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Wie das Hessische Landessozialgericht in seinem Urteil entschieden hat (Az.: L 8 KR 52/11), muss die gesetzliche Krankenkasse auch ein teures Hörgerät zahlen. Eine Berufung auf einen Festbetrag sei nicht rechtens. Dies teilte die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) mit.

Krankenkasse lehnte Antrag auf Erstattung des Differenzbetrages ab

Hintergrund des Urteils war ein Mann, der an starker Schwerhörigkeit bis nahezu Taubheit litt. Der Hörgeräteakustiker empfahl dem Mann ein Hörgerät, bei dem er sogar telefonieren kann. Dieses Gerät kostete rund 4.900 Euro. Die Krankenkasse wollte dem Mann nur einen Festbetrag von etwa 1.200 Euro bewilligen. Die Differenz zu den 4.900 Euro sollte der Hörgeschädigte selbst tragen. Der Mann kaufte sich trotzdem das Hörgerät und stellte einen Antrag auf Erstattung des Differenzbetrages von etwa 3.700 Euro. Die Krankenkasse lehnte den Antrag ab.

Krankenkasse ist verpflichtet teures Hörgerät zu zahlen

Daraufhin legte der Hörgeschädigte Klage beim Landessozialgericht in Darmstadt ein. Das Gericht entschied zugunsten des Mannes. Die Krankenkasse muss dem Hörgeschädigten den Differenzbetrag erstatten, da eine Versorgung mit einem Hörgerät dem unmittelbaren Behinderungsausgleich diene. Einen Festbetrag kann die Krankenkasse nur dann anwenden, wenn dieser eine sachgerechte Versorgung des Hörgeschädigten garantiere. Sollte dies nicht der Fall sein, so ist die Krankenkasse verpflichtet, die kompletten Kosten für das Hörgerät zu tragen.

Quelle: augsburger-allgemeine.de

TVöD: Tarifvertrag 2018/ 2019, Entgelttabellen, Rechner | Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener