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Für Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst gibt es hinsichtlich der Krankenversicherung spezielle Regelungen. Beamte erhalten nicht, wie andere Arbeitnehmer, einen Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung – stattdessen wird ihnen ein Teil der Kosten von der Beamtenbeihilfe zurück erstattet. Sie müssen demnach nur noch die Differenzkosten versichern – dies ist über die private Krankenversicherung über die speziell für Beamte eingerichteten Beihilfetarife möglich.

Beamte müssen sich zusätzlich zu ihrer Absicherung durch die Beihilfe des Dienstherrn krankenversichern. Dies erfolgt in der Regel durch einen Abschluss einer privaten Krankenversicherung, kurz PKV.
Gemäß der Angaben des Bafin waren im Jahr 2015 47 Krankenversicherungsunternehmen (Kranken-VU) auf dem deutschen Markt tätig, welche zusammen einen Marktanteil von 22,6 % aller Versicherungskategorien wie Pensionskassen (1,1 %), Sterbekassen (0,1 %), Lebensversicherungsunternehmen (Lebens-VU, 16,2 %),  Schaden- und Unfallversicherungsunternehmen (Schaden-/Unfall-VU, 52,4 %) und Rückversicherungsunternehmen (Rück-VU, 7,6 %), hatten.
Beamte, Soldaten und Richter sowie alle anderen Personen, die sich privat versichern möchten und müssen, stehen also derzeit 47 PKV zur Verfügung. Diese unterscheiden sich vor allem in den Beiträgen und Leistungen. Ein privater Krankenversicherung-Vergleich für Beamte lohnt demnach.

Gemäß statista ergeben sich folgende Marktanteile der besten 30 privaten Krankenversicherungen:

Marktanteil der privaten Krankenversicherer im Jahr 2014 nach Anzahl der Versicherten

PKV

Anzahl der Versicherten in %

PKV

Anzahl der Versicherten in %

Debeka

25,73 % Inter 1,63 %

DKV

9,45 % Universa 1,63 %

Axa

8,96 % Deutscher Ring 1,52 %

Allianz

7,25 % UKV 1,14 %

Signal

5,39 % Münchener Verein 0,96 %

Huk Coburg

4,55 % LVM 0,84 %

Central

4,43 % Alte Oldenburger 0,54 %

Continentale

4,05 % Pax-Familienfürsorge 0,51 %

Bayerische Beamtenkasse

3,98 % Arag 0,51 %

Barmenia

3,42 % Nürnberger 0,51 %

Hallesche

2,69 % FAMK 0,32 %

Hansemerkur

2,62 %

Württembergische

0,28 %

Landeskrankenhilfe

2,22 %

Mannheimer

0,26 %

STK

1,89 %

Provinzial

0,16 %

Gothaer

1,74 %

R & V

0,67 %

Quelle: statista

Umfang der privaten Krankenversicherung

Eine private Krankenversicherung kann nach dessen Umfang differenziert werden. Somit gibt es:
•    Die Vollversicherung: es werden alle Krankheitskosten im ambulanten und stationären Bereich abgesichert
•    Der Basistarif: hier gilt eine Begrenzung auf den Höchstbetrag der GKV (§ 152 Abs. 3 VAG)
•    Der Notlagentarif: auch Nichtzahlertarif genannt, dieser gilt nur bei sozialen Notlagen und Überschuldungen
•    Der Standardtarif: für ältere Personen ab dem 55. Lebensjahr
•    Zusatzversicherungen: zusätzliche private Versicherung für bestimmte Krankheitsgebiete, z. B. Zahnzusatzversicherung, Auslandskrankenversicherung usw.

Auf einen Blick: Wichtige Zahlen zur Krankenversicherung

Versicherte mit Krankenvollversicherung

8,77 Mio.

Versicherte mit privater Pflegeversicherung

9,38 Mio.

Zusatzversicherungen

25,09 Mio.

Beitragseinnahmen

37,25 Mrd. Euro

Ausgezahlte Versicherungsleistungen

26,54 Mrd. Euro

Alterungsrückstellungen

233,00 Mrd. Euro

Stand Mai 2017, Quelle: pkv.de

Grafik: Prozentualer Anteil der Versicherten in einer PKV

Die nachfolgende Grafik zeigt die Struktur der Versicherten in Deutschland im Jahr 2016, die in der PKV versichert sind.

Absicherung in der Vollversicherung

In der Vollversicherung werden vor allem beihilfeberechtigte Personen, wie Beamte, Richter und Soldaten abgesichert.
Eine private Krankenvollversicherung können alle Personen beantragen, die nicht gemäß § 5 SGB V gesetzlich pflichtversichert sind.

Dazu gehören:

  • Beamte, Richter und Soldaten sowie alle weiteren beihilfeberechtigten Personen, wie beispielsweise Kinder
  • Selbstständige und Freiberufler einschließlich Künstler und Journalisten mit einem Bruttoeinkommen von mehr als 56.250 Euro (2016)
  • Angestellte
  • Beschäftigte mit einem geringfügigen Einkommen, keinem Einkommen oder befreite Studenten

Beamte auf Probe und Beamte auf Lebenszeit, die erstmals beihilfeberechtigt sind, können sich bei privaten Krankenversicherungen unabhängig von Vorerkrankungen, aber mit einem Risikozuschlag von 30 Prozent versichern lassen. Dies gilt nicht für Beamte auf Widerruf bzw. Beamtenanwärter. Auch hier gilt ein „Privater Krankenversicherung Vergleich für Beamte“.

Basistarif

Bei einem Basistarif gilt eine Begrenzung auf den Höchstbetrag der GKV (§ 152 Abs. 3 VAG) und richtet sich vornehmlich an Personen mit einer Hilfebedürftigkeit.

Höchstbeitrag für den Basistarif

Zeitraum

Beitragssatz für Höchstbeitrag (§ 152 Abs. 3 VAG)

Zusatzbeitragssatz im Durchschnitt (§ 242a SGB V)

Höchstbeitrag

Zusatzbeitrag (§ 242a Abs. 2 SGB V)

2017

14,6 % 1,1 % 682,95 € -

2016

14,6 % 1,1 %
665,29 € -

Quelle: pkv.de

Standardtarif

Einen Standardtarif können ältere Versicherte abschließen, die sich finanziell keine Vollversicherung leisten können. Beim Standardtarif darf der Beitragssatz nicht höher liegen als der Höchstsatz bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Leistungen kommen den Leistung einer GKV gleich. Sollte der  höherwertige Tarif auf einen Standardtarif umgestellt werden, so werden die Alterungsrückstellungen aus dem höherwertigen Tarif übertragen. Wichtig zu wissen ist, dass der Standardtarif nicht mit Zusatzversicherungen ergänzt werden kann. Beim Basistarif ist dies jedoch möglich.

Höchstbeitrag für den Standardtarif

Zeitraum

einzeln

Ehegatten 150 %

Ehegatten einzeln 75 %

Allgem. Beitragssatz

2017

635,10 € 952,65 € 476,32 € 14,6 %

2016

618,68 € 928,02 €
464,01 € 14,6 %

Quelle: pkv.de

Notlagentarif

Zum 01. August 2013 wurde das „Gesetz zur Beseitigung sozialer Überforderung bei Beitragsschulden in der Krankenversicherung“ eingeführt, welches einen Notlagentarif in der privaten Krankenversicherung vorsieht. Hierbei handelt es sich um einen Tarif, in dem vor allem verschuldete PKV-Versicherte eingestuft werden. Diese werden im Rahmen eines Mahnverfahrens in den Notlagentarif gemäß § 193 Abs. 6 bis 10 VVG überführt. Die reguläre private Versicherung, die der Versicherte inne hatte, ruht in der Zeit. Der Beitragssatz beläuft sich monatlich auf 100 bis 125 Euro. Mit den niedrigen Beitragssätzen soll ein Schuldenabbau ermöglicht werden. Sofern die Schulden abgezahlt sind, wird der Versicherte bzw. Beamte in den ursprünglichen PKV-Tarif zurückversetzt. Die Leistungen des Notlagentarifs umfassen medizinische Leistungen bei Schmerzzuständen und akuten Erkrankungen. Zusatzleistungen können von Schwangeren und jüngeren Müttern in Anspruch genommen werden. Kinder und Jugendliche haben einen Anspruch auf Vorsorgeuntersuchungen, Früherkennung und Impfungen. Im Notlagentarif werden keine Altersrücklagen gebildet.

Berechnung der PKV-Beiträge

Die Beiträge einer PKV werden in der Regel nach dem Eintrittsalter, den Gesundheitszustand, der Berufsgruppe und den gewünschten Versicherungsleistungen berechnet. Dabei sind die Prämien (Beiträge der PKV) in der Kalkulationsverordnung (KalV) geregelt.

Höchstbeitrag Private Pflegepflichtversicherung für Beihilfeempfänger

Zeitraum

Gesetzlich einzeln

Normal einzeln

Im Basistarif einzeln

Ehegatten 150 %

Ehegatten einzeln 75 %

2017

55,46 € 44,37 € 27,73 € 66,56 € 33,28 €

2016

49,79 € 39,83 € 24,90 € 59,75 € 29,88 €

Quelle: pkv.de

Maximaler Zuschuss des Arbeitgebers zur PKV

Zeitraum

Monatlich alle Bundesländer

2017

317,55 €

2016

309,34 €

Quelle: pkv.de

Behandlungskosten abrechnen

Nach einem Arztbesuch erhält der Versicherte und Beamte eine Arztrechnung, die er zusammen mit Rezepten für Medikamente bei seiner Versicherung einreicht. Die PKV prüft die eingereichten Dokumente und erstattet dann die erstattungsfähigen Kosten. Sollte es zu einem Krankenhausaufenthalt kommen, so werden in der Regel die Kosten direkt von der Klinik an die private Krankenversicherung weitergegeben.

Anspruch auf Auskunft bei der PKV

Sollten die Behandlungskosten über 1.000 Euro liegen, so haben Beamte und alle anderen Beihilfeberechtigten Anspruch auf eine Auskunft seitens ihrer Versicherung (§ 192 VVG), welche Kosten diese tatsächlich übernehmen würde. Um hier schließlich nicht auf hohen Kosten sitzenzubleiben, empfiehlt es sich, vorab einen Privaten Krankenversicherung Vergleich zu tätigen.

Siehe auch:

Privaten Krankenversicherung für Beamte

 

TVöD: Tarifvertrag 2018/ 2019, Entgelttabellen, Rechner | Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener