So wirkt die Steuerreform 2028 auf Ihren Geldbeutel

Die geplante Steuerreform 2028 bringt deutliche Verschiebungen bei Abgaben und Entlastungen. Während Geringverdiener und Familien mit mittlerem Einkommen leicht profitieren, müssen Singles und Haushalte mit hohem Einkommen mit Mehrbelastungen rechnen. Grund dafür ist vor allem die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung.

Die folgende Tabelle zeigt die Netto-Veränderung pro Jahr im Vergleich zum Status Quo 2026. Ein Minus bedeutet Mehrbelastung, ein Plus bedeutet Entlastung.

Die 6 wichtigsten Änderungen der Reform 2028

  • 1. Höhere Beitragsbemessungsgrenze: Kranken- und Rentenversicherung werden teurer. Das trifft vor allem Gutverdiener ab ca. 5.000€ Brutto.
  • 2. Familienentlastungsgesetz: Kinderfreibetrag und Kindergeld steigen. Deshalb profitieren Haushalte mit Kindern.
  • 3. Kalte Progression wird abgebaut: Geringverdiener rutschen nicht mehr so schnell in höhere Steuerklassen.
  • 4. Rentenbeitrag steigt auf 19,9%: Der allgemeine Beitragssatz in der Rentenversicherung klettert von 18,6% auf 19,9%. Das trifft vor allem Gutverdiener, da gleichzeitig auch die Beitragsbemessungsgrenze steigt.
  • 5. Höhere Krankenversicherung: Auch die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung wird angehoben. Deshalb steigt die monatliche Belastung für Besserverdiener ab ca. 5.000€ Brutto deutlich.
  • 6. Familienentlastungsgesetz: Kinderfreibetrag und Kindergeld steigen. Deshalb profitieren Haushalte mit Kindern.

Wichtig: Ein geplanter zusätzlicher Beitrag von 0,5% für die "Kapitalrente" ab 2028 ist in den Zahlen noch nicht enthalten. Sollte er kommen, steigt die Belastung nochmal.

Das Ergebnis: Eine Umverteilung von oben nach unten und von kinderlos zu Familien.

Was können Sie jetzt tun?

Wenn Sie zu den Verlierern gehören:
Prüfen Sie, ob Sie Ausgaben in Vorsorge, Kinderbetreuung oder Fortbildung steuerlich geltend machen können. Auch ein Wechsel der Steuerklasse bei Ehepaaren kann sich 2028 lohnen.

Wenn Sie zu den Gewinnern gehören:
Nutzen Sie die Entlastung z.B. für zusätzliche Altersvorsorge. Der Freibetrag steigt, aber die Rentenlücke bleibt.

Gewinner und Verlierer der Steuerreform 2028

Netto-Veränderung pro Jahr im Vergleich zu 2026

Haushaltstyp & Monatliches Brutto Einkommen Veränderung pro Jahr
Paar, 2 Kinder
7.000 € + 7.000 €
- 1.045 €
Single, kinderlos
9.000 €
- 904 €
Single, kinderlos
6.000 €
- 242 €
Single, kinderlos
3.000 €
- 9 €
Alleinerz., 1 Kind
4.000 €
+ 103 €
Paar, 2 Kinder
5.000 € + 5.000 €
+ 148 €
Verlierer Gewinner

Quelle: Berechnung Prof. Frank Hechtner, FAU Erlangen-Nürnberg

Fazit: Besonders belastet werden Besserverdiener ohne Kinder. Gewinner sind hingegen Alleinerziehende und Paare mit Kindern und mittlerem Einkommen. Die Reform zielt damit klar auf eine Umverteilung zugunsten von Familien.

Häufige Fragen zur Steuerreform 2028

Ab wann gilt die Steuerreform 2028?

Die Reform soll zum 01.01.2028 in Kraft treten. Die ersten Abrechnungen mit den neuen Werten kommen also im Februar 2028.

Warum müssen Singles mehr zahlen?

Weil sie nicht von den höheren Kinderfreibeträgen profitieren und durch die angehobene Beitragsbemessungsgrenze prozentual stärker belastet werden.

Sind die Zahlen in der Tabelle brutto oder netto?

Die Werte sind Brutto-Veränderungen pro Jahr. Inflation ist nicht berücksichtigt.

Zur Methodik: Die Berechnungen basieren auf dem Modell von Prof. Frank Hechtner, FAU Erlangen-Nürnberg, Stand September 2026. Grundlage sind die aktuellen Gesetzentwürfe.
Quellen:
1. Berechnungsmodell: Prof. Dr. Frank Hechtner, FAU Erlangen-Nürnberg. Zur Person
2. Körperschaftsteuersenkung ab 2028: KPMG Tax News Steuersätze 2028-2032
3. Jahressteuergesetz 2026 Referentenentwurf: DIHK Mindestbesteuerung ab 2028
4. Offizielle Infos: Bundesfinanzministerium bundesfinanzministerium.de

Familienentlastungsgesetz: Kinderfreibetrag und Kindergeld steigen. Deshalb profitieren Haushalte mit Kindern.