Die Verhandlungen um eine Verbesserung der Eingruppierung für angestellte Lehrkräfte gehen am 28. April in die fünfte Runde. Die GEW hat die Arbeitgeber aufgefordert, dann zu den vier Kernfragen Stellung zu nehmen.

1. Die Entgeltordnung soll alle angestellten Lehrkräfte an Schulen und Hochschulen erfassen.
2. Die Bezahlung der angestellten Lehrkräfte darf nicht länger nach Schulformen differenziert werden.
3. Wie in allen anderen Bereichen muss auch bei Lehrkräften ein wissenschaftlicher Hochschulabschluss in die E 13 führen.
4. Die Eingruppierung in Ost und West darf nicht mehr unterschiedlich sein.


Während der laufenden Verhandlungen wollen die Länder über gesetzliche Regelungen bereits Fakten schaffen und für die sog. "Erfüller" Leitlinien schaffen, die die alte Ungleichbehandlung festschreibt.
Lehrkräfte verfügen schon seit den 70er-Jahren über wissenschaftliche Hochschulabschlüsse, wurden aber ganz überwiegend schlechter eingestuft als alle anderen Beschäftigten, die ebenfalls einen wissenschaftlichen Hochschulabschluss haben. Jetzt wird alles auf Masterabschlüsse umgestellt – die Schlechterstellung für Lehrkräfte soll aber bleiben. Das Thema Bildung wird offenbar nur in Wahlkämpfen bedient – nicht aber, wenn es um eine gerechte Bezahlung geht. Im Osten wird zwar inzwischen 100 Prozent der Westvergütung gezahlt, in der überwiegenden Zahl der Fälle sind die Lehrkräfte aber eine Vergütungsgruppe niedriger eingestellt worden als in den westlichen Bundesländern üblich. Das ist nicht akzeptabel.
Das Problem - gerade angesichts des bestehenden und sich weiter verschärfenden Lehrermangels - haben viele Länder erkannt und operieren mit Zulagen und Lockangeboten, um bei den wenigen jungen Lehrkräften noch erfolgreich (ab)werben zu können. Tarifvertraglich wollen sie aber keine Regelung treffen.
Der Grund: Wenn man die Köderregelungen nicht mehr braucht, kann man die Lehrerbezahlung ohne Hindernisse wieder verschlechtern.

Nach ausführlichen Beratungen in den Ländern hat die GEW am 23. April den Weg für erste Streikmaßnahmen bzw. Protestaktionen frei gemacht.

In der Woche vom 3. bis zum 7. Mai wird es in den Ländern Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin und Bremen zu Warnstreiks bzw. Protestaktionen kommen.

Die Arbeitgeber beobachten die Beteiligung der Beschäftigten sehr genau und werden daraus Schlüsse ziehen.
Deshalb: Beteiligt euch breit an den Maßnahmen. Auf den Internet-Seiten der Landesverbände und des Hauptvorstandes (www.gew.de) findet ihr die entsprechenden Informationen über Tag, Uhrzeit, Treffpunkte etc. der Aktionen. Sprecht eure Kolleginnen und Kollegen an. Motiviert sie, sich an den Aktivitäten zu beteiligen.
Wir müssen den Arbeitgebern jetzt zeigen, dass auch Lehrkräfte für ihre Interessen auf die Straße gehen.
Die ErzieherInnen haben 2009 gezeigt, dass man Erfolg haben kann, wenn man sich engagiert.
Es gibt 200.000 angestellte Lehrkräfte. Wenn die alle streiken, hat das Wirkung. Garantiert!



Ilse Schaad
GEW-Hauptvorstand
Reifenberger Str. 21
60489 Frankfurt
069-78973-0
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

Siehe auch:

Eingruppierung der Lehrerinnen und Lehrer

 

TVöD: Tarifvertrag 2018/ 2019, Entgelttabellen, Rechner | Oeffentlicher Dienst | Autor: Frank Wegener