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TVöD VKA steht als Abkürzung für den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Kommunen und stellt den Bereich der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände dar.

Arbeitgeberverbände sind freiwillige Zusammenschlüsse von verschiedenen Arbeitgebern. Im Jahr 1890 wurde der erste Arbeitgeberverband gegründet, da damals bereits erste Gewerkschaften existierten. Mit der Gründung wollte man eine Gegengewichtung zu den Gewerkschaften schaffen. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden die Arbeitgeberverbände und die Gewerkschaften aufgelöst.

Im Jahr 1945 wurden diese dann neu gebildet, wobei die Arbeitgeberverbände eher aus regionalen Arbeitgebern bestanden. Mit der Zeit entwickelten sich auch Arbeitgeberverbände, die aus Arbeitgebern verschiedener Wirtschaftsbranchen bestehen. Solche Arbeitgeberverbände sind nach dem Industrieverbandsprinzip organisiert. Auf Bundesebene existiert der Arbeitgeberverband Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände BDA, wobei hier Spitzenvereinigungen und Landesverbände Mitglieder sind.

Auf Gewerkschaftsebene wurde im Jahr 2001 die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di gegründet, die aus einem Zusammenschluss der fünf Gewerkschaften ÖTV, HBV, DAG, IG Medien und DPG besteht.

Die Gewerkschaft ver.di verhandelt auf tariflicher Basis im öffentlichen Dienst in den überwiegenden Fällen zusammen mit der VKA.

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Entgelttabelle TVöD-VKA ab Februar 2017 bis 28. Februar 2018

TVöD Entgelttabelle (VKA) ab 2017

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Entgelttabelle TVöD-VKA im Januar 2017

TVöD Entgelttabelle (VKA) 2016

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Entgelttabelle TVöD-VKA 2016

 

Urlaubsanspruch bei Änderung der Arbeitszeit

Beispiel 1:

Ein Beschäftigter des TVöD VKA ändert seine wöchentliche Arbeitszeit von 5 Arbeitstage pro Woche auf drei Wochentage bei einer Teilzeitbeschäftigung ab. Die Wochenstunden bleiben jedoch unverändert. Am 14. September 2016 soll die neue Arbeitszeit gelten.

Der Anspruch auf Urlaub wird wie folgt berechnet:

22,5 Tage Urlaub stehen dem Beschäftigten bei Teilzeitarbeit an fünf Wochentagen von Januar bis September zu.

9 / 12 von 30 Tagen Urlaub = 30 x 9 Monate ÷ 12 Monate

Zudem stehen dem Beschäftigten 4,5 Urlaubstage von Oktober bis Dezember 2016 zu. Hier muss bereits die Dreitagewoche berücksichtigt werden.

3 / 12 von 18 Tagen Urlaub (30 / 5 x 3) = 18 x 3 Monate ÷ 12 Monate

Demnach beträgt der Jahresurlaub insgesamt 27 Tage = 22,5 + 4,5 Tage.

Beispiel 2:

Ein weiterer Beschäftigter des TVöD VKA möchte ebenfalls eine Abänderung seiner Arbeitszeit. Er will ab dem 28. September 2016 statt drei Tage die Woche fünf Tage die Woche arbeiten kommen. Auch er ist in Teilzeit angestellt. Die Wochenarbeitszeit bleibt dabei unverändert.

Der Urlaubsanspruch von Januar bis August beträgt bei drei Tagen Arbeit in der Woche 12 Tage.

8 / 12 von 18 Urlaubstagen (30 / 5 x 3) = 18 x 8 Monate ÷ 12 Monate

Von September bis Dezember stehen dem Beschäftigten durch die Fünftagewoche 10 Urlaubstage zu.

4 / 12 von 30 Urlaubstagen = 30 x 4 Monate ÷ 12 Monate

Dem Beschäftigten stehen demnach 22 Urlaubstage pro Jahr zu = 12 + 10 Tage.

Sonderzahlungen und Zuschläge im Bereich TVöD VKA

Folgende Zuschläge, Zulagen und Sonderzahlungen können Beschäftigte im TVöD VKA mitunter erhalten:

  • Erschwerniszulage
  • Jahressonderzahlung (ehemalig Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld)
  • Jubiläumsgeld in Höhe von 50 Euro bei 25 Jahren und 500 Euro bei 40 Jahren Betriebszugehörigkeit
  • Sterbegeld
  • Betriebliche Altersversorgung
  • Zeitzuschläge
  • Vermögenswirksame Leistungen
  • Krankengeldzuschuss nach § 22 TVöD

lesen Sie mehr dazu unter Jahressonderzahlung

Einmalige Pauschalzahlung 2016 (VKA)

Im Tarifvertrag vom 1. März 2014 wird für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes eine einmalige Pauschalzahlung festgelegt. Sie beträgt im Jahr 2014 einmalig 360 € und wird ausbezahlt an Personen in den Entgeltgruppen 2 bis 8 (Stichtag 31. Dezember 2013). Wichtig ist, dass die Beschäftigten vom 1. Oktober 2005 bis zum 31. Dezember 2013 ihre Arbeit aufgenommen haben müssen und, dass das Arbeitsverhältnis bis Oktober 2014 noch besteht.

Gezahlt wird das Geld mit der Entgeltzahlung für Oktober 2014. Das jedoch nur dann, wenn mindestens ein Tag im Jahr 2014 bis Ende Oktober Anspruch auf Entgelt besteht. Teilzeitbeschäftigte erhalten die Pauschalzahlung anteilig nach ihrer Arbeitszeit. Für Saisonkräfte gelten besondere Regelungen. Im Tarifvertrag ist auch die einmalige Pauschalzahlung für 2015 festgelegt. Diese besagt Folgendes:

Gibt es ab 1. Januar 2015 keine Entgeltordnung im Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes im Bereich der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, dann gilt für den Oktober 2015 eine ähnliche Regelung wie für 2014. Beschäftigte der Entgeltgruppen 2 bis 8 (Stichtag 31. Dezember 2014), erhalten eine einmalige Pauschalzahlung von 360 €. Voraussetzung dafür ist, dass ihr Arbeitsverhältnis vom 1. Oktober 2005 bis 31. Dezember 2014 bestand. Außerdem muss mindestens ein Tag im Jahr 2015 bis Ende Oktober Anspruch auf Entgelt vorhanden sein. Für Teilzeitbeschäftigte und Saisonarbeitskräfte gelten wieder gesonderte Bestimmungen.

Im Jahr 2016 erhalten die Beschäftigten des TVöD VKA keine Pauschalzahlung, jedoch eine Entgelterhöhung von insgesamt 4,75 Prozent. Auszubildende erhalten ab 01. März 2016 35 Euro pro Monat mehr Geld und ab dem 01. Februar 2017 30 Euro mehr an Auszubildendenvergütung.

Neue Entgeltordnung TVöD VKA ab 01. Januar 2017

Am 29. April 2016 haben sich die Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und die Gewerkschaften auf eine neue Entgeltordnung zum TVöD VKA geeinigt. Diese soll zum 01. Januar 2016 in Kraft treten. Die bisherige Entgeltordnung zum TVöD VKA verliert damit ihre Gültigkeit.

Mit dem Eintritt der neuen Entgeltordnung wird die Eingruppierung in vielen Bereichen neu gegliedert. Es treten erhebliche Veränderungen zu den Eingruppierungsmerkmalen ein.

Aufbau der neuen Entgeltordnung

Wie auch in der alten Entgeltordnung zu finden, wird es ebenso in der neuen Entgeltordnung einen allgemeinen und einen fachbereichbezogenen Teil geben. Im Allgemeinen Teil sind alle Vorbemerkungen für alle Entgeltgruppen enthalten. Auch allgemeine Tätigkeitsmerkmale und Merkmale, die für die fachbereichbezogenen Teile gelten, sind im Allgemeinen Teil zu finden. Die Besonderen Teile untergliedern sich in den Teil der Verwaltung, der Flughäfen, der Sparkassen, der Entsorgung, der Pflege- und Betreuungseinrichtungen und der Krankenhäuser. Die Besonderen Teile können sich wiederum in Sparten aufteilen. So finden sich im Besonderen Teil der Verwaltung Tätigkeitsmerkmale für etwa 25 Berufsgruppen, wie zum Beispiel für Mitarbeiter im Kassen- und Rechnungswesen, Hausmeister für Schulen und Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst.

Wesentliche Neuerungen ab Januar 2017

Ab dem 01. Januar 2017 tritt die neue Entgeltordnung für den TVöD VKA in Kraft. Folgende wesentliche Neuerungen werden dann eintreten:

  • P-Tabelle: Die neue P-Tabelle löst die alte Kr-Tabelle zum 01. Januar 2017 ab. Beschäftigte, die nach der alten Kr-Tabelle vergütet werden, werden automatisch übergeleitet. Für examinierte Pflegekräfte erhöht sich dadurch das Einstiegsgehalt um mehr als 150 Euro.
  • Rettungssanitäter: Künftig werden Rettungssanitäter in die Entgeltgruppe 4 eingestuft. Des Weiteren erhalten sie eine Zulage von 2,3 Prozent ihres Gehalts.
  • Rettungsassistenten: Rettungsassistenten werden künftig in die Entgeltgruppe 6 eingruppiert.
  • Staatlich geprüfte Techniker, sonstige Beschäftigte: bei vorliegender gleichwertiger Erfahrung und Fähigkeit werden Mitarbeiter, die als sonstige Beschäftigte und staatliche Techniker gelten, in die Entgeltgruppe 8 eingestuft.
  • Meister, BBiG-Meister, Gärtnermeister: die Eingruppierung erfolgt auch hier in die Entgeltgruppe 8, sofern diese Beschäftigtengruppe eine Fortbildung abgeschlossen hat.
  • Vereinbarung neuer Tätigkeitsmerkmale für Mitarbeiter der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT)
  • Verbesserungen für Beschäftigte, die in den TVöD-V eingruppiert sind
  • Einführung der neuen Entgeltgruppen 9a, 9b und 9c

Stufengleiche Höhergruppierung ab März 2017

Ab dem 1. März 2017 tritt die stufengleiche Höhergruppierung in Kraft. Die bisherige betragsmäßige Höhergruppierung wird dadurch abgelöst. Die stufengleiche Höhergruppierung gilt insbesondere für Umgruppierungen und nicht für Höhergruppierungen infolge des Inkrafttretens der Entgeltordnung.

Neue Entgeltgruppen 9a, 9b und 9c

Die bisherige Entgeltgruppe 9 wird durch die neuen Entgeltgruppen 9a, 9b und 9c ab 01. Januar 2017 ersetzt. Die Überleitung aus der sogenannten kleinen Entgeltgruppe 9 in die neue Entgeltgruppe 9a erfolgt automatisch. Sie stellt keine Höhergruppierung dar. Die zurückgelegten Stufen und Stufenlaufzeiten werden übernommen. Allerdings kommen besondere Überleitungsregelungen zur Anwendung, da die neue Entgeltgruppe 9a nun sechs Stufen hat.

EG 9 wird in EG 9b umbenannt

Mitarbeiter, die in die normale Entgeltgruppe 9 eingruppiert sind und für die der Anhang zu § 16 (VKA) TVöD keine besonderen Stufenregelungen vorsieht, werden unter Beibehaltung ihrer Stufe und Stufenlaufzeit in die Entgeltgruppe 9b zum 01. Januar 2017 übergeleitet.

Möglichkeit zur Höhergruppierung in die neue Entgeltgruppe 9c

Mitarbeiter der bisherigen normalen Entgeltgruppe 9 können ab 01. Januar 2017 auf Antrag hin in die neue Entgeltgruppe 9c höhergruppiert werden.

TVöD: Tarifvertrag 2016/2017 | Forum - Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener