Zum 01. Oktober 2021 wird es zwei neue Dienstgrade für Mannschaften bei der Bundeswehr geben. Eingeführt werden die Dienstgrade Korporal und Stabskorporal. Diese sollen einen Anreiz für bereits längerdienende Soldaten sein. Das Verteidigungsministerium legte nun in einem Auswahlverfahren die ersten Vorgaben fest. Wie die neuen Dienstgradabzeichen endgültig aussehen werden, steht jedoch noch nicht ganz fest.

Einführung der neuen Bundeswehr-Dienstgrade Korporal und Stabskorporal 2021

Im Jahr 2019 wurde im Besoldungsstrukturenmodernisierungsgesetz die Grundlage für die Einführung der neuen Dienstgrade festgelegt. Dies bedeutet, dass die Dienstgrade Korporal und Stabskorporal in die Besoldungsgruppe A 6 integriert wurden. Bisher hatte der Oberstabsgefreite in A 5 mit Zulagen den höchsten Mannschaftsdienstgrad inne. In einer gemeinsamen Weisung der Ministeriumsabteilungen Personal und Führung Streitkräfte heißt es, dass die leistungsstärksten Mannschaften im Dienstgrad Oberstabsgefreiter mit einer Verwendungsauswahlentscheidung die Möglichkeit für eine leistungsabhängige Förderung auf besonders herausgehobenen Dienstposten bekämen.

Bis zum 01. Oktober 2021 sollen somit vorerst 1.000 der neuen Dienstgrade besetzt werden. Weitere 400 sollen bis zum 01. April 2022 folgen. Bis 2031 wird sich die Anzahl schließlich auf insgesamt etwa 5.000 Stabskorporale und Korporale steigern.

Voraussetzungen zur Ernennung zum Korporal und Stabskorporal

Für die Ernennung zum Korporal und Stabskorporal bedarf es bestimmter Voraussetzungen. Unter anderem ist das Ziel, Soldaten länger an die Bundeswehr zu binden. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

  • Manschaftssoldaten müssen mindestens drei Jahre lang Oberstabsgefreiter gewesen sein
  • es müssen die an den Dienstposten gebundenen Anforderungsvorrausetzungen erfüllt werden
  • Soldaten dürfen sich nicht in einer Schutzzeit nach einem Einsatzunfall befinden
  • es darf kein Wehrdienstverhältnis besonderer Art bestehen
  • Soldaten müssen einem Verband dienen, in dem der Dienstposten des Korporals zugeordnet ist
  • die Restdienstzeit muss noch mindestens drei Jahre sein oder aber alternativ muss eine Verpflichtungserklärung abgegeben werden

Welche Aufgaben werden Korporale und Stabskorporale bei der Bundeswehr übernehmen?

Künftig sollen die beiden neuen Bundeswehr-Dienstgrade als militärische Führer auf Manschaftsebene eingesetzt werden. Kritiker hingegen sehen in die Einführung der neuen Dienstgrade eine Abwertung der Posten von Unteroffizieren. Das Verteidigungsministerium hingegen äußerte sich zuversichtlich, denn es gäbe schon jetzt keine Laufbahn zum Unteroffizier im Truppendienst mehr.

Design der Dienstgradabzeichen noch nicht bestätigt

Das Design der Dienstgradabzeichen für Korporale und Stabskorporale ist noch nicht bestätigt. Es fehlt noch die amtliche Abzeichnung des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, wie das Verteidigungsministerium erklärte.


Quelle: augengeradeaus.net

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