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Rentner dürfen sich freuen: Ab dem 1. Juli 2015 steigen ihre Renten in den neuen Bundesländern um 2,5 Prozent, in den alten um 2,1 Prozent. Damit steigt auch der Rentenwert, das heißt, dass er nun in den neuen Ländern bei 27,05 Euro in den alten bei 29,21 Euro liegt. Zudem erhöhen sich die Bezüge der Kriegs- und Wehrdienstopfer sowie der Opfer von Gewalt und der Impfgeschädigten um 2,1 Prozent.

Trotz Schulden mehr Geld?

Schuldner können aufatmen, denn ihnen bleibt ab 1. Juli mehr Geld, um ihre eigene Existenz zu sichern. Das bedeutet, dass der unpfändbare Grundbetrag auf 1073,88 Euro angehoben wird und dass sich bei Schuldnern die Pfändungsfreigrenze erhöht, wenn sie Unterhalt zahlen müssen. Konkret sind das 404,16 Euro pro Monat für eine und bis zu 225,17 Euro für bis zu vier weiteren Personen.

Elterngeld Plus und mehr Elternzeit

Das neue Elterngeld Plus kann ab dem 1. Juli beantragt werden. Es ist zwar einkommensabhängig, kann aber doppelt so lang bezogen werden wie der Vorgänger, ganze zwei Jahre. Es ermöglicht Eltern, in Teilzeit zu arbeiten oder den sogenannten Partnerschaftsbonus in Anspruch zu nehmen. Dieser regelt, dass man für weitere vier Monate Geld bekommt, wenn beide in Teilzeit arbeiten. Die bisherige Form des Elterngelds wird es aber weiterhin geben, jedoch können sich Eltern für eine der beiden Varianten entscheiden. Kombinationen sind ebenfalls möglich oder auch eine Aufteilung der Elternzeit auf drei Zeiträume.

Hebammen haben es schwerer

Freiberufliche Hebammen müssen ab dem 1. Juli mehr an Haftpflichtversicherung zahlen: 6.274 Euro. Kein Wunder, dass diese hohe Summe für viele existenzbedrohend wird. Bereits nach der letzten Erhöhung hatte ein Großteil der Hebammen aufgegeben. Natürlich bringt das den Hebammenverband auf den Plan. Dieser warnt davor, dass damit die Geburtshilfe nicht mehr ausreichend abgesichert ist. Jedoch soll ein sogenannter Sicherstellungszuschlag die Kosten ausgleichen. Die Hebammen haben aber aufgrund von Differenzen zwischen Kassen und Hebammenverband noch keine dieser Entlastungen erhalten.

Schwarzfahrer zahlen mehr

Wer ohne Ticket in Bus oder Bahn erwischt wird, bezahlt ab dem 1. Juli 2015 60 Euro. Die Verkehrsbetriebe erhoffen sich dadurch eine abschreckende Wirkung, jedoch tritt die Regelung nicht in allen Bundesländern gleichzeitig in Kraft.

Einlagensicherungsgesetz schafft Sicherheit

Mit dem 3. Juli wird das neue Einlagensicherungsgesetz greifen, das einen besseren Schutz der Ersparnisse bei einer Bankenpleite garantiert. Es gilt in allen 28 EU-Staaten und für 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Schutzwürdige Einlagen bis zu 500.000 Euro, also solche aus Abfindungen und Immobilienverkäufen, sind sechs Monate geschützt.

Lkw-Maut steigt

Mit dem 1. Juli 2015 wird auf ca. 1.100 Kilometer der Bundesstraßen für Lkw-Fahrer Maut fällig. Somit umfasst das Mautnetz nicht mehr nur Bundesautobahnen für alle Fahrzeuge, die ein Gesamtgewicht von zwölf Tonnen aufweisen.

Mehr Zeit für alle

In der Nacht zum 1. Juli muss, weil die Erde nicht wie ein Uhrwerk rotiert, eine Sekunde in die Uhrzeit eingefügt werden. Diese Zusatzsekunde gab es bereits 2012; 26 Mal insgesamt seit der Einführung im Jahr 1972. Die Festlegung über die Schaltsekunde trifft der Internationale Dienst für Erdrotation und Referenzsysteme. Wer eine Funkuhr hat, bekommt die Zeit sekundengenau angezeigt. Jedoch kann es bei Computersystemen zu Problemen kommen.

Quelle: mdr.de

 

TVöD: Tarifvertrag 2018/ 2019, Entgelttabellen, Rechner | Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener