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Im Jahre 2011 hat sich die Quote der Krankmeldungen von Arbeitnehmern in Deutschland erneut erhöht – und zwar auf den höchsten Stand seit 15 Jahren. Zu diesem Ergebnis kommen die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) und die Techniker Krankenkasse (TK).

Im Durchschnitt wurden im Jahr 2011 täglich 3,6 Prozent der Arbeitnehmer krank. Im Vorjahr waren es noch 3,4 Prozent. Dies entspricht durchschnittlich 13,2 Fehltagen pro Arbeitnehmer. „Bei der Entwicklung des Krankenstandes zeigen sich über alle Branchen hinweg bereits die ersten Anzeichen des demografischen Wandels“, wie Herbert Rebscher, Chef der DAK-Gesundheit, mitteilte.

Nach seinen Aussagen sind Belegschaften in Unternehmen heute spürbar älter als vor 10 Jahren. Damals waren vermehrt jüngere Teams anzutreffen. Heute sind die Belegschaften im Durchschnitt deutlich gealtert. Krankmeldungen sollen häufiger von jüngeren Arbeitnehmern als von älteren kommen. Ältere Arbeitnehmer sollen dagegen seltener krank werden, aber die Krankheitsdauer sei dafür umso länger als bei jüngeren Arbeitnehmern. Rebscher warnt vor einem Anstieg von Krankmeldungen in den kommenden Jahren, sofern Arbeitgeber keine Prophylaxe betreiben. Prophylaxe in dem Sinne, dass dem Alter entsprechende Arbeitsbedingungen, ein gesundes Betriebsklima und familiengerechte Arbeitsplätze geschaffen werden müssen. Vor allem für ältere Arbeitnehmer müsse zukünftig mehr getan werden, zumal die Bundesagentur für Arbeit kürzlich eine Verdreifachung der 60- bis 65-jährigen Arbeitnehmer im Zeitraum der letzten 10 Jahre meldete.

Der häufigste Grund für Krankschreibungen sind Erkrankungen des Muskel- und Skelett-Systems. Ein Anstieg der Ausfallquote von 7,7 und 6,6 Prozent sind wegen Infektions- und Atemwegserkrankungen zu verzeichnen. Deutlich drastischer gestiegen sind Krankschreibungen wegen psychischer Leiden wie Depressionen. Etwa 16 Prozent mehr Fehltage konnten im Jahr 2011 verzeichnet werden.

Dies entspricht einer Verdopplung der Quote der letzten 15 Jahre. Erfahrungsgemäß steigt die Quote der Krankschreibungen, wenn ein wirtschaftlicher Aufschwung zu verzeichnen ist. Im Jahr 2006 lag der Krankenstand bei 3,0 Prozent. Bis zum Jahr 2011 kletterte dieser auf 3,6 Prozent an. Schon in den 80er und 90er Jahren wurde ein Anstieg von Krankschreibungen beobachtet. Damals lag die Quote aber bei etwa 5 Prozent.  

Quelle: rtl.de

 

TVöD: Tarifvertrag 2018/ 2019, Entgelttabellen, Rechner | Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener