Neue Düsseldorfer Tabelle ab 2013/2014 - Kindesunterhalt berechnen

Tabelle zur Berechnung des Kindesunterhalts

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Ziele der Düsseldorfer Tabelle
Die Höhe des Kindesunterhaltes
Die Höhe des Selbstbehalts
Die Berücksichtigung des Kindergeldes
Anrechnung des Kindergeldes bei volljährigen Kindern
Die Ermittlung des unterhaltsrelevanten Einkommens
Der Unterhaltsrechner liefert erste ungefähre Werte
Wichtige Urteile zum Unterhalt

Wissenwertes vorab:

  • Die Düsseldorfer Tabelle ist maßgebend bei der Ermittlung der Höhe des Unterhalts für Kinder nach einer Trennung beider Elternteile
  • Die Düsseldorfer Tabelle ist auf dem Stand vom 1. Januar 2013 und gilt in den Werten auch für das Jahr 2014 bis eine endgültige Entscheidung zur Erhöhung der Werte vorliegen
  • Der Kindesunterhalt aus der Düsseldorfer Tabelle kann nicht als verbindlicher Zahlbetrag gehalten werden. Die Höhe des Unterhalts ergibt sich nach Abzug bestimmter Freibeträge und des monatlich gezahlten Kindergeldes
  • Der aktuelle Selbstbehalt für erwerbstätige Unterhaltspflichtige liegt für Kinder bis zum 21. Lebensjahr bei 1.000 Euro. Für nicht erwerbstätige Unterhaltspflichtige gilt ein Selbstbehalt von 800 Euro. Bei volljährigen Kindern beträgt der Selbstbehalt 1.200 Euro.
  • Ein Unterhaltsrechner kann zur Ermittlung des Unterhalts herangezogen werden. Trennung Unterhalt kostenlos berechnen funktioniert nur mit Tabellen und einer eigenständigen Berechnung anhand eines Unterhaltsrechners. Dieser liefert jedoch nur Richtwerte.

Für das Jahr 2014 ist aktuell keine Änderung der Düsseldorfer Tabelle geplant.

Tabelle zum Kindesunterhalt als kostenloser PDF-Download

Unterhaltsrechner - Düsseldorfer Tabelle Rechner 

 

Neue Düsseldorfer Tabelle für das Jahr 2013/2014

Ursprung der Düsseldorfer Tabelle

Die Düsseldorfer Tabelle ist eine kontinuierlich zu überarbeitende Tabelle zur Bestimmung der Unterhaltshöhe für Kinder und für Ehegatten. Sie trat erstmals 1962 in Kraft und wurde vom Landgericht Düsseldorf entwickelt, welches auch ihr Namensträger ist. Die Düsseldorfer Tabelle wird seit 1962 zur Berechnung des Unterhalts für Kinder und Ehegatten von deutschen Gerichten als Grundlage bei Unterhaltsverfahren angewandt. Eine Rechtsverbindlichkeit in Bezug auf die Düsseldorfer Tabelle besteht jedoch nicht.

Berliner Tabelle als Instrument der Vereinheitlichung

Die Düsseldorfer Tabelle wurde in ihrer Beschaffenheit von weiteren Unterhaltstabellen ergänzt. Als Beispiel dafür dient die Berliner Tabelle. Diese Tabelle wird bei Unterhaltsbestimmungen im Raum Berlin herangezogen, wenn beide Partner dort wohnhaft sind. Ein signifikantes Unterscheidungsmerkmal zur Düsseldorfer Tabelle sind die beiden zusätzlichen Einkommengruppen unter den niedrigsten Gehaltsgruppen.

Die Berliner Tabelle hat die Funktion einer gesonderten Unterhaltsrichtlinie, die die rechtliche Anwendung der Düsseldorfer Tabelle bundesweit vereinheitlichen und unterstreichen soll.

Ziele der Düsseldorfer Tabelle

Das oberste Ziel der Düsseldorfer Tabelle ist die Standardisierung der Unterhaltszahlungen auf Basis der rechtlichen Grundlage. Dabei wird die Tabelle durch insgesamt vier Arten von Unterhaltsleitlinien, dem Ehegattenunterhalt, dem Kindesunterhalt, dem Verwandtenunterhalt und der Mangelfallberechnung, egänzt.

Der Unterhaltspflichtige gegenüber minderjährigen und volljährigen Kindern

Bis zur Volljährigkeit sind beide Elternteile zum Unterhalt gegenüber dem minderjährigen Kind verpflichtet. Das Elternteil, bei dem sich das Kind nicht überwiegend aufhält, ist gegenüber dem Kind barunterhaltspflichtig. Eine Verpflichtung zum Barunterhalt ergibt sich aus § 1612 a BGB. Kinder, die zwar eine Volljährigkeit aufweisen, sich jedoch noch in einer Ausbildung oder in einem Studium befinden, haben Anspruch auf einen Unterhalt von beiden Elternteilen. Diese sind unterhaltspflichtig bis zum Ende der Ausbildungsphase oder des Studiums. Der Unterhalts wird anhand ihres Einkommens berechnet.

Der Mindestunterhalt

Gemäß § 1612 a BGB definiert sich der Mindesunterhalt für minderjährige Kinder wie folgt:

(1) Ein minderjähriges Kind kann von demjenigen Elterteil einen prozentualen Mindestunterhalt verlangen, bei dem es nicht im Haushalt lebt. Gemäß § 32 Absatz 6 Satz 1 des Einkommenssteuergesetzes richtet sich der Mindestunterhalt nach dem doppelten Freibetrag des Kinderfreibetrages.

Mindestunterhalt in Prozent

Altersstufen des Kindes Mindestunterhalt in Prozent Mindestunterhalt in Euro
Bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres   87 % 317,- Euro
Bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres 100 % 364,- Euro
Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres 117 % 426,- Euro
Ab dem 18. Lebensjahr 117 % 488,- Euro

(2) und (3) Dabei ist der Prozentsatz bis auf eine Dezimalstelle nach dem Komma zu begrenzen und der Betrag in Euro aufzurunden. Weitere Dezimalstellen finden keinerlei Berücksichtigung.

Zahlbeträge nach Abzug des hälftigen und vollen Kindergeldes

Nachfolgend sind die Zahlbeträge dargestellt, die sich nach Abzug des hälftigen Kindergeldes bei Minderjährigen und des vollen Kindergeldes bei volljährigen Kindern ergeben. Derzeit beträgt das Kindergeld für das erste und das zweite Kind 184 Euro, für das dritte Kind 190 Euro und ab dem vierten Kind 215 Euro.

Neue Regelungen - Düsseldorfer Tabelle für das 01. und 02. Kind

Gültig ab 01.01.2013

Neue Regelungen - Düsseldorfer Tabelle für das 03. Kind

Gültig ab 01.01.2013

Neue Regelungen - Düsseldorfer Tabelle ab dem 04. Kind

Gültig ab 01.01.2013

Die Höhe des Kindesunterhaltes

Die Düsseldorfer Tabelle spiegelt den Unterhalt für Kinder anhand des Nettoeinkommens und des Alters der Kinder wieder. Dabei findet eine Staffelung des Kindesunterhaltes statt. Es gibt 11 Staffelungen des Einkommens, angefangen bei unter 1.500 Euro netto pro Monat bis zur höchsten Unterhaltsstufe von über 5.101 Euro netto monatlich. Hier wird dann fallorientiert entschieden. Im Grunde genommen können aus der Düsseldorfer Tabelle 10 Stufen abgelesen werden. Die 11. Stufe des Einkommens muss vom Gericht entsprechend der Analyse des Falls geklärt und festgesetzt werden. Zu den Einkommensstufen gesellen sich 4 Altersstufen, ein Prozentsatz und ein Bedarfskontrollbetrag. Dieser findet sich in letzter Spalte der Düsseldorfer Tabelle wieder und dient für die Kontrolle des eigenen Bedarfs. Der Bedarfskontrollwert ist derjenige Wert, der zum Leben des Unterhaltspflichtigen bleiben muss. Der prozentuale Wert in der vorletzten Spalte dient als Steigerungswert des Unterhaltes der jeweiligen Gehaltsgruppe gegenüber dem Mindestunterhalt in der niedrigsten Gehaltsgruppe. Durch eine Multiplikation des Mindestunterhalts mit dem entsprechenden Prozentsatz wird die Höhe des Anspruchs auf Unterhalt bestimmt.

Die Höhe des Selbstbehalts

Aufgrund der Anhebung der Arbeitslosengeld II-Bezüge zum 01. Januar 2013 wurden die Werte des Selbstbehaltes im Rahmen der Düsseldorfer Tabelle ebenso angehoben. Somit ergeben sich 1.000 Euro als Selbstbehalt, wenn ein erwerbstätiger Ehegatte Kindern bis zum 21. Lebensjahr unterhaltspflichtig ist.  Nicht erwerbstätige Elternteile haben einen Selbstbehalt von 800 Euro. Bei volljährigen Kindern beträgt der Selbstbehalt 1.200 Euro.

Die Berücksichtigung des Kindergeldes

Kindergeld steht grundsätzlich beiden Elternteilen zur Hälfte zu. Da nicht beide Elternteile jeweils die Hälfte des Kindergeldes ausgezahlt bekommen können, wird das Kindergeld an dasjenige Elternteil ausgezahlt, bei dem das Kind wohnt. Dasjenige Elternteil, welches zum Unterhalt verpflichtet wurde, kann aufgrund des Fehlens der zweiten Hälfte des Kindergeldes diese vom Unterhalt abziehen.

Demzufolge sind in der Düsseldorfer Tabelle nicht die Zahlbeträge angegeben. Diese erhält man erst nach Abzug des hälftigen Kindergeldes. Das Kindegeld beträgt derzeit für das erste und zweite Kind 184 Euro pro Monat. Ab dem dritten Kind wird ein Kindergeld von 190 Euro gewährt.

Anrechnung des Kindergeldes bei volljährigen Kindern

Sofern das Kind volljährig ist und es ihm Kindergeld zusteht, so wird dieses in voller Höhe dem Unterhaltspflichtigen angerechnet, in dem der Betrag des Kindergeldes vom Betrag in der Düsseldorfer Tabelle abgezogen wird. Grund dafür ist die Volljährigkeit des Kindes, die eine Reduzierung des Kindesunterhaltes mit sich bringt, auch wenn die Unterhaltspflicht steigt. Die Berechnung des Unterhalts bei volljährigen Kindern wird ebenso anhand der Düsseldorfer Tabelle vorgenommen, jedoch gilt hier eine andere Art der Berechnung. Hier staffelt sich der Unterhalt an das Einkommen beider Unterhaltspflichtigen. Demzufolge müssen beide unterhaltspflichtige Elternteile mehr Unterhalt leisten, je mehr Einkommen sie vorzuweisen haben.

Die Ermittlung des unterhaltsrelevanten Einkommens

Die Ermittlung des relevanten Einkommens für die Unterhaltsberechnung ist eine komplexe Angelegenheit. Oftmals ist es so, dass das Nettogehalt auf dem Lohnzettel in den wenigsten Fällen mit dem unterhaltsrelevanten Nettoeinkommen übereinstimmt. Die Düsseldorfer Tabelle gibt hier keine Indizien darauf.

Der Unterhaltsrechner liefert erste ungefähre Werte

Mittels eines Unterhaltsrechners kann der Unterhalt vorab in ungefähren Werten bestimmt werden. Die Daten müssen jedoch mit Vorsicht genossen werden, da in vielen Fällen noch weitere Faktoren bei der Unterhaltsberechnung mit einfließen.

Unterhaltsrechner - Düsseldorfer Tabelle Rechner 

 Düsseldorfer Tabelle Historie

Wichtige Urteile zum Unterhalt auf Grundlage der Düsseldorfer Tabelle

OLG-HAMM – Beschluss, II-14 UF 165/12 vom 10.09.2012   VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 12 S 1550/07 vom 16.12.2009
 VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 12 S 1603/07 vom 16.12.2009 OLG-FRANKFURT-AM-MAIN – Beschluss, 2 UF 394/12 vom 06.03.2013 
 VG-KOELN – Urteil, 26 K 1803/12 vom 20.09.2012  OLG-HAMM – Urteil, II-12 UF 319/11 vom 11.07.2012
 AG-LUDWIGSLUST – Beschluss, 5 F 98/09 vom 21.09.2009 LSG-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, L 7 AS 5570/06 vom 19.07.2007 
 VG-GOETTINGEN – Urteil, 2 A 70/05 vom 01.08.2006 NIEDERSAECHSISCHES-OVG – Urteil, 4 LC 323/02 vom 22.01.2003 
 OLG-KOELN – Beschluss, 14 WF 157/98 vom 29.10.1998 BGH – Beschluss, XII ZB 329/12 vom 17.04.2013 
 OLG-HAMM – Beschluss, II-2 UF 53/12 vom 17.01.2013 OLG-HAMM – Beschluss, II-4 UF 143/12 vom 20.12.2012 
 AG-NEUSS – Beschluss, 46 F 187/12 vom 30.10.2012  BGH – Urteil, XII ZR 17/11 vom 17.10.2012
 OVG-BERLIN-BRANDENBURG – Beschluss, OVG 6 M 102.11 vom 06.06.2012 NIEDERSAECHSISCHES-FG – Urteil, 15 K 234/11 vom 24.04.2012 
 LG-DORTMUND – Urteil, 4 O 320/10 vom 19.04.2012 BGH – Urteil, XII ZR 66/10 vom 18.04.2012 
VG-STUTTGART – Urteil, 7 K 3041/10 vom 13.04.2012  OLG-STUTTGART – Beschluss, 11 UF 331/11 vom 07.03.2012 
 KG – Beschluss, 17 WF 25/12 vom 24.02.2012  LSG-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, L 7 SO 3580/11 vom 23.02.2012
 OLG-HAMM – Beschluss, II-8 UF 96/11 vom 16.11.2011 AG-FRANKFURT-AM-MAIN – Beschluss, 454 F 3056/11 UK vom 16.11.2011 
 VG-BERLIN – Urteil, 34 K 382.10 V vom 15.09.2011 OLG-HAMM – Urteil, II-5 UF 45/11 vom 14.09.2011 
 OLG-CELLE – Beschluss, 10 WF 300/11 vom 06.10.2011 LSG-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, L 13 AS 4950/10 vom 27.09.2011 

 

 

Familienrecht Ammirato vor 1 Jahr
Die neue Düsseldorfer Tabelle

Die Neuregelung der Düsseldorfer Tabelle gerecht?

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TVöD: Tarifvertrag 2012/2013/2014 - Öffentlicher Dienst | Forum - Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener