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Gemäß der Statistik der Deutschen Stiftung Patientenschutz geht die Anzahl der Pflegekräfte in den Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen drastisch zurück. Dafür steigen die Patientenzahlen und immer mehr die Ansprüche der Patienten und Angehörigen. So waren im Jahr 1991 noch etwa 76.600 Pflegekräfte in NRW an Krankenhäusern tätig. Im Jahr 2013 ist die Zahl um 4 Prozent auf 73.500 Pflegekräften gesunken. Neben dem Rückgang an Pflegepersonal nahm dagegen die Anzahl der Ärzte von 22.100 auf 33.800 immens zu.

Durchschnittliche Anzahl ausgebildeter Pflegekräfte an deutschen Krankenhäusern im Jahr 2013

Eine Umfrage an 284 deutschen Krankenhäusern zeigte, dass im Jahr 2013 nur 95,3 Auszubildende zur Pflegekraft beschäftigt wurden. Durschnittlich seien 552,5 Krankenpfleger an den befragten Krankenhäusern tätig gewesen.

552,5Gesundheitspfleger, Krankenpfleger, Kinderkrankenpfleger

95,3Auszubildender als Gesundheitspfleger, Krankenpfleger, Kinderkrankenpfleger

Quelle: statista

Anzahl der pflegebedürftigen Personen wird sich verdoppeln

Der Rückgang an Pflegepersonal ist erschreckend und beunruhigend. Wie das Gesundheitsamt des Landes NRW mitteilte, werden gerade in Nordrhein-Westfalen Pflegekräfte benötigt. Es herrscht ein akuter Mangel, der gravierende Folgen haben könnte, sofern nicht mehr Personal eingestellt werden wird. Laut der Prognose des Gesundheitsamtes wird die Anzahl der pflegebedürftigen Personen bis zum Jahr 2050 um rund 400.000 auf 946.000 ansteigen. Schon jetzt ist die Anzahl an Patienten in den Krankhäusern in NRW im Zeitraum von 1995 bis 2013 um etwa 25 Prozent auf rund 4,4 Millionen gestiegen.

Bedarf an Pflegekräften in Deutschland bis zum Jahr 2025

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Prognose zum Bedarf an Pflegekräften in Deutschland bis zum Jahr 2025. Insgesamt wird der Bedarf laut Prognose bei 940.000 Pflegekräften liegen, wobei der Anteil an speziell ausgebildetem Pflegepersonal bei 747.000 liegen wird.

Bedarf an Pflegekräften in Deutschland

Einheitlicher Personalschlüssel an Krankenhäusern gefordert

Wie Eugen Brysch, Vorstand der Stiftung Patientenschutz, erklärte, ist die Verweildauer in den Krankenhäusern in den letzten 20 Jahren um 50 Prozent gesunken. Dafür werden jedoch immer mehr ältere und pflegebedürftige Personen in Krankenhäuser eingeliefert.

"Das bedeutet: Die Akutpflege ist auf Krisenmanagement beschränkt. Deshalb ist und bleibt Pflege in den Krankenhäusern hoffnungslos überfordert, wenn sich nichts ändert", teilte Brysch mit. Nach Brysch sollte es in Deutschland einen einheitlichen Personalschlüssel geben, der verbindlicher Natur sein sollte. "Dann wären wenigstens die Regeln für alle gleich", erklärte der Vorstand der Stiftung Patientenschutz.

NRW stockt 3.000 Pflegekräfte ab 2016 auf

In Nordrhein-Westfalen tut sich bereits etwas. Zum 01. Januar 2016 soll dort die neue ausgehandelte Krankenhausstrukturreform in Kraft treten, die zwischen dem Bund und den Ländern ausgehandelt wurde. Durch die Anwendung der neuen Reform soll die Anzahl der Pflegekräfte kontinuierlich aufgestockt werden. Dafür werden etwa 660 Millionen Euro im Zeitraum von 2016 bis 2018 zur Verfügung gestellt.

Allein in NRW könnte die neue Reform 3.000 neue Pflegekräfte ab dem Jahr 2016 bringen, wie das Gesundheitsministerium in NRW angibt. Dies sei auch angebracht, denn die Zahl der Patienten mit Demenz steigt stetig an. Auch die Zahl der Patienten, die mit anderen Erkrankungen eingeliefert werden, wird immer höher. Schon jetzt seien die Pflegekräfte teilweise absolut überfordert.

Insgesamt ist die Anzahl der Pflegekräfte in ganz Deutschland um 3 Prozent auf 316.300 im Zeitraum von 1991 bis 2013 gesunken. Dagegen stieg die Anzahl der Ärzte um 54,31 Prozent auf 146.900 an. Ausnahmen unter den Bundesländern sind Bayern, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Hessen. Hier ist die Zahl der Pflegekräfte nicht zurückgegangen.Spitzenreiter der am meisten abgebauten Stellen für Pflegekräfte ist Berlin. Die Anzahl der Ärzte hat vor allem in den alten Bundesländern drastisch zugenommen.

Übersicht: Offene Stellen von Pflegekräften im Jahr 2013 nach Bundesländer geordnet

Die nachfolgende Statistik zeigt den Durchschnitt der offenen Arbeitsstellen im Pflegebereich in Deutschland. Die Tabelle ist nach Bundesländern geordnet. So waren in Bayern 175,93 Stellen je eine Million Einwohner unbesetzt. In Nordrhein-Westfalen hingegen waren 121,27 Stellen je eine Million Einwohner nicht besetzt.

Pflegebedürftigkeit in Deutschland von 2005 bis 2030

Die nachfolgende Tabelle zeigt die erstellte Prognose des Statistischen Bundesamtes zur Entwicklung der Anzahl der pflegebedürftigen Personen in ganz Deutschland im Zeitraum von 2005 bis 2030. Die Statistik ist nach Geschlecht geordnet. Somit könnte sich die Anzahl im Jahr 2030 auf 3,4 Millionen pflegebedürftige Menschen in ganz Deutschland belaufen.

Tabelle: Anzahl der pflegebedürftigen Personen in BRD

Entgelttabellen TVöD Pflege und TV-L Pflege 

www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/tvoed-b-vka.html
www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/tvoed-b.html
www.oeffentlichen-dienst.de/tvoed-k.html
www.oeffentlichen-dienst.de/avr-aerzte.html

TVöD: Tarifvertrag 2018/ 2019, Entgelttabellen, Rechner | Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener