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Aktuell ist in Nordrhein-Westfalen ein Pilotprojekt gestartet worden, bei dem die Arbeitsagenturen Aachen, Mönchengladbach und Krefeld gezielt um Erzieher aus den Niederlanden für landesinterne Kitas werben. Das Projekt wurde als „Kinderopvang“ gegründet und soll die freien Stellen in Mönchengladbach, Krefeld, dem Kreis Viersen, in Aachen und dem Rhein-Kreis Neuss mit arbeitslosen Erziehern aus den Niederlanden decken.

In den Niederlanden ist die derzeitige Situation so, dass es nicht an Fachkräften mangelt, sondern an Jobs. Etwa 25 Prozent haben seit dem Jahre 2011 durch den Jobmangel ihre Arbeit verloren und seien nun auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung. Ein Grund für die steigenden Arbeitslosenzahlen in den Niederlanden im Bereich der Kinderbetreuung ist die Kürzung der staatlichen Zuschüsse. Viele Eltern können sich durch die Minimierung der Zuschüsse keinen Kindergartenplatz mehr leisten und geben ihr Kind während der Arbeitszeit lieber in die Obhut von Familienangehörigen. Dadurch sinkt stetig die Zahl der Kinder in den Kitas. Die Kitas können somit ihr Personal nicht mehr bezahlen und entlassen vielerorts ausgebildete Fachkräfte.

Derzeit sind in den Niederlanden 9.439 Erzieher arbeitslos gemeldet, die in NRW eingesetzt werden könnten. Zwar sei der Bedarf im Land nicht mehr so groß wie vor dem 1. August 2013, aber durch den Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz für unter dreijährige Kinder sind allein in NRW noch hunderte Arbeitsstellen offen, die auf eine Besetzung warten.

Im Haushaltsjahr 2014/15 will die Familienministerin von NRW, Ute Schäfer (SPD), weitere 13.000 Kita-Plätze schaffen, um den Platz für unter dreijährige Kinder garantieren zu können. Derzeit sind in NRW rund 94.000 Beschäftigte in den Landeskitas tätig. Damit ist die Quote um etwa 17 Prozent gegenüber dem Jahr 2008 gestiegen. Ebenso ist die Ausbildungsquote gestiegen. Rund 22.600 angehende Erzieher befinden sich derzeit in der Ausbildung. Dies entspricht einer Quote von etwa 40 Prozent im Vergleich zum Schuljahr 2008/09.

Damit die freien Stellen in NRW geschlossen werden können, will das Land nun Erzieher aus den Niederlanden einstellen. Voraussetzung für eine Arbeitsaufnahme ist die Anerkennung des Abschlusses als Erzieher. Diese Anerkennung kann bei der Bezirksregierung Köln erfolgen, jedoch müssen niederländische Erzieher dafür etliche Monate einplanen, denn in den Niederlanden existieren rund 80 Qualifikationen für den sozialpädagogischen Bereich.

Schon jetzt liegen der Bezirksregierung Köln etliche Anträge von Erziehern aus den Niederlanden vor, die bearbeitet werden müssen. Die Zahl ist steigend, denn hierzulande erhalten niederländische Erzieher einen etwas höheren Lohn als im eigenen Land. Davon gehen allerdings noch Steuern ab, die in Deutschland zum Tragen kommen. Zudem sind Fahrtkosten nur bis zu einer bestimmten Grenze absetzbar. Trotzdem sind viele niederländische Erzieher bereit, in NRW als Kita-Fachkraft tätig zu werden.

Quelle: rp-online.de

TVöD: Tarifvertrag 2018/ 2019, Entgelttabellen, Rechner | Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener