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Die GEW-Mitglieder haben in den letzten zwei Wochen eindrucksvoll demonstriert, dass sie auch kämpfen können: Insgesamt haben sich mehr als 75.000 Lehrkräfte und andere Pädagogen am Warnstreik beteiligt.
Allein heute beteiligten sich rund 10.000 Beschäftigte aus dem Bildungsbereich, überwiegend Lehrkräfte, an den Aktivitäten. Im Laufe dieser Woche waren es in allen Teilen der Republik 32.000 Kolleginnen und Kollegen. Letzte Woche waren es sogar rund 45.000, davon allein 20.000 in Sachsen.

Schwerpunkte der Warnstreiks lagen heute in Sachsen-Anhalt, wo an zehn Standorten Streikversammlungen stattfanden sowie Aktionen an den Hochschulen Magdeburg und Merseburg, außerdem in Baden-Württemberg (Stuttgart) und Bremen. In Bremen hatte die GEW auch die Beamtinnen und Beamten zum Streik aufgerufen – mit großer Resonanz – jede dritte Bremer Lehrkraft befand sich heute im Streik.

Ebenfalls gestern beteiligten sich auch hunderte von angestellten Lehrerinnen und Lehrern in Hessen an den Warnstreiks. Das Land Hessen hatte sich vor Jahren aus der Tarifgemeinschaft mit den übrigen Bundesländern ausgeklinkt und verhandelt inzwischen separat mit den Gewerkschaften GEW, ver.di, GdP und IG BAU sowie der dbb Tarifunion. Die Gewerkschaften fordern auch dort acht Prozent mehr Gehalt und mindestens 200 Euro für die Angestellten und die Übertragung des Tarifergebnisses auf die Besoldung.

Bereits am Montag und Dienstag fanden erfolgreiche Warnstreiks statt, darunter zusammen 3.000 Lehrkräfte bei zehn Streikversammlungen am Dienstag in Nordrhein-Westfalen und 1.000 Streikende in und um Hannover sowie jeweils einige Hundert am Montag in Kiel und Freiburg und am Dienstag in Jena.

Die hohe Beteiligung der Lehrkräfte an den Warnstreiks zeige, dass in dieser Tarifrunde zudem eine strukturelle Verbesserung der Einkommen für junge Lehrkräfte durchgesetzt werden muss, betonte Ilse Schaad, Verhandlungsführerin der GEW. Diese hätten als Berufsgruppe durch den Wechsel vom Bundesangestelltentarifvertrag (BAT) auf das neue Tarifsystem, den TV-L, die größten Einkommensverluste erlitten. Eine weitere wichtige Aufgabe der GEW bei den Verhandlungen wird es sein, erneute Sonderopfer Ost – wie z.B. eine Schlechterstellung der Lehrkräfte mit DDR-Abschluss beim Strukturausgleich – zu verhindern.

 

Bereits in der vergangenen Woche hatten etwa 45.000 Lehrkräfte, sozialpädagogische Fachkräfte und Beschäftigte an Hochschulen - gemeinsam mit mehreren zehntausend Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder - den Gewerkschaftsforderungen Nachdruck verliehen.

Die dritte und letzte Verhandlungsrunde zwischen der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und den Gewerkschaften ver.di, GEW und GdP sowie der dbb Tarifunion findet am 14./15. Februar in Potsdam statt. Die Arbeitgeber hatten in den ersten beiden Runden kein Angebot vorgelegt. Parallel zu den Verhandlungen tagen die Tarifkommissionen der verhandelnden Gewerkschaften, um die Verhandlungsergebnisse bewerten und gegebenenfalls abstimmen zu können. Über die Ergebnisse der Verhandlungen und Beratungen wird die GEW ihre Mitglieder zeitnah über das Tariftelegramm auf dem Laufenden halten.

Über die laufenden Arbeitskampfmaßnahmen der GEW berichten wir aktuell unter www.gew-tarifrunde.de sowie auf den jeweiligen Internetseiten der GEW-Landesverbände (schnell zu erreichen über die interaktive Landkarte auf www.gew.de). In unserem Portal finden Sie auch alle weiteren (Hintergrund-)Infos.

Frankfurt am Main, den 13. Februar 2009

Ilse Schaad
Gesa Bruno-Latocha

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
- Hauptvorstand -
Reifenberger Str. 21
60489 Frankfurt
Tel. 069-78973-0
TVöD: Tarifvertrag 2018/ 2019, Entgelttabellen, Rechner | Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener