| Tarifrunde 2010 Verhandlungen abgeschlossen |
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Am 27. Februar wurden die Verhandlungen mit Bund und Kommunen in der Tarifrunde 2010 auf der Grundlage der Einigungsempfehlung der Schlichtungskommission abgeschlossen.
Tarifergebnis - Zusammenfassung Tarifverhandlungen ÖD 2010Quelle: streik.tv
Pressekonferenz SchlichtungQuelle: streik.tv
Die Verhandlungen standen mehrmals auf der Kippe. Der Grund: Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) versuchte mit aller Macht, die Umsetzung der Einigungsempfehlung der Schlichter zur Altersteilzeitarbeit zu torpedieren. Nach dem Willen der VKA sollte für die Beschäftigten nur dann ein Rechtsanspruch auf Altersteilzeitarbeit bestehen, wenn eine Betriebs- oder Dienstvereinbarung dies regelt. Damit hätten es die kommunalen Arbeitgeber im Wesentlichen in der Hand gehabt, ob Beschäftigte Alterteilzeitarbeit vom Arbeitgeber verlangen können. Sie von diesem Ross wieder herunter zu holen, kostete nahezu die gesamte Verhandlungszeit.
Vorläufige Entgelttabellen - Tarifabschluss 2010
EntgelterhöhungDas Entgelt wird bei einer Vertragslaufzeit von 26 Monaten zum 1. Januar 2010 um 1,2 Prozent, zum 1. Januar 2011 um weitere 0,6 Prozent und zum 1. August 2011 nochmals um 0,5 Prozent erhöht. Das gleiche gilt für das Entgelt für Praktikantinnen und Praktikanten. Im Januar 2011 erhalten alle Beschäftigten eine Einmalzahlung von 240 Euro. Für Praktikantinnen und Praktikanten beträgt diese 50 Euro. Ferner werden die Garantiebeträge auf 50 Euro bzw. 80 Euro erhöht.LeistungsentgeltDer Topf für das Leistungsentgelt, der zurzeit ein Prozent der ständigen Monatsentgelte des Vorjahres beträgt, wird bei den kommunalen Arbeitgebern in vier Schritten bis 2013 auf zwei Prozent der ständigen Entgelte des jeweiligen Vorjahres erhöht. Damit hat sich der harte Kern der Arbeitgeber durchgesetzt, der langfristig eine Flexibilisierung der Bezahlung anstrebt.
Altersteilzeit und Teilzeit-/TeilrentenmodellAuch nach 2009 wird es die Möglichkeit geben, in Altersteilzeit zu wechseln. Allerdings zu deutlich schlechteren Bedingungen als bisher. Sowohl beim Aufstockungsbetrag als auch bei der Aufstockung des Beitrags zur Rentenversicherung gehen die Leistungen des Arbeitgebers nicht über den gesetzlichen Leistungsumfang hinaus. Ob auch künftig Beschäftigte mit sechzig Jahren einen Anspruch auf Altersteilzeit haben, lässt sich nur anhand der konkreten Verhältnisse in der Verwaltung/im Betrieb beantworten. Im Unterschied zum bisherigen Altersteilzeittarifvertrag, nach dem Sechzigjährigen eine Altersteilzeit nur wegen dringender betrieblicher/dienstlicher Gründe versagt werden konnte, gibt es jetzt eine Überforderungsklausel. Sie besagt, dass Sechzigjährige in eine Altersteilzeit wechseln können, wenn und solange nicht mehr als 2,5 Prozent der Tarifbeschäftigten eines Ressorts bzw. einer Verwaltung/eines Betriebes von dieser neuen Altersteilzeitregelung Gebrauch machen.
Entgeltordnung/PauschalausgleichZum Verhandlungsergebnis gehört auch eine Prozessvereinbarung für ein neues Eingruppierungsrecht zum TVöD. Hierzu wurden unter anderem Arbeits- und Verhandlungsschritte festgelegt, bei denen es im Kern darum geht, die jetzigen Eingruppierungsregelungen zu überarbeiten und zu vereinheitlichen. Ob es damit gelingt, die Blockadehaltung der Arbeitgeber bei den bisherigen Verhandlungen zu durchbrechen, muss die Zukunft zeigen. Immerhin soll der Prozess jedoch enger bei den politischen Spitzen angesiedelt werden. Das lässt hoffen.
LehrerfragenIm Anschluss an die Tarifrunde 2010 werden Tarifgespräche aufgenommen. Für das erste Tarifgespräch haben die Gewerkschaften eine Reihe von Lehrfragen angemeldet. Dazu gehört auch die Halbierung der Stufenlaufzeit in der Stufe 1. In dem Gespräch soll auch verbindlich verabredet werden, dass die entsprechenden Lehrerregelungen bis zum 31. Juli 2010 tarifiert werden.
MitgliederbefragungDie Große Tarifkommission der GEW und der Koordinierungsvorstand haben für die Annahme des Verhandlungsergebnisses votiert, wenn sich die vom Verhandlungsergebnis betroffenen GEW-Mitglieder in einer Befragung für die Annahme aussprechen. Das Verhandlungsergebnis wird danach angenommen, wenn nicht mindestens 75 Prozent der Mitglieder, die sich an der Befragung beteiligt haben, die Annahme ablehnen und gleichzeitig ihre Streikbereitschaft erklären. Die Mitgliederbefragung findet in der Zeit vom 4. März bis 18. März statt. Potsdam, den 27. Februar 2010 Ilse Schaad Peter Jonas Ulf Rödde GEW Hauptvorstand Reifenberger Str. 21 60489 Frankfurt 069/78973-0 www.gew.de
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| Aktualisiert ( Mittwoch, 01. September 2010 um 09:16 ) |






