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Dienstunfähigkeit - private Vorsorge für Beamte
Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?
Berufsunfähigkeitsversicherung Klauseln
Wiedereingliederungshilfe durch die BU-Versicherung
Berufsunfähigkeitsversicherung im Vergleich
Berufsunfähigkeitsversicherung im Test Vergleich
Berufsunfähigkeitsversicherung Voranfrage

 

Die Funktion einer Klausel ist die Einschränkung oder Erweiterung bestimmter Leistungen und Funktionen. Nachfolgend wollen wir Ihnen die typischen Klauseln erläutern, die im Rahmen einer Berufsunfähigkeitsversicherung auftauchen können.

Leistungseinschränkende und leistungserweiternde Klauseln

Es existieren in einer Berufsunfähigkeitsversicherung leistungseinschränkende Klauseln, die über das Normalmaß hinausgehende Risiken aus dem Leistungsumfang der Versicherung ausklammern. Für diese Risiken besteht dann kein Versicherungsschutz. Zu diesen Risiken gehören vor allem gefährliche Berufe, bereits vorhandene Krankheitsbilder, gefährliche aktuelle Umstände und auch Berufe, die noch nicht als solche unter den BU-Versicherungen erfasst sind. Diese leistungseinschränkenden Klauseln werden im Rahmen der Berufsunfähigkeit auch medizinische Ausschlussklauseln, sogenannte EU-Klauseln oder Berufsklauseln, bezeichnet.

Neben den Ausschlussklauseln existieren noch leistungserweiternde Klauseln, die das Gegenteil bewirken sollen. Hier sollen vorhergesehene Leistungsausschlüsse eliminiert werden. Der Versicherungsschutz soll damit auch für die Leistungsausschlüsse erweitert werden. Zu den leistungserweiternden Klauseln gehören unter anderem die Strahlenschutzklauseln oder die Infektionsklauseln für medizinische Berufe.

Dienstunfähigkeitsklausel – DU-Klausel

Bei der Dienstunfähigkeitsklausel handelt es sich um eine bestimmte Form des Berufsunfähigkeitsschutzes. Die BU-Klausel besagt, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung keine eigenen Prüfungen auf Dienstunfähigkeit anstellt, wenn ein Beamter aus dem aktiven Dienst in den Ruhestand versetzt wird oder ein Beamter auf Probe oder Widerruf aus dem Dienst ausscheidet. Die BU-Versicherung muss bei der Dienstunfähigkeitsklausel die Dienstunfähigkeit so anerkennen, wie der Dienstherr dies angibt und die vereinbarte BU-Rente oder Leistung erbringen. Eigene Prüfungen werden hier ausgeschlossen. Ebenso wird auf Seiten der BU-Versicherung auf eine Verweisbarkeitsprüfung und auf anbieterseitige Einschränkungsvoraussetzungen verzichtet.

Flugdienstunfähigkeitsklausel und Lizenzverlustversicherung

Bei Verlust der Fluglizenz, international auch als Loss of licence bekannt, muss die BU-Versicherung einen Versicherungsschutz sowie Leistungen erbringen, auch wenn der Verlust auf einen Entzug der Lizenz beruht. Es darf auf keine anderen Tätigkeiten im Flugdienst verwiesen werden.

Schüler – und Studentenklausel

Bei der Schüler – und Studentenklausel handelt es sich um keine Erwerbsunfähigkeitsklausel. Sie kann bei Schülern ab dem 10. Lebensjahr einsetzen. Bei der Prüfung der Berufsunfähigkeit wird der Beruf herangezogen, der als Ausbildung begonnen wurde. Bei Studenten ist die akademische Ausbildung versichert. Bereits nach der halben Studienzeit kann die Lebensstellung nach Studiumabschluss versichert sein.

Azubi-Klausel

Bei der Azubi-Klausel handelt es sich wie bei der Schüler- und Studentenklausel nicht um eine Erwerbsunfähigkeitsklausel. Bei der Azubi-Klausel wird der Beruf herangezogen, der in der Ausbildung begonnen wurde. Bereits nach der Hälfte der Ausbildung kann die Lebensstellung nach dem Abschluss der Ausbildung durch die BU-Versicherung abgesichert werden.

BU-Klausel für Hausfrauen und Hausmänner

Bei der BU-Klausel für Hausfrauen und Hausmänner handelt es sich um Klausel, die feststellt, ob der Hausmann oder die Hausfrau seine häusliche Tätigkeit nicht mehr ausüben kann. Hierbei handelt es sich nicht um eine Erwerbsunfähigkeitsklausel. Bei arbeitslos gemeldeten Personen erfolgt keine automatische Einstufung in das Berufsfeld der Hausfrau oder des Hausmannes.

Abstrakte Verweisung

Bei der abstrakten Verweisung handelt es sich um eine Klausel, bei der der Versicherte seinen alten Beruf nicht mehr ausüben kann und dadurch auf eine neue Tätigkeit verwiesen wird. Bei der neuen Tätigkeit muss es sich nicht unbedingt auf eine Tätigkeit in dem alten Tätigkeitsfeld des Versicherten handeln, es kann viel mehr eine Tätigkeit sein, die der Versicherte noch nie zuvor ausgeübt hat und aufgrund seiner Lebensumstände aktuell ausüben könnte.

Die abstrakte Verweisung stellt aus Sicht des Versicherten eine wichtige Rolle dar, da diese Klausel in einem BU-Vertrag darüber entscheidet, ob der Versicherte im Rahmen der Arbeitsmarktsituation andere Tätigkeiten ausüben muss. Sollte sich der Versicherte weigern, eine andere neue Tätigkeit auszuüben, kann ihm die Leistung verwehrt werden.

TVöD: Tarifvertrag 2018/ 2019, Entgelttabellen, Rechner | Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener