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Am 04. bzw. am 09. Dezember 2008 hat die Bundestarifkommission von GEW und ver.di die Forderungen für die neue Tarifrunde 2009 beschlossen. Diese Tarifrunde findet ausschließlich im Länderbereich statt und beinhaltet die Kernforderung, dass die Entgelterhöhung acht Prozent bei 12 Monaten Laufzeit betragen soll. Mit dieser Forderung soll die Bezahlung der Länder den Anschluss zur Bezahlung beim Bund und den kommunalen Arbeitgebern finden.

Die Forderung der GEW
Notwendigkeit eines neuen Eingruppierungsrechts
Arbeiten an Hochschulen - tariflich geschützt
Die Tarifrunde ist gleichzeitig Besoldungsrunde

Die Forderungen der GEW

Die GEW stellt weitere Forderungen, eine Reihe an Veränderungen im Manteltarifrecht sollen ebenfalls beseitigt werden. Dabei geht es vor allem um Ungerechtigkeiten bei der Bezahlung von Lehrkräften und anderen Beschäftigten mit Hochschulabschluss.
Dazu gehören:
die Ausbildungszeit, sowie die Zeiten eines Refendariat und einer Promotion sollen künftig auf die Stufenlaufzeit angerechnet werden,
eine verbindliche tarifliche Regelung, unter Eindämmung des Wildwuchses bei der Ersetzung der Kann- Regelung, soll die Berücksichtigung von förderlichen Zeiten bei der Stufenzuordnung erbringen,
die vollständige Berücksichtigung der Zeiten, einer einschlägigen Berufserfahrung die bei einem Arbeitgeber zurückgelegt worden sind, sollen bei einem Arbeitgeberwechsel in Kraft treten, sowie die so genannten Restlaufzeiten,
diejenigen Beschäftigten, die unter die Vergütungsgruppe II b fallen und ohne Aufstieg in die Vergütungsgruppe II a eingruppiert worden sind und derzeit fehlerhaft in der Entgeltgruppe III geführt werden, sollen sachgerecht bezahlt werden.

 

Notwendigkeit eines neuen Eingruppierungsrechts

Eine zentrale Bedeutung haben die Forderungen, welche die Bundestarifkommission der GEW zur Tarifierung der Eingruppierung der Lehrkräfte beschlossen hat. Unter diese Tarifierung fallen auch die Beschäftigten im Wissenschaftsbereich. Damit ist ein Vorgriff auf ein neues Eingruppierungsrecht geschehen. Die GEW fordert, dass nach der Tarifrunde 2009 Schritte unternommen werden sollen, die zur alsbaldigen Aufnahme von vorgezogenen Verhandlungen führen, welche die tarifliche Eingruppierung von Lehrkräften verbindlich festlegen sollen. Darunter fällt auch eine Entgeltordnung für den Wissenschaftsbereich. Diese Ergebnisse sollen den Verhandlungen mit Bund und VKA zum Eingruppierungsrecht im Bereich der Sozial- und Erziehungsdienste übertragen werden.
Mit der Schaffung des Eingruppierungsrechts sind weitere Forderungen der GEW und ver.di eng verbunden. Beide fordern, dass bis zur Erschaffung des neuen Eingruppierungsrechts die Bewährungs- und Fallgruppenaufstiege für alle Beschäftigten zu reaktivieren sind. Mit dieser Forderung sollen hohe Entgeltverluste gegenüber dem BAT/BAT-O- Niveau verhindert werden.

 

Die Arbeitsverhältnisse an Hochschulen sollen tariflich geschützt werden

Die GEW und ver.di sind der Meinung, dass eine Ausweitung des Tarifschutzes auf alle Arbeitsverhältnisse im Bereich Hochschule und Forschung längst überfällig sind. Daher stellt die GEW die Forderung, dass studentische Beschäftigte und wissenschaftliche Hilfskräfte in den Geltungsbereich des TV-L einbezogen werden müssen. Diese Einbeziehung muss unter Berücksichtigung der Besonderheiten der Beschäftigungsverhältnisse, sowie den Lehrkräften der Kunst- und Musikschulen geschehen.

 

Die Tarifrunde ist gleichzeitig Besoldungsrunde

Die Tarifrunde im Jahr 2009 wird dieses Mal nicht nur die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Länder betreffen. Ebenfalls gefordert werden dieses Mal zur Tarifauseinandersetzung die Beamten und Beamtinnen. Mit diesem solidarischen Handeln soll ein gegenseitiges Ausspielen der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen gegen Beamtinnen und Beamten verhindert werden. Der Motor der Entwicklung im Bereich Besoldung soll deswegen das erkämpfte Tarifentgelt sein. Die sich daraus ergebende Forderung von GEW und ver.di ist die zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auch auf die Beamtinnen und Beamten. Referendarinnen und Refendare sollen in diesem Zeitraum mindestens eine Erhöhung von 120 Euro erhalten. Im Gegenzug erwarten GEW und ver.di aber auch eine erkennbare Einbringung in die Tarifauseinandersetzung seitens der Beamtinnen und Beamten. Dabei soll das bestehende Streikverbot der Beamtinnen und Beamten nicht mehr als Vorwand genutzt werden, um eine Enthaltsamkeit im Beamten- und Besoldungspolitischen Bereich während der Tarifrunde zu rechtfertigen.

Die neuen TVöD Entgelttabellen 2008/2009 können Sie hier downloaden.

Entgelttabelle

TVöD: Tarifvertrag 2018/ 2019, Entgelttabellen, Rechner | Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener