5 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Rating 5.00 (1 Vote)

 

Die große Resonanz auf die Warnstreikaufrufe der GEW hat es gezeigt: Es ist den Beschäftigten ernst mit ihrer Forderung nach 8 Prozent mehr Gehalt. Sie sind bereit, notfalls dafür zu streiken. In vier Bundesländern – Sachsen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen – war diese Woche schon zu größeren Arbeitskampfmaßnahmen aufgerufen worden. In der nächsten Woche, unmittelbar vor der entscheidenden dritten Verhandlungsrunde, wollen wir den Druck noch weiter steigern.

Allein im Freistaat Sachsen beteiligten sich an zwei Streiktagen mehr als 20.000 Lehrerinnen und Lehrer an den Warnstreiks. Mehr als 1000 Schulen waren betroffen. Am Dienstag, den 3. Februar lag der Schwerpunkt in den drei großen Städten Dresden, Leipzig und Chemnitz. In Leipzig sprach GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne vor rd. 3.000 Kolleginnen und Kollegen. Am Mittwoch, den 4. Februar wurde in den ländlichen Regionen gestreikt, Kundgebungen und Streikfrühstücks fanden in Bautzen, Zwickau, Görlitz, Hoyerswerda Freiberg und Plauen statt. Weitere Infos unter www.gew-sachsen.de.

In Mecklenburg-Vorpommern öffneten mehr als die Hälfte aller Schulen nicht. Kundgebungen fanden in Rostock und Schwerin statt, die 5.000 demonstrierenden Lehrkräfte stellten die Hälfte der Kundgebungsteilnehmer. Auch Beschäftigte der Uni Rostock beteiligten sich am Ausstand. In Rostock sprach GEW-Vorstandsmitglied Norbert Hocke zu den Streikenden, in Schwerin GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad. Impressionen von den Veranstaltungen finden sich unter www.gew-mv.de.

In Niedersachsen hatte die GEW gemeinsam mit ver.di und GdP zu Warnstreiks und zur Kundgebung in Hannover aufgerufen. An der Demonstration beteiligten sich über 14.000 Beschäftigte, davon weit mehr als 5.000 Lehrkräfte. Zu Unterrichtsausfall kam es hier nicht, da in Niedersachsen Schulferien sind. Weitere Infos unter www.gew-nds.de.

In Nordrhein-Westfalen war auch diese Woche die Resonanz auf die Streikaufrufe der GEW sehr gut. Fast 3.000 Lehrerinnen und Lehrer beteiligten sich an den Warnstreiks am 5. Februar. Neben klassischen Streikversammlungen und -Kundgebungen in Bielefeld, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Köln und Wuppertal fand eine Reihe phantasievoller Aktionen statt: So entsorgten die Streikenden in Bonn die Zumutungen der Arbeitgeber demonstrativ in der örtlichen Müllerverwertung. In Köln wurde von mehreren Schulklassen eine öffentliche Unterrichtsstunde durchgeführt. In Dortmund und Gelsenkirchen besuchten die Streikenden Schulen und forderten die verbeamteten Lehrer zur Solidarität auf. Weitere Infos unter www.gew-nrw.de.

In Hamburg hat die GEW gemeinsam mit ver.di die Beschäftigten der Hochschulen zum Warnstreik aufgerufen. Die Streikenden nahmen an der gemeinsamen Kundgebung aller öffentlichen-Dienst-Gewerkschaften in Hamburg am 5. Februar teil. In anderen Bundesländern wurden mit Personalversammlungen, Regionalkonferenzen und Informationsveranstaltungen die Arbeitskampfmaßnahmen der kommenden Woche vorbereitet. Allein bei der Personalversammlung in Bremerhaven am 5. Februar kamen über 500 Kolleginnen und Kollegen zusammen.

Mit einer bunten Aktion meldeten sich die studentischen Beschäftigten der TU Braunschweig zu Wort: Sie demonstrierten mit tausend roten Luftballons für eine Einbeziehung studentischer Beschäftigter in den Tarifvertrag der Länder (TV-L). Infos unter www.asta.tu-bs.de. Die GEW hat ihre Forderung, den Geltungsbereich des TV-L auf studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte sowie Lehrkräfte an Kunst- und Musikhochschulen auszudehnen, in dieser Tarifrunde gegenüber dem Arbeitgeber erneut vorgetragen.

Am Wochenende 14./15. Februar steht die entscheidende dritte Verhandlungsrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder ins Haus. Bis heute liegt kein Angebot der Arbeitgeber auf dem Tisch. Deshalb sollen die Warnstreichs kommende Woche ausgeweitet werden. Dann werden sich auch die Hochschulen verstärkt beteiligen.

Folgende GEW-Warnstreikaufrufe und Kundgebungstermine liegen uns vor:

9.2.: Baden-Württemberg (Freiburg), Schleswig-Holstein (Kiel)

10.2.: Niedersachsen (Hannover), Nordrhein-Westfalen (nachmittags Kundgebung Düsseldorf, vormittags Warnstreiks in Bielefeld, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Köln, Münster und Wuppertal), Thüringen (Jena)

11.2.: Baden-Württemberg (Tübingen, Uni Mannheim), Bayern (Würzburg), Thüringen (landesweit Schulen und Hochschulen)

12.2.: Baden-Württemberg (Karlsruhe), Brandenburg (Potsdam), Hamburg, Hessen (landesweit dezentral), Rheinland-Pfalz (Mainz), Saarland (Saarbrücken), Sachsen-Anhalt (Warnstreiks dezentral, Kundgebungen Halle und Naumburg)

13.12.: Baden-Württemberg (Stuttgart, Ilvesheim), Bremen, Sachsen-Anhalt (Warnstreiks dezentral, Kundgebungen Magdeburg und Stendal)

Über die laufenden Arbeitskampfmaßnahmen der GEW berichten wir aktuell unter www.gew-tarifrunde.de sowie auf den jeweiligen Internetseiten der GEW-Landesverbände (schnell erreichbar über die interaktive Landkarte auf www.gew.de).

5. Februar 2009

Ilse Schaad
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
- Hauptvorstand -
Reifenberger Str. 21
60489 Frankfurt
Tel. 069-78973-0
TVöD: Tarifvertrag 2018/ 2019, Entgelttabellen, Rechner | Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener