Verantwortung zu tragen und arbeiten zu gehen, ist für viele Frauen in der heutigen Zeit selbstverständlich. Wie bewältigen sie aber die Kluft zwischen Hausarbeit, Kindererziehung und dem Job? Wie regeln sie ihren Alltag? Welches Bewusstsein und welche Emotionen sind mit der Rolle als Familienernährer verbunden? Welche Faktoren spielen bei der Wahl der Frau als Familienernährer eine Rolle?

Diese und weitere Fragen haben Ute Klammer, Professorin an der Uni Duisburg-Essen und WSI-Forscherin Christina Klenner untersucht. Ihre Untersuchungen ergaben insgesamt unterschiedliche Ergebnisse zwischen Ost- und Westdeutschland. Gemeinsam ist, dass die Geschlechterrolle innerhalb der Familie bei der Wahl der Frau als Familienernährer unangetastet bleibt.

Frauen werden meist unfreiwillig zum Hauptverdiener der Familie. Oft liegen sozialökonomische Gründe wie Alleinerziehung oder Arbeitslosigkeit bzw. Berufsunfähigkeit des Partners vor, die dann die Frau zur alleinigen Versorgung der Familie zwingen.

Trotz eventuell bestehender Partnerschaft und Vollzeitbeschäftigung sind Frauen in der Regel dennoch für den übermäßigen Teil des Haushaltes und der Kindererziehung zuständig, auch wenn Männer solcher Beziehungen mehr Aufgaben im Haushalt übernehmen als Männer anderer Konstellationen.

Frauen als Familienernährer in Ostdeutschland

Ostdeutsche Frauen sind meist in Vollzeit beschäftigt und haben eine hohe Verantwortung innerhalb der Familie zu tragen. Sie sind einem starken Arbeitsdruck sowie häuslichen und sozialen Verpflichtungen ausgesetzt. Angebote für Kinderbetreuung in Ostdeutschland sind im Gegensatz zu Westdeutschland öfter vorhanden, jedoch sind diese meist unflexibel oder zu weit entfernt. Ostdeutsche Frauen besitzen im Gegensatz zu westdeutschen Frauen einen längeren beruflichen Werdegang sowie eine höhere berufliche Orientierung.

 

Die Frau als Familienernährer in Westdeutschland

Die Frau in Westdeutschland ist meist, aufgrund von Alleinerziehung, Berufsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit des Partners, unfreiwillig in die Rolle des Familienernährers gedrängt worden, wohingegen ostdeutsche Frauen es gewohnt sind bzw. waren einer Vollzeitbeschäftigung nachzugehen. Die berufliche Qualifikation ist im Vergleich zu ostdeutschen Frauen geringer. Während die ostdeutsche Frau meist in Vollzeit beschäftigt ist bzw. war, überwiegt die Teilzeitbeschäftigung bei den westdeutschen Frauen. Diese sind es nicht im Vergleich zu den ostdeutschen Frauen gewohnt eine derartige Verantwortung innerhalb der Familie zu übernehmen. Deshalb stoßen sie häufig an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Angebote für eine Kinderbetreuung sind in Westdeutschland geringer vorhanden als in Ostdeutschland, weshalb westdeutsche Frauen es hinsichtlich der Organisation schwerer haben.

Quelle: WSI

Siehe auch:
Frauen sorgen fürs Geld - und die Familie (PDF-Datei)


 

 

TVöD: Tarifvertrag 2018/ 2019, Entgelttabellen, Rechner | Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener