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Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt entschied aufgrund einer Klage der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und dem Land Berlin zu Gunsten tausender Zeitarbeiter der „Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalserviceagenturen“, die bis dahin gegoltenen Tarifverträge der zusammengeschlossenen Arbeitnehmerorganisationen als „nicht tariffähig“ einzustufen. 

Hier das Video

Grund für das Urteil ist die Tatsache, dass der Zusammenschluss der Arbeitnehmerorganisationen keine Gewerkschaft repräsentiere und demnach keine Entgelte mit Zeitarbeitsfirmen aushandeln hätte dürfen. Für die rund 200.000 Leiharbeiter der rund 1.500 Zeitarbeitsfirmen bedeutet das Urteil des Bundesarbeitsgerichtes eine rückwirkende Gehaltserhöhung auf das Niveau der Stammbelegschaft des jeweiligen Betriebes, sofern kein Tarifvertrag abgeschlossen wurde.

Auf die Unternehmen hingegen kommen zusätzliche Kosten in Millionen- oder gar Milliardenhöhe hinzu. Denn sie sind mit dem Urteil verpflichtet, den Beschäftigten rückwirkend einen Lohnausgleich zu zahlen sowie gegebenenfalls Sozialbeiträge in Höhe bis zu zwei Milliarden Euro nachzuzahlen. Für Fachleute steht jetzt schon fest: Das Urteil des Bundesarbeitsgerichtes könnte der Ruin für Zeitarbeitsfirmen werden.

 

Video: Das 7. Gebot und die Leiharbeit 

Quelle: Streik.tv

 

TVöD: Tarifvertrag 2018/ 2019, Entgelttabellen, Rechner | Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener