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Der Arbeitnehmer zahlt bis zum Eintritt in den Ruhestand einen monatlichen Rentenbeitrag, der je zur Hälfte auf den Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber entfällt. Im Normalfall sollte der Arbeitnehmer mindestens 45 Beitragsjahre eingezahlt haben.

Übersicht: Rentenbeitragssätze von 1970 bis 2014

Quelle: Statista

Die spätere monatliche Rente wird dann durch die Rentenversicherung berechnet. Dazu wird eine Rentenformel angewandt, die in § 64 des Sechsten Buch Sozialgesetzbuch verankert ist.

Diese lautet wie folgt:

Monatliche Rente = EP x ZF x RAF x aRW

Umgeschrieben ergibt sich folgende Formel:

Monatliche Rente = Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x Rentenartfaktor x aktueller Rentenwert

Die Entgeltpunkte

Die Entgeltpunkte gehören mit zu den wichtigsten Bestandteilen der Berechnung der künftigen Rente. Entgeltpunkte geben dabei Aufschluss über den Verdienst in den Beitragsjahren. Das Arbeitsentgelt wird in Entgeltpunkte umgelegt. Dabei ergibt sich ein Entgeltpunkt, wenn der Jahreslohn dem Durchschnittslohn des jeweiligen Jahres entspricht. Weicht der Lohn des Arbeitnehmers stark vom durchschnittlichen Lohn ab, so können sich weniger als ein Entgeltpunkt oder mehr Entgeltpunkte für das Jahr ergeben.

Statistik: Durchschnittslöhne von 1960 bis 2013

Der Zugangsfaktor

Mit dem Zugangsfaktor wird bestimmt, ob die gesammelten Entgeltpunkte im gesamten Umfang berücksichtigt werden oder ob diese sich reduzieren oder vermehren.

Bei einem regulären Eintritt in den Ruhestand wird ein Zugangsfaktor von 1 mit den ermittelten Entgeltpunkten multipliziert. Bei einem vorzeitigen Eintritt in die Rente wird der Zugangsfaktor verringert. Bei einem Renteneintritt nach dem regulären Eintritt wird der Zugangsfaktor vergrößert, was sich wiederum finanziell positiv auf die Rente auswirkt. Je später man in die Rente geht, desto mehr Rente erhält man ausgezahlt. Je früher man in den Ruhestand eintritt, desto weniger Rente erhält man.

Übersicht der Zugangsfaktoren in Abhängigkeit des Renteneintritts

Der Rentenartfaktor

Durch den Rentenartfaktor wird die Rentenart im Bezug auf die Altersrente bestimmt. Der Rentenartfaktor ist gleichzeitig das Sicherungsziel der entsprechenden Rentenart. Bei einer Altersrente beläuft sich der Rentenartfaktor auf 1. Bei anderen Rentenarten beläuft sich der Rentenartfaktor auf weniger als 1.

Übersicht: Rentenarten im Verhältnis zum Rentenartfaktor

Der Rentenwert

Jedes Jahr zum 01. Juli wird der Rentenwert aktualisiert. Dabei wird anhand der Entwicklung der Bruttolöhne und den demografischen Veränderungen, dem sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor, sowie dem aktuellen Beitragssatz der allgemeinen Rentenversicherung der Rentenwert bestimmt.

Quelle: Statista

TVöD: Tarifvertrag 2018/ 2019, Entgelttabellen, Rechner | Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener