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Die kürzlich stattgefundenen Tarifverhandlungen gestalteten sich schwierig. Nach einer 16-stündigen Verhandlung brachen die Parteien die Gespräche ab. Eine Schlichtung wurde in Erwägung gezogen. Durch den Anruf bei der Schlichtung nehmen die Erzieher nun die Arbeit wieder auf. Die Streikaktionen haben demnach vorerst ein Ende.

Forderungen der Gewerkschaft

Für die rund 240.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst in den Kommunen fordern die Gewerkschaften im Durchschnitt 10 Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber lehnten die Forderungen bisher vehement ab. Es kam am 08. Mai 2015 nach dem Abbruch der ersten Tarifverhandlung am 21. April 2015 zum Streik. Seitdem sind etwa vier Wochen vergangen. Die Arbeitgeber rührten sich nicht, die Gewerkschaften beharrten aber auf ihre Forderungen. Das letzte Mittel, um die Fronten zu klären, war ein Anruf bei der Schlichtung.

Die Dauer der Schlichtung ist nicht absehbar. Experten gehen davon aus, dass es weniger als 14 Tage sein werden, bis das Ergebnis feststehen würde.

Bevölkerung hält sich mit der Kritik zurück

Die Bevölkerung ist gegenüber den Erziehern eher zurückhaltend. Die Mehrzahl der befragten Bevölkerung kann die Situation der Erzieher verstehen. Etwa 69 Prozent der Befragten zeigen Verständnis für die Streikaktionen, wie eine Studie von Infratest Dimap im Auftrag von ARD und "Welt" ergab. Rund 29 Prozent der Befragten hielten die Streiks für überflüssig. Sie zeigten kein Verständnis für die Proteste der Erzieher. Rund 53 Prozent der Befragten zeigten sich der Gewerkschaft zustimmend. Sie fanden, dass das Gehalt der Erzieher nicht angemessen hoch sei. Etwa 41 Prozent dagegen stimmten für ein angemessenes Gehalt.

Fehlbedarf und Überschuss an Erzieher in 2015

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Anzahl der fehlenden und der überschüssigen Erzieher in 2015, wenn die Plätze für unter dreijährige Kinder ausgebaut werden würden. Die Tabelle ist nach den Bundesländern geordnet. So fehlen in Nordrhein-Westfalen 6.150 Erzieher im Jahr 2015. Dagegen sind in Brandenburg 1.320 Erzieher überschüssig.

 

Quelle statista

Übersicht: Personalüberschuss im Jahr 2015

Die nachfolgende Übersicht zeigt einen Personalüberschuss im Jahr 2015 in den Bundesländern, wo ein Überschuss bei einem Ausbau der Kitaplätze für unter Dreijährige entstehen würde.

Quelle: statista

Durchschnittliches Gehalt von Erziehern von 2007 - 2014

Die nachfolgende Statistik zeigt den durchschnittlichen Jahresverdienst und den daraus folgenden Monatsverdienst in brutto im Zeitraum von 2007 bis 2014 für die Branche Erziehung und Unterricht.

Im Jahr 2014 betrug der Jahresverdienst für Erzieher in Deutschland somit rund 51.004 Euro brutto. Der Monatsverdienst betrug durchschnittlich 4.250 Euro brutto.

Jahr 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Gehalt / Jahr 44.965 € 46.043 € 47.706 € 48.119 € 48.416 € 48.860 € 49.881 €  51.004 €
Gehalt / Monat 3.747 €  3.836 €   3.975 € 4.010 €   4.035 €  4.072 € 4.157 €  4.250 € 

Quelle: statista

Wichtige Urteile zu Angelegenheiten rund um die Kita

Liebe Eltern und Erzieher, wir haben für Sie die wichtigsten Urteile im Rahmen der Kita aus den letzten Jahren zusammengestellt, die Sie nachfolgend aus der Tabelle entnehmen können.

Stadt muss Mehrkosten tragen bei selbst beschafften Kita-Platz (VG Stuttgart, Urteil vom 28.11.2014 - 7 K 3274/14 -)

Kind von 4 Jahren hat Anspruch auf einen Kita-Platz in der Nachbargemeinde (VG Stuttgart, Beschluss vom 09.09.2013 - 12 K 3195/13 -)

Kind von 2 Jahren hat Anspruch auf einen Kita-Platz von 8 Stunden pro Tag (VG Stuttgart, Beschluss vom 22.08.2013 - 7 K 2688/13 -)

Ersatz eines Verdienstausfalls wegen fehlendem Kita-Platz (LG Leipzig, Urteil vom 02.02.2015 - 7 O 1455/14; 7 O 1928/14; 7 O 2439/14 -)

Ersatz eines Verdienstausfalls wegen fehlendem Kita-Platz (LG Leipzig, Urteil vom 02.02.2015 - 7 O 1455/14; 7 O 1928/14; 7 O 2439/14 -)

Satzung von Kita ist rechtens (OVG Thüringen, Urteil vom 11.04.2013 - 3 N 292/09, 3 N 315/09 und 3 N 342/09 -)

Steuerpflicht von Kitas (BFH, Urteil vom 12.07.2012 - I R 106/10 -)

Stadt muss Schaden an Fahrzeug ersetzen, wenn Kinder von Kitas mit Steinen werfen (OLG Koblenz, Urteil vom 21.06.2012 - 1 U 1086/11 -)

Eltern mit Hartz IV (ALG II) müssen Kita Reise selbst bezahlen (SG Berlin, Beschluss vom 14.04.2010 - S 39 AS 9775/10 ER -)

Berliner Kita-Volksbegehren nicht verfassungsbedenklich (VerfGH Berlin, Urteil vom 06.10.2009 - VerfGH 143/08 -)

Nur regulär schulpflichtige Kinder erhalten kostenfreies Kita-Jahr (VG Berlin, Urteil vom 17.12.2007 - VG 37 A 26.07 -)

Kitakostenbeiträge sind rechtens (VG Berlin, Urteil vom 26.09.2007 - VG 37 A 265.05 -)

Stadt muss für Kosten bei einer privaten Betreuung aufkommen, wenn Kita-Plätze fehlen (VG Mainz, Urteil vom 10.05.2012 - 1 K 981/11.MZ -)

Kita stellt kein unzumutbarer Lärm dar (OVG Thüringen, Beschluss vom 13.04.2011 - 1 EO 560/10 und 1 EO 691/10 -)

Eilantrag für einen Betreuungsplatz in einer Kita abgelehnt (VG Frankfurt am Main, Beschluss vom 29.08.2013 - 7 L 2889/13.F -)

Anspruch auf wohnortnahen Kita-Platz (VG Köln, Urteil vom 18.07.2013 - 19 L 877/13 -)

Bei vorzeitiger Einschulung Hortplatz im ersten Jahr beitragsfrei ( OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 07.07.2011 - OVG 6 B 14.10 -)

Kita im allgemeinen Wohngebiet zulässig (VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 27.11.2013 - 8 S 1813/13 -)

Kita-Leitung darf nicht gekündigt werden bei alleinigen Problemen mit Eltern, Vorgesetzten und Mitarbeitern (Hessisches LAG, Urteil vom 29.10.2010 - 19 Sa 275/10 -)

Anmahnung wegen Verstoßes gegen ein Kopftuchverbot rechtens (LAG Baden-Württemberg, Urteil vom 19.06.2009 - 7 Sa 84/08 -)

Indergrippe stellt keine Schädigung im Sinne des Wohls für das Kind dar (OLG Brandenburg, Beschluss vom 09.03.2009 - 10 UF 204/08 -)

Kita darf als Hauptstelle und Nebenstelle betrieben werden (VG Koblenz, Urteil vom 08.12.2014 - 3 K 1253/13.KO -)

Krankenkasse muss Hilfsmittel für einen Besuch in einer Kita zahlen, wenn bei einem 2-jährigen Kind eine Behinderung vorliegt (SG Heilbronn, Urteil vom 08.07.2014 - S 11 KR 2405/12 -)

30 Minuten entfernter Kita-Platz zumutbar (VG München, Urteil vom 18.09.2013 - M 18 K 13.2256 -)

Verweis auf eine Tagesmutter bei einer U3-Betreuung rechtens (OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 14.08.2013 - 12 B 793/13 -)

Kirche darf homosexuelle Erzieherin nicht kündigen (VG Augsburg, Urteil vom 19.06.2012 - Au 3 K 12.266 -)

TVöD: Tarifvertrag 2018/ 2019, Entgelttabellen, Rechner | Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener