto
  • Bereitschaft zu Auslandseinsätzen ab einer Dienstzeit von über 12 Monaten

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TVöD: Tarifvertrag 2020, Entgelttabellen, Rechner | Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener