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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterschrieb am 14. August 2017 das Gesetz zum Ausbau des Unterhaltsvorschusses für Alleinerziehende. Es ist rückwirkend zum 01. Juli 2017 in Kraft getreten.
Besonders Alleinerziehende sollen besser gestellt werden. Somit können sie rückwirkend zum 1. Juli 2017 einen Unterhaltsvorschuss für ihr Kind bis zum 18. Lebensjahr erhalten. Die bisherige Maximaldauer für den Bezug von Unterhalt in Höhe von 72 Monaten entfällt.

Unterhaltsvorschuss 2018 fast verdoppelt

Gemäß Medienangaben, die sich auf einen Bericht des Bundesfamilienministeriums stützen, ist im Jahr 2017 die Anzahl an Kinder, die einen Unterhaltsvorschuss erhalten, um 75 Prozent gestiegen. So wurde Mitte 2017 ein Unterhaltsvorschuss für 414.000 Kinder gezahlt. Ende März 2018 waren es bereits 714.000 Kinder. Grund für den massiven Anstieg ist die Ausweitung der gesetzlichen Regelungen für den Unterhaltsvorschuss aus dem Jahr 2017.

Wer erhält einen Unterhaltsvorschuss?

Einen Unterhaltsvorschuss erhält nur dasjenige Kind, welches bei einem Elternteil lebt und dieser keinen Unterhalt von dem anderen Elternteil für das Kind bekommt. Vor der Neuregelung waren die Anspruchsvoraussetzungen so geregelt, dass nur Unterhalt für höchstens 72 Monate lang für Kinder bis zwölf Jahren geleistet werden musste. Nun wurden die Ansprüche ausgeweitet, so dass nun auch Kinder bis zum 18. Lebensjahr einen Unterhaltsvorschuss ohne Begrenzung der Leistungsdauer erhalten können.

Insgesamt beliefen sich die Ausgaben des Unterhaltsvorschusses für den Staat im Jahr 2017 auf 1,1 Milliarden Euro. Bisher wurden nur rund 209 Millionen Euro zurückgezahlt.

Infografik: Anspruch auf Unterhaltsvorschuss

Der neue Unterhaltsvorschuss 2018 

Gemäß dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ergeben sich aktuell folgende Sätze:

  • Kinder von 1 - 5 Jahren erhalten 154 Euro
  • Kinder von 6 - 11 Jahren erhalten 205 Euro
  • Kinder von 12 - 17 Jahren erhalten 273 Euro

Infografik: Höhe des Unterhaltsvorschusses

Unterhaltsvorschuss bei Kindern ab 12 Lebensjahren

Kinder nach der Vollendung des 12. Lebensjahres dürfen für den Bezug von einem Unterhaltsvorschuss nicht selbst auf Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) angewiesen sein. Das Gleiche gilt für Alleinerziehende, die neben ihrem SGB II-Bezug eigene Einkünfte in Höhe von mindestens 600 Euro brutto monatlich erzielen.
Damit wird der Staat für alle Kinder einen Unterhaltsvorschuss zahlen, die keine Unterhaltszahlungen erhalten. Der Unterhaltsvorschuss kann beim zuständigen Jugendamt beantragt werden. Dabei kann der Antrag für die Zeit ab 01. Juli 2017 auch noch im September 2017 gestellt werden.

Unterhaltsvorschuss beantragen: Die wichtigsten Städte von A - Z

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 Infografik: Wo Unterhaltsvorschuss beantragen

Erklärfilm: Was ist neu am Unterhaltsvorschuss?

Quelle: youtube.com

Text: spiegel.de, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

 

TVöD: Tarifvertrag 2018/ 2019, Entgelttabellen, Rechner | Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener