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Angesichts der bevorstehenden Tarifrunde am 01. März 2012 (TVöD) in Berlin fordert der öffentliche Dienst mindestens 6,5 Prozent mehr Lohn. Für kommunale Arbeitgeber ist dies im Rahmen des Schuldenabbaus und der wirtschaftlichen Lage der einzelnen Bundesländer einfach nicht umsetzbar, wie sie bekannt gaben.

Die Gewerkschaften sind sich in dem Punkt einig, dass unbedingt eine Entgelterhöhung in Höhe von 6,5 Prozent bzw. von mindestens 200 Euro monatlich für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst erfolgen muss, da durch die Inflation und den Sparmaßnahmen diese in den letzten Jahren Lohnverluste hinnehmen mussten.

Im Jahr 2011 betrug der Reallohnverlust durch die Inflationsrate 0,6 Prozent, die nicht ausgeglichen werden konnte, wie ver.di-Chef Frank Bsirske mitteilte. Der öffentliche Dienst entfernt sich somit immer weiter von der privaten Wirtschaft. dbb-Chef Peter Heesen teilte mit, dass im Jahre 2011 der öffentliche Dienst etwa sechs Prozent hinter den Tariflöhnen gelegen habe. Zudem herrsche unter anderem durch die schlechteren Besoldungsbedingungen ein akuter Fachkräftemangel, welcher sich beispielsweise deutlich im Schulwesen spürbar macht. Dort fehlen zunehmend Fachlehrer in den Unterrichtsfächern Mathematik, Physik, Latein und Chemie. „Wenn wir nicht die Zukunft unseres Gemeinwesens verzocken und im Wettbewerb um immer knapper werdende Fachkräfte unterliegen wollen, muss jetzt eine spürbare Erhöhung der Einkommen her“, wie Hessen sich angesichts des Fachkräftemangels äußerte.

Eine  angemessene Einkommenserhöhung soll sich nach Ansichten der Gewerkschaften dbb, ver.di, GdP und GEW auf mindestens 200 Euro belaufen. Gerade für Beschäftigte in den niedrigeren Besoldungs- und Entgeltstufen wäre dies eine spürbare Verbesserung in der Besoldungsstruktur.

Für Lehrkräfte im Bund soll gemäß der GEW eine Anpassung der entsprechenden Entgeltordnung auf der Grundlage der Merkmale für die Eingruppierung von Sport- und Sprachlehrern durchgeführt werden. Auch für Beschäftigte an Hochschul- und Forschungseinrichtungen, die gemäß TVöD besoldet werden, wird eine Sonderregelung bezüglich der Eingruppierung, Besoldung und des Urlaubes nach § 40 TV-L gefordert.

Das Tarifergebnis soll, wie im Jahr 2011 auch, auf die Beamten, Soldaten und Richter im Bund übertragen werden.

Quelle: focus.de


Siehe auch:

Forderungen für die Tarifrunde 2012



TVöD: Tarifvertrag 2018/ 2019, Entgelttabellen, Rechner | Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener